Wechseljahre: Bestimmte Genvarianten sind meist Ursache für Hitzewallungen

Alexander Stindt
Nachtschweiß und Hitzewallungen können mit den Genen zusammenhängen
Viele Frauen in den Wechseljahren leiden unter Hitzewallungen und sogenanntem Nachtschweiß. Es gibt allerdings auch eine signifikante Minderheit von Frauen, welche nicht von solchen Symptomen betroffen sind. Forscher untersuchten jetzt, ob Gene beeinflussen, welche Frauen Hitzewallungen erleben.

Die Wissenschaftler der University of California, Los Angeles (UCLA) fand in einer Studie Hinweise dafür, dass bestimmte Genvarianten einen Rezeptor im Gehirn beeinflussen, welcher dann die Freisetzung von Östrogen reguliert. Frauen mit diesen Genvarianten neigen eher zu Hitzewallungen und Nachtschweiß. Die amerikanischen Mediziner veröffentlichten jetzt eine Pressemitteilung zu den Ergebnissen ihrer Studie.

Viele Frauen in der Menopause leiden unter Hitzewallungen. Mediziner stellten fest, dass bestimmte Gen-Varianten mit dem Auftreten von Hitzewallungen und Nachtschweiß zusammen hängen. (Bild: britta60/fotolia.com)
Viele Frauen in der Menopause leiden unter Hitzewallungen. Mediziner stellten fest, dass bestimmte Gen-Varianten mit dem Auftreten von Hitzewallungen und Nachtschweiß zusammen hängen. (Bild: britta60/fotolia.com)

Bisher gab es keine Untersuchungen zu einer Verbindung von Hitzewallungen und Gen-Varianten
Die Ergebnisse könnten in Zukunft eventuell zu neuen Wegen der Behandlung führen. So wäre es dann möglich die Hitzewallungen zu lindern. Bisherige Studien hatten sich nicht darauf konzentriert, wie Varianten von Frauengenen mit Hitzewallungen in Verbindung gebracht werden können, erläutert Autorin Dr. Carolyn Crandall von der David Geffen School of Medicine an der UCLA.

In de Menopause leiden mehr als 70 Prozent der Frauen an Hitzewallungen
Mehr als 70 Prozent der Frauen erleben Hitzewallungen und leiden unter sogenanntem Nachtschweiß. Diese Bedingungen sind als vasomotorischen Symptome für die Menopause bekannt, erläutern die Mediziner. Ein erhöhter BMI, ein niedrigeres Bildungsniveau, Rauchen, Angst und Depressionen sind ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für häufige vasomotorische Symptome verbunden. Eine genetische Verbindung zu diesen Symptomen ist bisher aber unklar geblieben, fügen die Experten hinzu.

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Mediziner analysieren Daten von 17.695 postmenopausalen Frauen
Die durchgeführte Studie untersuchte die gemeinsamen genetischen Varianten des gesamten menschlichen Genoms. Diese Beobachtung sollte eine Verbindung zwischen Genvariationen und beobachteten Merkmalen (in diesem Fall Hitzewallungen und Nachtschweiß) aufdecken, erläutern die Wissenschaftler. Dafür untersuchten die Experten die Daten von 17.695 postmenopausalen Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren. Diese hatten an der sogenannten ö,da,da Women’s Health Initiative teilgenommen und DNA Proben und Angaben zu Hitzewallungen und Nachtschweiß gemacht, sagen die Forscher. Die Mediziner untersuchten mehr als elf Millionen Gen-Varianten. Diese werden auch als Single-Nucleotid-Polymorphismen bezeichnet.

Vierzehn Gen-Varianten sind mit dem Auftreten von Hitzewallungen verbunden
Die Mediziner fanden heraus, dass vierzehn dieser Varianten mit dem Erleben von Hitzewallungen verbunden waren. Alle davon wurden auf dem Chromosom 4 lokalisiert. Die Genvarianten befinden sich in dem Teil des Chromosom 4, welcher den Tachykininrezeptor 3 codiert, erklären die Experten. Der Rezeptor befindet sich im Gehirn und reagiert dort mit den Nervenfasern. Diese regulieren die Freisetzung des Hormons Östrogen. Frauen mit Mutationen im Tachykinin-Rezeptor-3-Gen sind beispielsweise unfruchtbar. Dies ist die erste Studie, welche die Varianten des Tachykinin-Rezeptor-3-Gens mit dem Auftreten von Hitzewallungen verbindet, fügen die Wissenschaftler hinzu.

Weitere Forschung ist nötig
Es ist noch unklar, wie verschiedene Umweltfaktoren die Ergebnisse beeinflussen, erklärt Dr. Crandall. Auch könnten einige seltene Genvarianten die Hitzewallungen beeinflussen. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung sollen in zukünftigen Studien bestätigt werden. Das könnte dazu beitragen, dass Mediziner verstehen, wie sie Hitzewallungen besser beeinflussen können, fügt die Autorin hinzu. (as)