WHO warnt vor Energy Drinks

Heilpraxisnet

Zu viel Koffein in Energy Drinks

17.10.2014

Der Absatz von Energy Drinks boomt. Laut einer Studie von Wissenschaftlern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind die Umsätze der aufputschenden Getränke weltweit zwischen 2008 und 2012 um 60 Prozent gestiegen. Angesichts des zunehmenden Konsums von Energy Drinks warnen die Forscher vor den gesundheitlichen Risiken der koffein- und zuckerhaltigen Getränke. Insbesondere in Verbindung mit Alkohol können die „Wachmacher“ laut der Studie erhebliche gesundheitliche Schäden verursachen.

Hoher Koffein-Gehalt in Energy Drinks ist gesundheitsschädigend
„Mit zunehmendem Verbrauch und einer wachsenden Zahl der gemeldeten Fälle von gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die mit dem Konsum von Energy Drinks in Zusammenhang stehen, haben die Bedenken hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen dieser Produkte sowohl unter Wissenschaftlern als auch in der Öffentlichkeit zugenommen“, schreiben die Forscher in ihrer Studie.

Für ihre Untersuchung, eine Übersichtsarbeit, werteten die WHO-Forscher bestehendes Datenmaterial aus. Demnach ist vor allem der Koffeingehalt der Energy Drinks gesundheitsschädigend. So wird eine Koffein-Überdosis mit Bluthochdruck, Herzrasen, Krämpfen, Übelkeit und Erbrechen – im schlimmsten Fall mit Todesfolge – in Verbindung gebracht. Laut den Forschern sei bei Jugendlichen, bei denen Energy Drinks besonders beliebt sind, der Konsum der Getränke vor allem mit einem erhöhten Risiko für Typ 2-Diabetes und arteriellen Bluthochdruck verbunden. Aufgrund des hohen Koffein-Konsums würden die Zellen weniger sensibel auf Insulin ansprechen. Dadurch wird der Zucker schlechter in die Zellen transportiert, so dass ein hoher Blutzuckerspiegel entsteht. Besonders dramatische Folgen können Energy Drinks auch bei Schwangeren haben. „Beischwangeren Frauen erhöht ein hoher Koffein-Konsum das Risiko von späten Fehlgeburten“, heißt es in der Studie.

Zwar könne generell auch Kaffee einen hohen Koffeingehalt haben, jedoch sei dieser meist heiß und werde deshalb langsamer getrunken, so die Forscher. Außerdem seien mittlerweile neue Energy-Drink-Marken mit extrem hohen Koffeingehalten erhältlich. Koffein könne bei Kindern und Jugendlichen das Gehirn und das Herz-Kreislauf-System beeinflussen und zudem körperlich abhängig machen.

Der hohe Zuckergehalt der Getränke führe zudem zu einem erhöhten Risiko für Übergewicht. Hinzu kämen Zahnschäden durch die Kombination von Säure und Zucker, schreiben die Forscher.

Energy Drinks in Kombination mit Alkohol bergen ein hohes gesundheitliches Risiko
Besonders kritisch sehen die Experten die Kombination von Energy Drinks und Alkohol. „Eine Studie von US-amerikanischen College-Studenten zeigt, dass diejenigen, die berichteten, Energy Drinks mit Alkohol zu kombinieren, im Vergleich zu denen, die nur Alkohol trinken, eher die negativen Folgen aufgrund des eigenen Trinkens erleben“, schreiben die Forscher. „Der Konsum von großen Mengen an Koffein in Energy-Drinks reduziert die Müdigkeit, ohne dabei die Auswirkungen von Alkohol zu mindern, was zu einem Zustand der ‚hellwachen Trunkenheit‘ führt, so dass der Konsument länger wach bleibt und weiter trinken kann.“

Selbst wenn Energy-Drinks nicht mit Alkohol getrunken werden, könnten sie laut der Studie das Risiko für Alkoholabhängigkeit erhöhen. Eine Hypothese besage, dass bestimmte Effekte von Koffein auf das Gehirn Suchtverhalten begünstigen können.

Weniger bekannt ist die Wirkung von Koffein und Taurin, das ebenfalls in Energy Drinks enthalten ist. Hier müssten weitere Studien bezüglich der Langzeitwirkung folgen, so die Forscher.

Auch unter Sportlern erfreuen sich Engery Drinks immer größerer Beliebtheit. Die Forscher warnen jedoch explizit vor körperlicher Aktivität und dem Konsum der koffeinhaltigen Getränke. So sei ein 28-jähriger US-Amerikaner, der fünf Stunden vor einem Basketball-Spiel drei Dosen Energy Drinks getrunken hat, nach einer halben Stunde auf dem Spielfeld bewusstlos zusammengebrochen. Er erlitt einen Herzstillstand und starb drei Tage später an den Folgen. Zwar konnte kein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Todesfall und den Energy Drinks hergestellt werden, jedoch fordern die Forscher dennoch weitere Untersuchungen. (ag)

Bild: andi-h / pixelio.de