Urin, Ratten-Exkremte und Gifte in Kosmetika gefunden

Fabian Peters
Gefälschte Kosmetikprodukte bergen oft Gesundheitsrisiken
Im Internet bieten zahlreiche Plattformen kostengünstige Kosmetika an, wobei es sich allerdings oftmals um Produktfälschungen oder Imitationen handelt, die dem Originalprodukt zwar von der Aufmachung her gleichen, doch dessen Qualitätsanspruch nicht gerecht werden. So können günstige Sonnencremes, Make-up-Artikel oder Parfüms aus dem Internet schlimmstenfalls zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Der VKE-Kosmetikverband berichtet von einem erschreckenden Ausmaß der Produktfälschungen in der Kosmetikbranche und warnt ausdrücklich vor den gesundheitlichen Risiken bei deren Verwendung. Martin Ruppmann, Geschäftsführer des VKE-Kosmetikverbandes, betont, dass „mit der Verwendung gefälschter Kosmetika – die minderwertige bzw. verunreinigte Rohstoffe enthalten können – ein unkalkulierbares gesundheitliches Risiko verbunden“ sei. Hier müssten die Verbraucherinnen und Verbraucher vor den dubiosen Händlern im Internet gewarnt werden.

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Gefälschte Kosmetika können gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen. Bild: Ideareattiva/fotolia.com

Gefährliche Giftstoffe in gefälschten Kosmetika nachgewiesen
Eine aktuelle Aufklärungs-Kampagne in England hat sich dem Thema der Produktfälschungen in der Kosmetikbranche gewidmet und dabei zum Teil unfassbare Zustände dokumentiert. So seien in unechten Schönheitspflegemitteln unter anderem Giftstoffe und Ratten-Kot gefunden worden, berichtet die „Frankfurter Rundschau“. Die Kriminellen würden mittlerweile jede Möglichkeit nutzen, um die Kunden zum Narren zu halten, zitiert die Zeitung die Sprecherin der Londoner Polizei. Selbst giftige Chemikalien wie Zyanid und auch menschliches Urin seien bei Labor-Tests in gefälschten Kosmetika entdeckt worden. Hautirritationen, Schwellungen und Verbrennungen seien mögliche Folgen bei Verwendung der Produktfälschungen.

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Produktfälschungen oft schwer zu erkennen
Für die Konsumenten ist es laut Aussage von Martin Ruppmann „oftmals schwierig, die Fakes auf den ersten Blick zu erkennen.“ So wird ihnen mitunter überhaupt nicht bewusst, dass sie sich hier einem Gesundheitsrisiko aussetzen. Die unbekannten Beimischungen bilden Ruppmann zufolge dabei längst nicht die einzige Gefahr. Auch seien die versprochenen Inhaltsstoffe oftmals überhaupt nicht enthalten. So könne zum Beispiel eine gefälschte Sonnencreme zu einem erhöhten Sonnenbrand-Risiko führen könne, wenn diese keinen UV-Schutz enthält. Sicherheit beim Online-Kauf der Kosmetika bietet laut Mitteilung des VKE das Siegel „Autorisierter Online-Händler“. Dies können autorisierte Vertragshändler der VKE-Mitgliedsunternehmen seit Ende 2013 als eingetragenes Siegel auf der Startseite ihres Internetshops einblenden. Durch „die Initiative zur positiven Kennzeichnung von Internet-Geschäften erhalten die Kunden die Sicherheit, dass es sich um einen seriösen Onlineshop handelt, der auf vertraglicher Basis qualitativ einwandfreie und sichere Originalprodukte verkauft“, so die Mitteilung des VKE. (fp)

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