Efeu-Extrakt löst den Husten

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Wissenschaftler entschlüsseln: Wie Efeu-Extrakt den Husten löst

Atemwegsinfekte sind der häufigste Anlass für Krankschreibungen in Deutschland. Nach Daten der AOK geht jeder fünfte Arbeitsunfähigkeitsfall (23,1 Prozent) auf diese Krankheitsgruppe zurück. Die wohl am meisten belastende Begleiterscheinung akuter Entzündungen der Atemwege ist der Husten. Zum Glück bietet die Pflanzenmedizin zu seiner Behandlung seit je wirksame und gut verträgliche Hilfen an.

Die immergrünen Blätter von Efeu (Hedera helix Linné) enthalten eine Reihe medizinisch wirksamer Substanzen. Richtig aufbereitet führen Efeu-Extrakte zu einer Entspannung der Bronchialmuskulatur, lösen den Schleim, erleichtern das Abhusten und steigern die Produktion des Sekrets in den oberen Atemwegen.

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Dass Efeu-Zubereitungen wirksam sind, war schon länger bekannt. Der eigentliche Wirkmechanismus konnte jedoch erst kürzlich entschlüsselt werden. Prof. Dr. Hanns Häberlein vom Institut für Biochemie und Molekularbiologie der Universität Bonn stellte in München die Ergebnisse seiner neuesten Experimente vor, in denen er die Wirkungsweise von Efeu-Trockenextrakt auf die Bronchialmuskulatur untersuchte (veröffentlicht in Phytomedicine, doi: 10.1016/j.phymed.2010.05.010).

Die von der Bonner Arbeitsgruppe ermittelten biochemischen Zusammenhänge sind zugegebenermaßen höchst kompliziert. Professor Häberlein: „Therapeutische Relevanz haben vor allem die in Efeu enthaltenen Saponine, insbesondere das a-Hederin. In Zellen der glatten Bronchialmuskulatur führt a-Hederin dazu, dass bestimmte (sog. ß2-adrenergen) Rezeptoren länger funktionsfähig bleiben und durch das körpereigene Adrenalin optimal aktiviert werden können. Adrenalin ist der physiologisch stärkste Bronchodilatator und vermittelt eine Verminderung der intrazellulären Kalzium-Konzentration, was bei einer Bronchitis zu einer Entspannung der verkrampften Bronchialmuskulatur führt“.

Der Arbeitsgruppe ist es gelungen, diesen Effekt des Efeu-Wirkstoffs a-Hederin mit Hilfe von Kraftmessungen an isolierten Muskelstreifen aus der Luftröhre von Rindern nachzuweisen. Die Untersuchungen ergaben, dass es unter dem Einfluss der Substanz zu einer isometrisch messbar verbesserten Relaxation der Muskeln in den Atemwegen kommt. (kfn, 15.12.2010)