Herzinfarkt
Herzinfarkt - Myokardinfarkt
Herzinfarkt
Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten bei einem Herzinfarkt.
Der Herzinfarkt ist noch immer eine der häufigsten Todesursachen in den Industrieländern. Von den ca. 250.000 Menschen, die in Deutschland jährlich einen Infarkt erleiden, stirbt etwa jeder vierte an den direkten Folgen. Es handelt sich bei einem Herzinfarkt um eine akute Notsituation, in der die ersten Minuten von entscheidender Bedeutung sind. Untersuchungen belegen, dass der Tod bei etwa der Hälfte der an einem Infarkt verstorbenen Patienten innerhalb der ersten 15 Minuten eintrat. Aus diesem Grunde sollte bei begründetem Verdacht sofort der Notarzt verständigt werden. Ein Infarkt ist ein einschneidendes Erlebnis im Leben der Betroffenen. Er führt fast immer zum Überdenken von Lebensgewohnheiten. Die Prognose nach einem Infarkt ist entscheidend davon abhängig, in wieweit begünstigende Risikofaktoren weiter bestehen und wie viel Herzmuskelgewebe betroffen ist.
Inhalt Herzinfarkt:
Herzinfarkt
Ursachen und Krankheitsentstehung
Risikofaktoren Erkrankung Herzkranzgefäße
Symptome Herzinfarkt
Allgemeine Symptome des Herzinfarktes
Herzinfarkt Symptome bei Frauen
Symptome nach Lokalisation des Verschlusses
Erstmaßnahmen bei Herzinfarkt
Diagnose und Differentialdiagnostik
Akutbehandlung beim Herzinfarkt
Langzeitbehandlung Herzinfarkt
Komplikationen und Folgeschäden
Naturheilkunde Therapien bei Herzerkrankungen
Homöopathie
Ernährungstherapie und orthomolekulare Therapie
Manuelle Therapie und Fasziendistorsionsmodell
Phytotherapie
Ordnungstherapie
Synonyme
Herzinfarkt, Myokardinfarkt, Herzmuskelinfarkt, Infarkt, Herzanfall, Myocardinfarct, Vorderwandinfarkt, Hinterwandinfarkt, acute myocardial infarction, (AMI), akutes Koronarsyndrom, External Coronary Artery Fascial Distortions, external coronary artery fascial coil, external coronary artery cylinder distortion, external coronary artery triggerband.
Ursachen und Krankheitsentstehung
Bei einem Herzinfarkt handelt es sich um ein akutes Koronarsyndrom. Vorangegangen ist also eine koronare Herzkrankheit (KHK). Hier liegt eine fortscheitende Arterienverkalkung (Arteriosklerose) der Herzkranzgefäße (Koronarterie) vor, die zu einer Minderdurchblutung des Herzmuskels führt. Ursache für den Infarkt ist schließlich der Verschluss eines oder mehrerer Herzkranzgefäße durch ein Blutgerinnsel (Thrombus). Infolgedessen kommt es zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Herzmuskels (Ischämie). Bereits 20-30 Minuten nach Unterbrechung des Blutflusses beginnen die Herzmuskelzellen abzusterben. Nach drei bis sechs Stunden hat sich eine irreversible Nekrose des betroffenen Muskelgewebes ausgebildet. Auslösende Faktoren für den Infarkt können letztlich körperliche Anstrengung und Stresssituationen sein. Statistisch gesehen ereignen sich die meisten Infarkte aufgrund des morgendlichen Blutdruckanstiegs in den frühen Morgenstunden.
Risikofaktoren Erkrankung Herzkranzgefäße
Verschiedene Aspekte begünstigen eine Erkrankung der Herzkranzgefäße. Neben Bluthochdruck, Diabetes mellitus, familiärer Vorbelastung (Infarkt von Blutsverwandten) erhöhen auch direkt beeinflussbare Faktoren wie Rauchen, Übergewicht oder Bewegungsmangel die Gefahr, zu erkranken.
