Wieso intelligente Freunde und Familien Menschen schlauer machen

Sicherlich hat jeder von uns schon in seinem Leben einmal gehört, dass man sich seinen Umgang genau aussuchen sollte. Freunde, Bekannte, Arbeitkollegen und Familienmitglieder haben einen großen Einfluß auf unser Handeln und unsere  Ansichten. Forscher stellten jetzt fest, dass unser Umfeld sogar unseren IQ erhöhen oder auch verringern kann. (Bild: tai111/fotolia.com)
Alexander Stindt
Der Umgang mit intellektuellen Menschen kann den IQ erhöhen
Sicherlich haben unsere Freunde, Bekannte, Geschwister, Kollegen und Partner einen gewissen Einfluss auf unser Verhalten und unsere Ansichten. Aber wirken sich diese Personen auch direkt auf unsere Intelligenz aus? Forscher fanden jetzt heraus, dass unser Intelligenzquotient (IQ) im Erwachsenenalter erhöht werden kann, wenn wir unsere Zeit mit intelligenten Personen verbringen.

Unsere Intelligenz scheint nicht festgelegt zu sein. Es wäre demnach möglich, dass unser näheres Umfeld die menschliche Intelligenz beeinflusst. Mediziner stellten jetzt bei einer Untersuchung fest, dass unser sogenannter IQ um einige Punkte steigen kann, wenn wir uns viel mit intelligenten Menschen umgeben. Die Stimulation durch intellektuelle Kollegen, Partner, Freunde oder Familienmitglieder erhöht also unsere Intelligenz. Die Ergebnisse der Studie werden im nächsten Monat von Professor James Flynn von der University of Otago in einen Buch veröffentlicht.

Sicherlich hat jeder von uns schon in seinem Leben einmal gehört, dass man sich seinen Umgang genau aussuchen sollte. Freunde, Bekannte, Arbeitkollegen und Familienmitglieder haben einen großen Einfluß auf unser Handeln und unsere  Ansichten. Forscher stellten jetzt fest, dass unser Umfeld sogar unseren IQ erhöhen oder auch verringern kann. (Bild: tai111/fotolia.com)
Sicherlich hat jeder von uns schon in seinem Leben einmal gehört, dass man sich seinen Umgang genau aussuchen sollte. Freunde, Bekannte, Arbeitkollegen und Familienmitglieder haben einen großen Einfluß auf unser Handeln und unsere Ansichten. Forscher stellten jetzt fest, dass unser Umfeld sogar unseren IQ erhöhen oder auch verringern kann. (Bild: tai111/fotolia.com)

Personen in Ihrem Umfeld können sie schlauer aber auch dümmer machen
Eine weitverbreitete Vorstellung nimmt an, dass Intelligenz ab einem Alter von 18 Jahren „statisch“ ist. Wissenschaftliche Erkenntnisse legten nahe, dass die Intelligenz maßgeblich von Genen bestimmt wird. Natürlich spielen auch Umweltfaktoren wie Schulbildung und Ernährung eine wichtige Rolle für unseren IQ, aber ab einem Alter von 18 Jahren stabilisiert sich der IQ-Wert. Eine neue Studie versuchte jetzt, diese Annahme zu widerlegen. Dabei hatten die Mediziner tatsächlich Erfolg. Es gelang ihnen festzustellen, dass unsere Intelligenz durch unser Umfeld beeinflusst wird. Der IQ könne dadurch steigen oder auch sinken, auch im gehobenen Alter. Menschen können ihre eigene Intelligenz im Laufe des Lebens „upgraden“, wenn sie sich mit den richtigen Personen umgeben, erläutert Buchautor Professor James Flynn von der University of Otago in Neuseeland gegenüber der Zeitschrift „Tech Times“.

Das Gehirn ist wie ein Muskel, auch im Alter kann es trainiert und verstärkt werden
Das Gehirn ist wie ein Muskel. Je mehr Sie ihn verwenden, desto stärker wird er. Entscheidend dabei ist die intellektuelle Anregung von anderen Menschen, erklärt der Mediziner. Allerdings ist auch das Gegenteil möglich. Wenn Menschen in ihrem Haushalt oder am Arbeitsplatz nicht intellektuell herausgefordert werden, kann der IQ-Wert absinken, warnt der Autor. Professor Flynn analysierte US-Intelligenztests aus den letzten 65 Jahren und korrelierte die Ergebnisse mit dem Alter der Menschen. Dies ermöglichte es ihm neue Tabellen zu erstellen, die IQ und Alter mit einbezogen. Er fand dabei heraus, dass die kognitive Qualität einer Familie den IQ aller Mitglieder verändert, vor allem die Intelligenz der Kinder. Diese Qualität könne entweder eine Steigerung des IQ bewirken oder diesen sogar verringern, abhängig von der Intelligenz der Geschwister und Eltern, erklärt Professor Flynn.

Auswirkung von schlauen Familienmitgliedern auf den IQ
Ein kluges zehn Jahre altes Kind mit Brüdern und Schwestern von durchschnittlicher Intelligenz wird eine Nachteil von fünf bis zehn Punkten beim IQ haben, verglichen mit einem ähnlichen Kind mit gleich schlauen Geschwistern, sagen die Experten. Allerdings konnten Kinder mit einem niedrigeren IQ sechs bis acht Punkte gewinnen, wenn sie kluge Geschwister hatten und spezielle pädagogische Behandlung erhielten. Professor Flynns Buch: „Kann Ihre Familie Sie intelligenter machen?“ wird im nächsten Monat erscheinen. Das Buch kommt auch zu dem Schluss, dass obwohl Genetik und frühe Lebenserfahrungen zu etwa 80 Prozent beeinflussen, wie intelligent wir werden. Die restlichen 20 Prozent seien mit unserem Lifestyle verbunden. Das bedeutet, dass Menschen in ihrem Umfeld ihren IQ um bis zu 10 Punkte steigern oder auch verringern können, erläutert der Forscher.

Tipps zur Steigerung des IQ und Erklärung des Flynn-Effekts
Sie können ihren IQ selbst ändern, durch ihr Umfeld und eigene Bemühungen. Der beste Weg seinen IQ zu steigern, ist mit klugen Menschen Freundschaften zu knüpfen, eine intellektuell herausfordernde Aufgabe zu finden und eine schlaue Person zu heiraten, schlägt Professor Flynn vor. Der Psychologe wurde in der Fachwelt berühmt, mit dem Nachweis einer langfristigen Steigerung der Intelligenz der Bevölkerung. Dieses Phänomen wird deswegen als der Flynn-Effekt bezeichnet. Der Mediziner stellte fest, dass seit dem Jahr 1930 der durchschnittlichen IQ um drei Punkte pro Jahrzehnt anstieg. Es wird angenommen, dass die Ursache hierfür eine Kombination von Faktoren ist, einschließlich der Verbesserung von Bildung, Ernährung und einer immer komplexer werdenden Welt, die uns Menschen mehr intellektuell anregt, erklärt Professor Flynn. (as)

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