Zahnfleischentzündung: Rauchen verstärkt das Zahnverlust-Risiko

Sebastian
Deutlich erhöhtes Risiko für Zahnverlust durch Rauchen
Ein internationales Forscherteam stellte im Rahmen einer Langzeitstudie fest, dass Rauchen das Risiko für Zahnverlust deutlich erhöht. Zurückzuführen ist das auf häufigere Zahnfleischentzündungen von Tabakkonsumenten. Das Risiko kann aber auch schnell wieder verringert werden.

Erhöhtes Risiko für frühen Zahnverlust
Dass Rauchen der Gesundheit schadet, ist lange bekannt. Immer wieder werden neue Untersuchungen veröffentlicht, die weitere Gefahren des Tabakkonsums belegen. Eine vor kurzem veröffentlichte Langzeitstudie eines internationalen Forscherteams zeigt nun, dass Raucher auch ein deutlich erhöhtes Risiko haben, ihre Zähne bereits in jungen Jahren zu verlieren. Laut der Untersuchung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) unter Leitung von Heiner Boeing lag das Risiko für Raucher, ihre Zähne vorzeitig zu verlieren, im Vergleich zu Nichtrauchern, um das 2,5- bis 3,6-Fache höher. Die Wissenschaftler hatten über 23.300 Teilnehmer beobachtet. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachmagazin „Journal of Dental Research“ veröffentlicht.

Häufigere Zahnfleischentzündungen bei Rauchern
Wie das DIfE betonte, seien Karies und Zahnfleischentzündungen Hauptursachen für Zahnausfall. Zahnmediziner raten daher auch immer wieder, auf Zahnfleischbluten und andere typische Hinweise zu achten, um drohenden Zahnverlust zu vermeiden. Laut den Studienautoren sei Rauchen ein Risikofaktor für Parodontitis. Daher gehe der Zusammenhang zwischen Rauchen und Zahnverlust auf häufigere Zahnfleischentzündungen bei den Tabakkonsumenten zurück. Inwieweit Rauchen auch das Risiko für Karies erhöht, sei bislang nicht geklärt.

Erhöhtes Risiko für Zahnverlust durch tägliches Rauchen. Bild: Henrie-fotolia
Erhöhtes Risiko für Zahnverlust durch tägliches Rauchen. Bild: Henrie-fotolia

Risiko schnell durch Rauchstopp verringern
Die Forscher haben aber auch eine gute Nachricht. Sie berichteten, dass Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, ihr Risikoniveau bereits schon nach kurzer Zeit verringern und schließlich auf das einer Person senken können, die niemals geraucht hat. „Letzteres kann allerdings über 10 Jahre dauern“, erklärte Erstautor Thomas Dietrich von der Universität Birmingham (Großbritannien). Studienleiter Heiner Boeing sagte, man müsse Menschen davon überzeugen, „Nichtraucher zu bleiben oder es jetzt zu werden werden. Rauchen verkürzt die Lebenszeit. Nicht zu rauchen ist gut für Lunge und Gefäße und führt nach unseren Erkenntnissen auch zu einer guten Zahngesundheit bis ins hohe Alter.“

Ohne Rauchen geht es den Menschen besser
Über 20 Prozent der deutschen Bevölkerung im Alter von 65 bis 74 Jahren sind laut DIfE von Zahnlosigkeit betroffen. Bereits frühere Studien hätten darauf hingewiesen, dass Rauchen das Risiko für frühen Zahnausfall erhöhe. Die neue Langzeitstudie untermauere die Befunde. Wie das Rauchen aufhören funktioniert, ist stark abhängig von den einzelnen Individuen. Manchen helfen Nikotinpflaster oder -kaugummis, andere setzen auf eine Verhaltenstherapie. Die Angst vor dem Aufhören ist laut Gesundheitsexperten jedenfalls unbegründet. Untersuchungen zeigten dass es ehemaligen Tabakkonsumenten nach dem Rauchstopp deutlich besser ging. (ad)