Verbraucherschützer warnen vor Bubble Tea

Sebastian

Künstliche Zusatzstoffe und viel Zucker in Modegetränk Bubble Tea

02.06.2012

In beinahe allen Städten Deutschland eröffnen an jeder Ecke sogenannte Bubble Tea Shops. Vor dem Modegetränk warnt aktuell die Verbraucherzentrale Bayern. Der vermeintliche Tee besteht in den meisten Fällen aus Farb- und künstlichen Aromastoffen, Säurungsmitteln und Konservierungsstoffen, so die Experten. So habe eine Untersuchung in München ergeben, dass die „Zutatenliste nicht immer eindeutig gekennzeichnet ist“, berichten die Verbraucherschützer. Das Problem existiert nicht nur in Bayern, sondern konnte vielfach auch in anderen Bundesländern beobachtet worden.

Mehr zum Thema:

Allergene Stoffe und viel Zucker
„Ich kaufe meinen Kindern häufig Bubble-Tea, schließlich ist Tee gesund“ sagt Karin B., Mutter von zwei Kindern aus Hannover. Doch was viele nicht wissen: In „Bubble-Tea“ sind heutzutage kaum noch natürliche Zutaten vorhanden. Als das Kultgetränk vor 26 Jahren in Taiwan erstmals auf dem Markt kam, mischten die Anbieter damals die bunten Kugeln mit grünem, schwarzen oder Olong-Tee. Die Kugeln selbst bestanden aus der Maniok-Wurzel und wurde mit Ahornsirup gekocht. Heute aber ist kaum noch Tee in den Getränken enthalten und wenn dann nur in sehr geringen Mengen. Dafür werden eine Menge an künstlichen Zusatzstoffen beigemengt, die eigentlich angegeben werden müssten. Denn viele Stoffe könnten allergen wirken und zu allergischen Reaktionen führen, wie die Verbraucherschützer betonen. "Für besonders empfindliche Menschen wäre auch eine Kennzeichnung von allergieauslösenden Inhaltsstoffen wünschenswert“. Eine entsprechende Gesetzesregelung tritt aber erst 2014 in Kraft, weshalb die Shops in der Sache nicht abgemahnt werden können.

Bei Kleinkindern Gefahr von Lungenentzündungen
Der Bubble Tea ist zuckersüß und enthält kleine Kügelchen in der Größe von Erbsen. Diese werden einem dicken Strohhalm entweder aus einem Fruchtgetränk oder Eismix aufgesogen. Zum Teil sind die Kugeln mit fruchtigem Sirup gefüllt und platzen erst beim Kauen im Mund auf. Eben jener Umstand führte bereits zu einem Warnhinweis des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland. Weil Kleinkinder oft abgelenkt sind, könnten sie versehentlich die Kugeln im Ganzen verschlucken. Daraus folgt ein starker Husten, der sofort behandelt werden muss, weil die Kugeln sich festsetzen könnten. Gelangen die Kügelchen über die Luftröhre in die Lunge, konnte in manchen Fällen bereits das Auftreten einer Lungenentzündung und sogar ein Lungenkollaps beobachtet werden. In solchen Fällen besteht absolute Lebensgefahr und Notfallmittel der Wahl ist eine Bronchoskopie. Die Kinderärzte fordern daher vom Gesetzgeber, dass auf den Bechern Warnhinweise angebracht werden, damit Eltern und Kinder aufgeklärt sind.

Hoher Zuckergehalt in Bubble-Tea
Das der Bubble Tea überhaupt nicht gesund ist, liegt nicht nur an den Zusatzstoffen, sondern auch am hohen Zuckergehalt. Ein Becher mit nur 0,2 Liter „Blasen-Tee“ enthält zwischen 300 und 500 Kalorien. Das entspricht ein Drittel des „gesamten Energiebedarfs pro Tag“, sagt auch der Ernährungsexperte Sven-David Müller. Bei häufigen Verzehr steigt somit die Gefahr von Übergewicht und Adipositas. Daraus können widerrum Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden entstehen.

Trotzdem suggeriert die Bezeichnung „Bubble-Tea“, dass es sich um ein Naturprodukt handle. „Von Natur ist aber keine Spur“, sagt Müller. Die Verbraucher sollen vielmehr mit dem Markennamen in die Irre geleitet werden. Statt gesundem Tee sind fast immer nur künstliche Stoffe enthalten. (sb)