Weltweit sterben Millionen Menschen an Krebs wegen unzureichender Therapie

Fabian Peters
Millionen Krebskranke weltweit sterben wegen fehlender Behandlung
In den vergangenen Jahrzehnten wurden enorme Fortschritte bei Krebs-Therapien erreicht. Allerdings profitieren davon längst nicht alle Patienten. In armen Ländern sterben jedes Jahr Millionen Krebskranke, weil sie nicht behandelt werden.

Viele Kranke profitieren nicht vom medizinischen Fortschritt
In die bessere Erforschung von Krebs wird seit Jahrzehnten enorm viel Arbeitskraft und Geld gesteckt. In manchen Bereichen der Diagnose und Therapie konnten dabei auch große Fortschritte erzielt werden. So sind zum Beispiel heute manche Krebsarten wie Brust- oder Darmkrebs früher erkennbar beziehungsweise besser behandelbar. Allerdings profitieren längst nicht alle Patienten von den medizinischen Fortschritten. Noch immer sterben weltweit jedes Jahr Millionen Krebspatienten mangels geeigneter Therapie. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals „The Lancet Oncology“ veröffentlicht und bei einem Kongress in Wien vorgestellt wurde.

Weltweit sterben jährlich Millionen Menschen an Krebs, weil sie nicht die richtige Therapie erhalten. (Bild: Photographee.eu/fotolia.com)
Weltweit sterben jährlich Millionen Menschen an Krebs, weil sie nicht die richtige Therapie erhalten. (Bild: Photographee.eu/fotolia.com)

Milliardeninvestitionen wären nötig
Demnach fehlt es in vielen Ländern sowohl an geeigneten chirurgischen Interventionen als auch an der notwendigen Ausstattung für Strahlentherapie,  schreiben die Forscher an anderer Stelle in dem Magazin. Von den rund zwölf Millionen Krebskranken, bei denen eine Strahlentherapie helfen könne, komme diese Behandlungsmethode lediglich 40 bis 60 Prozent zugute, befand die zuständige Fachkommission des Kongresses. Den Wissenschaftlern zufolge könnten rund 27 Millionen Lebensjahre gerettet werden, wenn bis zum Jahr 2035 etwa 90 Milliarden Euro in Apparaturen für die Strahlentherapie investiert würden.

Patienten müssen aus finanziellen Gründen auf Behandlung verzichten
Richard Sullivan vom King’s College in London erläuterte laut einer Mitteilung der Nachrichtenagentur AFP, dass in den Ländern mit geringem Einkommen derzeit nur jeder 20. Patient zumindest elementar chirurgisch versorgt werde. In Ländern mit mittlerem Einkommen hingegen liege der Vergleichswert bei einem von fünf Patienten. Erhebungen der Experten zufolge verarmt in den weniger reichen Ländern etwa jeder dritte Krebspatient, wenn er sich operieren lässt. Angesichts der hohen Kosten verzichtet ein Viertel der Krebskranken auf eine Behandlung. (ad)