Verwirrung durch neue Medikamente in Apotheken

Sebastian

Verbraucherschutz warnt vor Verwirrung in Apotheken: Zum Jahresbeginn erhalten viele Millionen Patienten Medikamente von neuen Pharmaherstellern.

31.12.2010

Die gesetzlichen Krankenkassen haben mit den Pharmakonzernen neue Verträge ausgehandelt, die ab Jahresbeginn gelten. Angesichts dieser Neuverträge müssen sich Patienten auf neue Medikamente einstellen. Vor allem ältere Menschen könnten Probleme bei der richtigen Dosierung der Arzneimittel haben.

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Die Krankenkassen haben mit den Pharmazieherstellern neue Verträge ausgehandelt. Aufgrund dessen kommt es ab Jahreswechsel nun häufig vor, dass Patienten in Apotheken Arzneimittel von anderen Herstellern ausgehändigt bekommen. Millionen von Patienten in Deutschland müssten sich daher auf neue Medikamenten-Verpackungen einstellen, wie der Gesundheitsexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen gegenüber der "Bild" Zeitung sagte. Vor allem ältere Menschen seien gefährdet: "Dadurch kann es vor allem bei Älteren zu Dosierungsproblemen kommen."

Der Verbraucherschutzexperte riet allerdings davon ab, in der Apotheke dennoch das alte Präparat einzufordern auf eigene Kosten zunächst zu bezahlen, um später die Rechnung bei der Krankenkasse vorzulegen. Stattdessen sollte man "lieber das Ersatzmedikament ausprobieren und bei Unverträglichkeit zum Arzt gehen. Der kann dann auf dem Rezept ankreuzen, dass das gewohnte Mittel ohne Aufpreis erstattet wird." Wer einfach ohne nachvollziehbaren Grund die Arzneimittel-Rechnung für das bisherige Mittel einreicht, wird wahrscheinlich auf den höheren Kosten sitzen bleiben.

Da viele Menschen nun versichert sind hat sich nun auch das Bundesgesundheitsministerium in die laufende Debatte eingeschaltet. Ein Sprecher betonte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, die Patienten müssten sich „keine Sorgen machen“. Auf jeden Fall sei gesichert, das „alle Medikamente in vergleichbarer Qualität und Wirkung wie bisher zur Verfügung stehen". Insgesamt werden die Krankenkassen ab 2011 ihre Arzneimittel-Budgets erhöhen.

Die Krankenkassen haben zum Jahreswechsel neue Rabattverträge ausgehandelt. Dies passiert in regelmäßigen Abständen. In den Verhandlungen versuchen die Kassen für denselben Wirkstoff bei unterschiedlichen Herstellern kostengünstigere Varianten auszuhandeln. Aus diesem Grund kann es passieren, dass zahlreiche Patienten statt dem bisherigen rezeptpflichtigen Arzneimittel nun den gleichen Wirkstoff von einem anderen Hersteller in der Apotheke erhalten. In jedem Fall sollten sich Patienten den Beipackzettel genau durchlesen und die Dosierungsangaben einhalten. Im Zweifel sollte der Arzt oder der Apotheker zu Rate gezogen werden. (sb)