Symptome Herzinfarkt
Die Symptome können je nach Lokalisation des Verschlusses und nach Geschlecht der betroffenen Person unterschiedlich sein. Bei etwa 20 Prozent aller Herzinfarkte treten keine Schmerzen auf. Dies ist insbesondere bei Diabetes mellitus-Patienten der Fall.
Allgemeine Symptome des Herzinfarktes
Ein Infarkt kann sich durch verschieden Symptome äußern. Am häufigsten sind Schmerzen hinter dem Brustbein, die länger als 15-30 Minuten anhalten und in Arme, Hals, Unterkiefer, Bauch und Rücken ausstrahlen können. Weitere Anzeichen sind Engegefühl im Brustkorb, innere Unruhe bis hin zu Todesangst, Atemnot, fahle Gesichtsfarbe und kalter Schweiß, der unter Umständen mit Übelkeit und Erbrechen einhergeht.
Herzinfarkt Symptome bei Frauen
Frauen zeigen im Gegensatz zu Männern häufig andere Symptome. Nur ca. ein Drittel klagt über Brustschmerzen, meist stehen Magenbeschwerden bis hin zum Erbrechen und/oder Kurzatmigkeit im Vordergrund. Viele Patientinnen berichten über vorangegangene Schlaflosigkeit und Müdigkeit.
Symptome nach Lokalisation des Verschlusses
Je nach Lokalisation des Verschlusses unterscheidet sich die Symptomatik. Bei einem sogenannten Hinterwandinfarkt ist die rechte Herzkranzarterie betroffen, dies führt zu Symptomen im Oberbauch (Schmerzen im Oberbauch). Von einem Vorderwandinfarkt sprechen wir, wenn die linke Arterie betroffen ist. Hierbei sind die Symptome im Brustbereich deutlicher.
Erstmaßnahmen bei Herzinfarkt
Es gibt einige wenige Erstmaßnahmen, die einfach zu befolgen sind und vielfach lebensrettende Wirkung haben:
- Einen Notarzt alarmieren (Notrufnummer 112).
- Die betroffene Person nicht alleine lassen.
- Den Oberkörper des Patienten hochlagern.
- Eventuelle Beengende der Kleidung entfernen.
- Das Fenster öffnen.
Diagnose und Differentialdiagnostik
Die Diagnose lässt sich anhand von EKG, Blutuntersuchung und gegebenenfalls durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens erstellen.
EKG:
Im EKG zeigen sich infarkttypische Symptome anhand von Veränderungen der Herzströme, wodurch sich Größe, Lokalisation und Alter des Infarkts bestimmen lassen. Oftmals ist dies jedoch erst einige Stunden nach Auftreten des Infarktes sichtbar.
Blutuntersuchung:
Bei der Blutuntersuchung ist die Blutsenkungsgeschwindigkeit erhöht. Über die erhöhten herzmuskeltypischen Enzyme Troponin T und die Kreatinphosphokinase lässt sich mit Hilfe eines Schnelltests eine sichere Diagnose stellen. Etwa 6 Stunden nach dem Geschehen zeigen sich weitere Enzyme im Blut erhöht.
Herzultraschall (Echokardiographie)
Bei der Echokardiographie können die Herzwände, Herzklappen, Herzhöhlen, sowie die Beweglichkeit des Herzens und somit die Pumpfunktion des Herzens beurteilt werden. Ist die Durchblutung durch einen Infarkt unterbrochen, ist dies im Herzultraschall sichtbar. Der betreffende Herzabschnitt bewegt sich nicht normal.
Differentialdiagnostisch könnte es sich aufgrund ähnlicher Symptomatik um Angina Pectoris, Lungenembolie, Spontanpneumothorax, ein akutes Abdomen (akute Bauchschmerzen), oder eine Gallenkolik handeln. Auch ein Brustwirbelsäulensyndrom kann sich ähnlich äußern.
Akutbehandlung beim Herzinfarkt
Patienten mit Herzinfarkt müssen auf der Intensivstation überwacht und behandelt werden, da es besonders in der Akutphase zu Komplikationen kommen kann, die sofort intensivmedizinisch behandelt werden müssen.
