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Lebenserwartung: Falsche Nickerchen erhöhen frühzeitiges Sterberisiko

Alexander Stindt
Verfasst von Alexander Stindt, Fachredakteur für Gesundheitsnews
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17. September 2025
in News
Comichafte Darstellung eines Mannes im Anzug, der auf einem Sofa ein Nickerchen macht.
Manche Formen des Mittagsschlafs scheinen das Risiko eines vorzeitigen Todes deutlich zu erhöhen. (Bild: VectorMine/stock.adobe.com)
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Regelmäßig lange oder zeitlich stark variierende Nickerchen sind mit einem signifikant erhöhten Risiko für einen vorzeitigen Tod verbunden. So kann der Mittagschlaf offenbar auch Hinweise auf die Lebenserwartung liefern.

Kurzübersicht der wichtigsten Inhalte

  • Anhand von 86.565 Personen aus der UK-Biobank im Durchschnittsalter von etwa 63 Jahren, die nicht in Schichtarbeit tätig waren, wurden die Auswirkungen von Nickerchen auf das frühzeitige Sterberisiko untersucht.
  • Durchschnittlich schliefen die Teilnehmenden etwa 24 Minuten täglich
  • Personen mit längeren, häufigeren oder stark variierenden Tagesschlafepisoden (zwischen 9:00 Uhr und 19:00 Uhr) hatten ein signifikant erhöhtes Risiko für einen vorzeitigen Tod.
  • Nicht nur die Länge, sondern auch die Unregelmäßigkeiten in der Häufigkeit und den Zeitpunkten der Nickerchen korrelierte mit einem höherem Sterberisiko.
  • Die Ergebnisse legen nahe, dass die täglichen Nickerchen ein Warnsignal sein können.
  • Wer regelmäßig sehr lange oder stark variierende Nickerchen hält, sollte gegebenenfalls ärztliche Hilfe suchen.

Einfluss von Nickerchen auf das Sterberisiko?

In einer neuen Studie von Fachleuten der hoch renommierten Harvard Medical School wurde untersucht, wie Nickerchen während des Tages das Sterberisiko beeinflussen. Die Ergebnisse sind in dem Fachjournal „SLEEP“ nachzulesen.

Für die aktuelle Untersuchung analysierten die Forschenden die Daten von 86.565 Personen aus der UK Biobank-Studie, die keine Schichtarbeit leisteten und im Durchschnitt 63 Jahre alt waren. Über sieben Tage hinweg wurde ihr Aktivitätsmuster mithilfe von sogenannten Aktigraphie-Armbändern erfasst, die Bewegungen registrieren und so Rückschlüsse auf das Schlafverhalten ermöglichen.

Als ein Nickerchen definierte das Team Schlafepisoden zwischen neun Uhr morgens und 19 Uhr abends. In der bis zu elf Jahre andauernden medizinischen Nachbeobachtungszeit verstarben insgesamt 5.189 Teilnehmende, was sechs Prozent entsprach.

Diese Nickerchen sind ein Risiko

Die durchschnittliche Zeit der Nickerchen der Teilnehmenden lag bei etwa 24 Minuten täglich. Auffällig war, dass Personen mit längeren, häufigeren oder zeitlich stark variierenden Nickerchen ein signifikant erhöhtes Sterberisiko aufwiesen, berichten die Forschenden.

„Interessanterweise widersprechen die Daten, die auf Risiken im Zusammenhang mit Nickerchen um die Mittagszeit und am frühen Nachmittag hinweisen, unserem derzeitigen Wissen. Daher könnten weitere Untersuchungen zu diesem Zusammenhang gerechtfertigt sein“, betont die Studienautorin Dr. Chenlu Gao in einer aktuellen Pressemitteilung.

Beudeutung für präventivmedizinische Konzepte

Die Ergebnisse werfen ein neues Licht auf die Bedeutung von kurzen Schlafperioden während des Tages in der gesundheitlichen Risikoabschätzung älterer Menschen. Und sie sprechen dafür, dass Nickerchen während des Tages stärker einbezogen werden sollten.

Lesen Sie auch:

  • Nickerchen: Drei bestätigte Gesundheitsvorteile durch Napping
  • Wie viel Schlaf schützt optimal vor Krankheiten?
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„Die Einbeziehung aktigraphiebasierter Schlafanalysen tagsüber in die klinische und öffentliche Gesundheitspraxis könnte neue Möglichkeiten zur frühzeitigen Risikoerkennung und personalisierten Interventionen zur Förderung der Langlebigkeit bieten“, so Gao. Langfristig könnte eine gezielte Analyse von Schlafzeiten während des Tages helfen, individuelle Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen.

Als Warnsignal verstehen

Die Studie verdeutlicht zudem, dass bei regelmäßigem Bedürfnis nach längeren Nickerchen eine ärztliche Abklärung erfolgen sollte – insbesondere, wenn weitere Symptome wie ständige Müdigkeit oder Schlafstörungen hinzukommen.

Zwar können kurze, regelmäßige Powernaps durchaus wohltuend sein, doch wer zu langen und unregelmäßigen Schlafepisoden neigt, sollte das kritisch hinterfragen. Denn regelmäßige Müdigkeit während des Tages kann auf tieferliegende Gesundheitsprobleme hinweisen. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Chenlu Gao , Ruixue Cai , Xi Zheng , Lei Gao , Kun Hu , Peng Li: Objectively-Assessed Napping Behaviors Predict Mortality in Middle-to-Older Aged Adults; in: SLEEP (veröffentlicht 19.03.2025), SLEEP
  • American Academy of Sleep Medicine: Napping behaviors predict mortality risk in middle-to-older aged adults (veröffentlicht 27.05.2025), American Academy of Sleep Medicine

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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