Zeitumstellung: Probleme mit der Winterzeit

Fabian Peters

Blauhaltiges Licht gegen Störungen des Biorhythmus

25.10.2013

Am letzten Sonntag im Oktober endet, wie jedes Jahr, die Sommerzeit. In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren von drei Uhr auf zwei Uhr zurückgestellt. Wurde die Sommerzeit eigentlich eingeführt, um das Tageslicht besser auszunutzen und Energie zu sparen, steht heute fest, dass dieser Ansatz keinen Erfolg gebracht hat. Allerdings zeigt die Zeitumstellung bei vielen Menschen einen massiven Einfluss auf den Biorhythmus. Nicht nur weil sich ihre Schlafzeiten um eine Stunde verschieben, sondern zum Beispiel auch weil die gewohnten Essenszeiten sich verändern.

Seit 1980 gibt es in Deutschland die Sommerzeit, bei der die Uhren am ersten Sonntag im März jedes Jahres gegenüber der Normalzeit (der heutigen Winterzeit) um eine Stunde vorgestellt werden. Der Grundgedanke war eine bessere Ausnutzung des natürlichen Lichtes zur Energieeinsparung insbesondere angesichts der Ölkrise 1973. Seit dem Jahr 2001 gilt die „mitteleuropäische Sommerzeit“ in der gesamten Europäischen Union (EU). Die Zeitumstellung bleibt bis heute jedoch umstritten, da die erhofften Energieeinsparungen nicht realisiert werden konnten und viele Menschen sich mit der plötzlichen Zeitverschiebung äußerst schwer tun. Der Biorhythmus braucht einige Zeit, um sich der Verschiebung anzupassen.

Biorhythmus reagiert empfindlich auf die Zeitumstellung
Grundsätzlich ist bei den Effekten der Zeitumstellung zwischen Lerchen- und Eulen-Typen zu unterscheiden. Lerchen-Typen sind Menschen, die in den frühen Morgenstunden wach werden und ihre aktivste Phase relativ früh am Tag erreichen, während Eulen-Menschen eher Langschläfer sind, die bis in die späten Abendstunden aktiv bleiben. Die Eulen-Typen haben insbesondere bei der Umstellung auf die Sommerzeit erhebliche Probleme, während die Lerchen-Typen bei der nun anstehenden Umstellung auf die Winterzeit vermehrt Schwierigkeiten mit dem Biorhythmus zeigen. Sie werden morgens lange vor der Arbeit wach und sind dafür häufig schon am frühen Nachmittag so müde, dass sie sich hinlegen könnten. Allgemein zeigen jedoch alle Menschen einen mehr oder weniger starken Effekt der Zeitumstellung auf ihren Biorhythmus. Die Verschiebung der Hell-Dunkel-Phasen im Verhältnis zur Uhrzeit und dem gewohnten Tagesrhythmus führt zum Beispiel dazu, dass viele Menschen in den Tagen nach der Zeitumstellung mit Schlafproblemen zu kämpfen haben, was wiederum zu Konzentrationsstörungen und vermehrter Müdigkeit im Tagesverlauf führen kann.

Vier von zehn Deutschen haben Schlafprobleme durch die Zeitumstellung
Die negativen Effekte der Zeitumstellung auf den Schlafrhythmus bestätigt auch eine aktuelle repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH). Mehr als 1.000 Teilnehmer wurde dabei zu den empfundenen Auswirkungen der Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit befragt. Den Ergebnissen der Umfrage zufolge „haben vier von zehn Deutschen Probleme durch die Zeitumstellung – Frauen (46 Prozent) deutlich mehr als Männer (36 Prozent)“, so die Mitteilung der KKH. Die meisten Betroffenen würden einige Tage brauchen, um wieder zurück zu ihrem normalen Schlafrhythmus zu finden. Neun Prozent der Frauen und vier Prozent der Männer hätten angegeben, dass sie unter der Zeitumstellung regelrecht leiden.

Veränderungen des Schlafverhaltens im Herbst und Winter
Die Umfrage ergab des Weiteren, dass allgemein die Frauen offenbar in der bevorstehenden dunklen Jahreszeit mit stärkeren Anpassungen des Schlafverhaltens zu kämpfen haben, als Männer, berichtet die KKH. So hätte knapp die Hälfte der Frauen angegeben, dass sie im Herbst und Winter mehr schlafen als im Sommerhalbjahr. Von den Männern brauchte nach eigenen Angaben nur ein Drittel im Winter und Herbst mehr Schlaf als im Sommer. Auch wenn der Schlafbedarf in der dunklen Jahreszeit steigt, sollte man „den Tag nicht komplett verschlafen“, betont Harry Konrad vom KKH-Serviceteam Gießen in der aktuellen Pressemitteilung der Krankenkasse. Denn Bewegung an der frischen Luft kurbele den Kreislauf an, aktiviere Körperzellen und könne so das Immunsystem stärken. „Zudem ist Sonnenlicht wichtig für die Bildung von Vitamin D, einem weiteren natürlichen Helfer gegen drohende Erkältungen“, so Konrad weiter.

Blauhaltiges Licht gegen die Müdigkeit
Als Tipp für die Lerchentyp-Menschen zur Kompensation der Biorhythmusstörungen durch die Zeitumstellung am Sonntag nennt der Chefarzt der Klinik Schlafmedizin am Berliner St. Hedwig-Krankenhaus, Dieter Kunz, in einer aktuellen Pressemitteilung der Nachrichtenagentur „dpa“ blauhaltiges Licht. Sobald es dunkel werde, sollten die Lerchen-Typen dieses anschalten, da das Licht mit hohem Blauanteil munter mache und helfe die chronische Müdigkeit zu überwinden, erläuterte der Experte. Licht mit besonders hohem Blauanteil erzeugen zum Beispiel spezielle Leuchten gegen Winterdepressionen aus der Apotheke. (fp)

Bild: Simone Hainz / pixelio.de