Lysetherapie
Ziel der Lysetherapie ist es, den Thrombus (Blutgerinnsel) in den Herzkranzgefäßen medikamentös aufzulösen. Am erfolgversprechendsten ist sie innerhalb der ersten Stunden. Zumeist werden bereits vom Notarzt entsprechende Medikamente injiziert.
PTCA (Percutane Transluminale Coronare Angioplasie)/ Ballonaufdehnung (Ballondilatation)
Bei diesem Verfahren wird das verengte Gefäß mittels eines Herzkatheter-Eingriffs wieder erweitert. Unter Röntgenkontrolle wird der Ballonkatheter bis zur verengten Stelle geführt. Hier wird der Ballon aufgebläht, um so das verengte Gefäß zu dehnen und den natürlichen Blutfluss erneut zu ermöglichen. Oft wird die PTCA in Kombination mit einem Stent kombiniert. Beim Stent handelt es sich um ein medizinisches Implantat in Röhrchenform, das ein wiederkehrendes Verengen des Herzkranzgefäßes verhindern soll.
Langzeitbehandlung Herzinfarkt
Für die Therapie stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die unterschiedlich wirken und sich abhängig von der Symptomatik und der Größe des Infarktes verschieden kombinieren lassen.
- Acetylsalicylsäure hemmt das Verklumpen von Blutplättchen innerhalb des Gefäßsystems und verbessert somit die Fließeigenschaft des Blutes.
- Beta- Blocker senken die Herzfrequenz und den Blutdruck und somit den Sauerstoffbedarf des Herzens.
- Heparin verhindert die Thrombusvergrößerung.
- ACE – Hemmer erweitern die Blutgefäße, senken den Blutdruck und entlasten so das Herz.
Die medikamentöse Behandlung ist dann am erfolgversprechendsten, wenn der Infarkt-Patient gleichzeitig den eigenen Lebenswandel einer Prüfung unterzieht und im Zuge dessen Risikofaktoren ausschließt, auf die er Einfluss nehmen kann. So sollte er das Rauchen aufgeben, auf sein Gewicht achten und auf cholesterinarme Kost zurückgreifen. Darüber hinaus muss er sich überlegen, wie sich Stresssituationen künftig besser bewältigen lassen.
Dazu dient die ambulante oder stationäre Anschlussheilbehandlung (AHB), die in der Regel nach dem Krankenhausaufenthalt empfohlen wird. Diese meist drei Wochen dauernde Maßnahme soll durch Physiotherapie, dosiertes körperliches Training, Schulungsmaßnahmen und psychosoziale Betreuung eine möglichst gute und vollständige Wiedereingliederung in den Alltag ermöglichen.
Komplikationen und Folgeschäden
Insbesondere in den ersten Stunden, aber auch nach den ersten Tagen können Komplikationen auftreten. Bei etwa 80 Prozent der Herzinfarkt Patienten kommt es als Frühkomplikation zu Herzrhythmusstörungen wie Kammer- oder Vorhofflimmern. Dabei stellt das Kammerflimmern die häufigste Todesursache dar. Je mehr Herzmuskelgewebe nekrotisiert, desto größer ist die Gefahr einer Linksherzinsuffizienz gefolgt von einem Lungenstau bis hin zu einem Lungenödem. Ca. 15% der Patienten sind von einem kardiogenen Schock betroffen. Dieses lebensbedrohliche Kreislaufversagen mit schwerem Sauerstoffmangel des Organismus entsteht, wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut zu pumpen und den Körper zu versorgen.
Bis zu sechs Wochen nach dem Infarkt kann es zu Spätkomplikationen kommen. Dazu zählen Herzwandaneurysma (Aussackung der Herzwand), Lungenembolie und Perikarditis (Herzbeutelentzündung). Auch eine weiterbestehende Angina Pectoris oder gar erneute Herzinfarkte sind keine Seltenheit.
Naturheilkunde Therapien bei Herzerkrankungen
Auch naturheilkundliche Verfahren können unterstützend zur Schulmedizinischen Therapie von Herzerkrankungen angewandt werden.
