Tödliche Lungenpest erreichte Seychellen: Quarantäne angeordnet

Nina Reese

Gesundheitsminister ergreift strikte Sicherheitsmaßnahmen

Die gefährliche Lungenpest greift weiter um sich. Laut offizieller Mitteilungen hat die hochansteckende Infektionskrankheit nun auch die Seychellen erreicht. Das Gesundheitsministerium des Inselstaats hatte am Dienstag bestätigt, dass ein 34-jähriger Mann die Krankheit aus Madagaskar eingeschleppt hat. Um weitere Infektionen zu verhindern, werden Einreisende nun unter Quarantäne gestellt und Flüge nach Madagaskar gestoppt.

Pest fordert auf Madagaskar viele Todesopfer

Die gefährliche Lungenpest wütet derzeit auf Madagaskar besonders schlimm. Knapp 350 Erkrankungen und mehr als 40 Todesfälle wurden bislang gemeldet, wobei es sich in den meisten Fällen um die sogenannte Lungenpest handelt. Diese ist seltener, aber deutlich gefährlicher als andere Formen der Krankheit und wird vorrangig durch Husten aus nächster Nähe übertragen. Um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, wurden unter anderem Flüge eingestellt – doch offenbar zu spät. Denn wie von offizieller Seite bestätigt, hat die Lungenpest nun auch die Seychellen erreicht. Der Gesundheitsminister des Inselstaates hat daher Quarantäne für alle aus Madagaskar ankommenden Reisenden angeordnet.

Nachdem die Lungenpest auch die Seychellen erreicht hat, müssen aus Madagaskar ankommende Reisende zunächst für einige Tage in Quarantäne. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Sechs Tage Isolation

Wie das Gesundheitsministerium der Seychellen mitteilt, habe der Gesundheitsminister Jean-Paul Adam am Mittwoch im Parlament bestätigt, dass ab sofort alle Personen, die aus Madagaskar einreisen, sechs Tage in Isolation verbringen müssen. Das Isolationszentrum werde in der Militärakademie der Seychellen-Küstenwache auf der Insel Perseverance, nahe der Hauptstadt Victoria, eingerichtet, so die Mitteilung. Die Einreisenden würden hier zunächst aktiv überwacht, bevor ihnen die Einreise auf die Seychellen gestattet wird.

Kontaktpersonen werden überwacht

Am Dienstag hatte das Ministerium bestätigt, dass ein 34-jähriger Mann die Lungenpest aus Madagaskar eingeschleppt hatte. Der Mann war am Freitag den 6. Oktober auf den Seychellen angekommen und steht seit dem unter Überwachung. Dem Ministerium zufolge wurde er sofort antibiotisch behandelt und alle Personen, die mit ihm in direktem Kontakt standen, sofort kontaktiert.

„Es gibt 12 Mitglieder seiner nahen Familie, die zur militärischen Akademie gebracht wurden, um aktive überwacht zu werden“, wird Jean-Paul Adam in einer weiteren Mitteilung zitiert. Neben dem wurden auch andere Personen zur vorbeugenden Behandlung einbestellt, da der Infizierte bei seiner Rückkehr ins Land eine Versammlung besucht hatte. Diese Personen hätten jedoch keine Symptome, sondern würden lediglich prophylaktisch behandelt, betonte der Gesundheitsminister.

WHO warnt vor Ausbreitung der Pest

Die Pest ist eine der verheerendsten Seuchen überhaupt und forderte vor allem im Mittelalter Millionen Menschenleben. Auch heute ist die Infektionskrankheit noch nicht besiegt. Einer Übersicht der WHO zufolge wurden allein in den Jahren 2010 bis 2015 weltweit 3.248 Fälle bekannt, von denen 584 tödlich endeten. Die derzeit drei endemischsten Länder sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation die Demokratische Republik Kongo, Madagaskar und Peru. Doch die WHO warnt vor einer Rückkehr der Pest auch in anderen Ländern.

Lungenpest führt unbehandelt schnell zum Tod

Die sogenannte Lungenpest ist eine schwere Lungeninfektion, die durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht und meist über Tröpfcheninfektion (z.B. beim Husten oder Niesen) von Mensch zu Mensch übertragen. Daher breitet sich die Krankheit vor allem in dicht besiedelten Gebieten schnell aus.

Typische Symptome der seltenen, aber hochansteckenden Lungenpest sind hohes Fieber, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen und Husten. Die Inkubationszeit beträgt typischerweise ein bis sieben Tage. Wird die Erkrankung früh diagnostiziert, kann sie mit Antibiotikum behandelt werden. Bleibt sie unbehandelt, führt sie etwa zwei Tage nach Ausbruch der Symptome zum Tod. (nr)