Wechseljahre: Kein Vertrauen in Hormontherapie

Nina Reese

Gesundheitsreport der TK zeigt sinkende Zahlen bei der Hormontherapie auf

15.06.2013

Laut dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) setzen immer weniger Frauen in den Wechseljahren Vertrauen in eine Hormontherapie: Demnach habe im vergangenen Jahr „nur noch etwa jede zwölfte Frau zwischen 45 und 65 Jahren (8,1 Prozent) ein solches Medikament verschrieben bekommen“, so die aktuelle Pressemitteilung der TK. Im Jahr 2010 hingegen hatte noch knapp jede zehnte Frau (9,6 Prozent) Hormonpräparate gegen Wechseljahresbeschwerden genommen.

Massiver Rückgang durch Bekanntwerden der Risiken
Im Laufe der letzten dreizehn Jahre habe hier ein deutlicher Rückgang stattgefunden, so die TK – denn im Jahr 2000 hätten noch „fast 40 Prozent der Frauen Hormonersatzpräparate gegen die Begleiterscheinungen der Wechseljahre und zur Vorsorge gegen Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingenommen.“ Der Grund für den massiven Rückgang könne laut der TK darin liegen, dass wissenschaftliche Studien auch mögliche Gefahren der Hormontherapie gezeigt hätten – so zum Beispiel ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs, Schlaganfall, Herzinfarkt und Thrombose durch bestimmte Hormonpräparate. Zudem würde sich auch entgegen den Erwartungen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen, so die TK.

Frauen weiterhin kritisch gegenüber Hormonpräparaten
Dementsprechend würden die Präparate auch heute noch von Frauen eher skeptisch betrachtet: „Unsere Daten zeigen, das selbst 13 Jahre nach Bekanntwerden dieser kritischen Ergebnisse die Verordnungszahlen bei Hormonersatzpräparaten kontinuierlich weiter zurückgehen, wenn auch deutlich langsamer als in den ersten vier Jahren bis etwa 2004", so Gudrun Ahlers, verantwortlich für die Gesundheitsberichterstattung der TK.

Ein Drittel der Frauen hat starke Beschwerden während der Wechseljahre
Mit dem Begriff „Wechseljahre“ (Klimakterium) werden bei der Frau die Jahre der hormonellen Umstellung vor und nach der Menopause, also der letzten spontanen Menstruation im Leben einer Frau, bezeichnet. Dabei beginnen die Wechseljahre bei einigen Frauen bereits im Alter von etwa 40 Jahren und dauern etwa zwischen fünf und fünfzehn Jahren. Während jeweils ein Drittel der Frauen keine bzw. nur leichte Beschwerden während dieser Zeit verspürt, werden bei einem weiteren Drittel die Wechseljahre von zum Teil starken Beschwerden begleitet: „Hitzewallungen und vaginale Trockenheit werden am häufigsten und in allen repräsentativen Studien benannt, wohingegen Schlafstörungen, Harnwegsprobleme, sexuelle Störungen und Stimmungsänderungen nicht in allen Studien als typische Merkmale beschrieben werden“, so der Gynäkologe Dr. Dankwart Rachor vom Ärztezentrum der Techniker Krankenkasse (TK).

Hormontherapie nur bei medizinischer Notwendigkeit
Dementsprechend sei laut Rachor "seit zweieinhalb Jahren eine Leitlinie gültig, die einen Überblick über relevante Studienergebnisse ermögliche und aufzeige, in welchen Fällen eine Hormontherapie sinnvoll sein kann" – denn eine Hormontherapie sollte danach „nur erfolgen, wenn sie wirklich medizinisch notwendig ist“, so Dr. Dankwart Rachor weiter. (nr)

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