Homöopathie Herzinfarkt
Einer ausführlichen Anamnese folgt eine entsprechende Repertorisation, die zum Mittel der Wahl führt. Konstitutionelle Mittel, die bei Herzerkrankungen in Frage kommen, sind: Aurum metallicum, Aconitum, Apis mellifica, Arnica, Asenicum album, Kalium carbonicum, Phosphor, Veratum album. Den charakteristischen Allgemein- und Gemütssymptomen entsprechend können auch andere Konstitutionsmittel in Frage kommen.
Setzt man Komplexmittel ein, so enthalten diese oft Aconitum (plötzlicher Beginn mit stechenden Schmerzen, in die linke Schulter ausstrahlend, Angst, Tachykardie), Aurum (bei Herzbeklemmung, Hypertonie), Cactus (bei krampfartigen Herzschmerzen, niedrigem Blutdruck) oder Amni visnaga (bei Angina pectoris, Koronarspasmen).
Ernährungstherapie und orthomolekulare Therapie
Zur Minimierung der Risikofaktoren ist für Patienten mit koronarer Herzkrankheit grundsätzlich eine basenüberschüssige, überwiegend laktovegetabile und cholesterinarme Vollwerternährung zu erwägen. Leidet der Patient an Übergewicht, so sollte das Gewicht schonend reduziert werden. Bei Hinweisen auf eine Übersäuerung des Organismus empfiehlt sich eine Entsäuerung durch Basensalze. Des weiteren belegen Studien die positive Auswirkung, die die Gabe von Magnesium bei Prävention und Therapie von Angina pectoris und Herzinfarkt hervorrufen kann.
Manuelle Therapie und Fasziendistorsionsmodell
Auch sanfte manualtherapeutische oder osteopathische Verfahren können für herzkranke Patienten von Nutzen sein. Zur Verbesserung der peripheren Durchblutung eignen sich entsprechende Massagen, deren entspannender Effekt sich zusätzlich positiv auf das Befinden des Patienten auswirkt. Die österreichische Osteopathin Gudrun Wagner, D.O. aus Wien hat Behandlungstechniken entwickelt, die nach Aussagen des „Leitfaden Viszerale Osteopathie“ das „anatomisch- physiologische Zentrum der Herzentwicklung und -funktion in den Mittelpunkt“ des Behandlungsansatzes stellt. Sonstige Ansätze in der Osteopathie wie zum Beispiel von den französischen Osteopathen Jean Pierre Barral und Pierre Mercier gehen nach der Atembewegung und anatomischen Verbindungen.
Der Begründer der manuellen Methode des Fasziendistorsionsmodell (FDM), Dr. Stephen Typaldos, sah den Infarkt eher als eine Problematik der Faszien der Koronararterien und Bänder des Herzens an, für die er sich eine chirurgische Behandlung vorstellen konnte. Die Koronararterien konnten nach seinen Beobachtungen Zylinderdistorsionen oder Triggerbänder oder Kombinationen aus beiden Fasziendistorsionen haben.
Phytotherapie
Verschiedene standardisierte Pflanzenextrakte können die Entstehungsursachen einer Herzerkrankung beeinflussen. So können etwa durchblutungsfördernde (z.B. Ginkgo) oder gefäßschützende Phytopharmaka (z.B. Knoblauch) für viele Patienten von nutzen sein. Besonders hilfreich sind Präparate aus Weißdorn. Diese Heilpflanze verbessert sowohl die Koronardurchblutung als auch die Kontraktilität des Herzmuskels.
Ordnungstherapie
Eine wichtige Rolle für die Genesung von Herzpatienten spielt die Ausschaltung bestehender Risikofaktoren. Eine Lebensart, die ein gesundes Maß an Bewegung, aber auch die nötigen Ruhephasen zulässt und so den Abbau von Stress ermöglicht, ist unerlässlich um das Risiko von (weiteren) Infarkten zu senken. Abhängig vom Befund des Belastungs-EKGs ist leichter Sport ohne Überlastung sowie Ausdauertraining wie Spazierengehen oder Radfahren zu empfehlen. Auf Stressvermeidung zielen Entspannungsverfahren wie Autogenes Training, Selbsthypnose oder Muskelentspannung nach Jacobson ab. (jb)






