Das Immunsystem stärken

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Wie das Immunsystem natürlich gestärkt werden kann

Das Immunsystem besteht nicht nur aus einem Organ sondern, so wie es der Name schon verrät, aus einem ganzen System. So gehören zu dem Immunsystem alle lymphatischen Organe, lymphatischen Gewebe, Hormonsystem und Nervensystem. Bei dieser Komplexität ist verständlich, dass sich Einflüsse, wie Stress, massive Belastungen im Leben oder aber auch Hormonschwankungen auf das Immunsystem negativ auswirken können. Um das Immunsystem zu stärken, müssen verschiedene Aspekte bedacht und organübergreifend therapiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Das Immunsystem stärken
Das Abwehrsystem
Zellen der Abwehr
Unspezifische Abwehr
Spezifische Abwehr
Das Immunsystem
Ursachen für ein schwaches Immunsystem
Stärkung des Immunsystems

Das Abwehrsystem

Zu den Organen des Abwehrsystems gehören das Knochenmark, die Milz, der Thymus, Lymphknoten, Rachen- Zunge- und Gaumenmandeln und das lymphatische Gewebe im Darm. Die Zellen, die mit der Abwehr beschäftigt sind, entwickeln sich alle aus einer sogenannten Stammzelle im Knochenmark. Anschließend wandern diese Zellen dann an die verschiedensten Stellen im Körper, um dort ihrer Abwehrarbeit nachzukommen. Die Organe und das Gewebe des Immunsystems werden in zwei Kategorien eingeteilt. Einmal in die primären lymphatischen Organe, wie Thymus und Knochenmark. Hier reifen die unreifen Immunzellen zu sogenannten immunkompetenten Zellen heran und gelangen dann in die zweite Kategorie, die sekundären lymphatischen Organe. Diese bestehen aus den Lymphknoten, dem sogenannten lymphatischen Rachenring (Rachen-, Zungen- und Gaumenmandeln), der Milz, den Peyer-Plaques (lymphatisches Gewebe im Dünndarm) und weiteren Lymphgeweben im Körper. Dort gehen die Immunzellen ihrer Arbeit nach.

Ein Baby kommt mit einem sogenannten Nestschutz auf die Welt. Das bedeutet, dass die Mutter, solange das Kind noch im Mutterleib ist, plazentagängige Antikörper auf das Ungeborene, sogenannte IgG (Immunglobuline der Klasse G), überträgt. Somit besitzt das Kind gleich nach der Geburt für die ersten Monate eine passive Immunität in Bezug auf Krankheiten, wie z.B. Masern, Röteln und Mumps. Nach den ersten Monaten sinkt dieser Antikörperspiegel im Blut ab und die Kleinen sind in den ersten Lebensjahren äußerst anfällig für Infektionen. Der Oragnismus des Kindes wird im weiteren Lebensverlauf mit vielen Erregern konfrontiert und legt sich dadurch, über Jahre hinweg, selbst eine aktive Immunität zu.

Zellen der Abwehr

Die eigentlichen Abwehrzellen gehören alle zu der Gruppe der Leukozyten (weiße Blutkörperchen). Diese werden aus der Stammzelle im Knochenmark gebildet. Diese Vorläuferzellen der Leukozyten können zwei verschiedene Entwicklungswege einschlagen. Sie werden zu Granulozyten, Monozyten oder Makrophagen. Diese drei Zellarten gehören zu dem sogenannten unspezifischen Abwehrsystem. Oder sie entwickeln sich zu den lymphatischen Vorläuferzellen, aus denen dann später Lymphozyten oder natürliche Killerzellen werden. Diese Zellarten wiederum bilden einen Teil der spezifischen Abwehr.

Unspezifische Abwehr

Die unspezifische Abwehr ist für eine schnelle Reaktion verantwortlich. So ist zum Beispiel gewährleistet, dass die, bei einer kleinen Schnittwunde eingedrungenen Erreger, schnellstens unschädlich gemacht werden. Zu der unspezifischen Abwehr gehören auch Substanzen, die sich im Speichel befinden, um hier schnell für eine Abwehr zu sorgen.

Spezifische Abwehr

Diese Art der Abwehr braucht etwas länger, um effektiv wirken zu können. Die spezifische Abwehr hat die Gabe, sich Erreger merken zu können um bei einem erneuten Eindringen, sofort zu reagieren. Ein Beispiel dafür ist eine bereits durchgemachte Kinderkrankheit, die bei einem Neukontakt sofort vom Körper erkannt und abgewehrt wird. Das spezifische und das unspezifische Abwehrsystem arbeiten nicht getrennt sondern übergreifend. So kann die unspezifischen Abwehr zum Beispiel einen Erreger „markieren“, damit der von der spezifischen Abwehr anschließend schneller erkannt und eliminiert werden kann.

Abwehrkräfte und Immunität - Illustration Bakterien
Das Immunsystem ist entscheidend für die Abwehr von Krankheitserregern wie Viren oder Bakterien. (Bild: ag visuell/fotolia.com)

Das Immunsystem

Das Immunsystem ist kein isoliertes System, sondern arbeitet eng mit dem Abwehrsystem, dem Hormonsystem und auch dem Nervensystem zusammen. So ist das Immunsystem auch beeinflussbar durch Gedanken, Gefühle und Stress.

Das Immunsystem hat die Aufgabe abzuwehren, zu zerstören oder zu adaptieren. Hier gemeint ist nicht nur Arbeit auf der rein körperlichen Seite, sondern auch auf seelischer und geistiger Ebene. So gelingt es dem einen Menschen Dinge, die auf ihn einstürmen, abzuwehren und dabei gesund zu bleiben. Der andere reagiert auf nahezu dieselben Lebensumstände mit ständig wiederkehrenden Infekten.Jeder Mensch hat auch seine „schwachen“ Körperregionen, die am ehesten zu Erkrankung neigen, wenn Stress, Trauer oder massive Belastungen das Leben erschweren.

Ursachen für ein schwaches Immunsystem

Autoimmunerkrankungen, bei denen sich der Körper nicht gegen Eindringlinge richtet, sondern gegen körpereigene Eiweiße Antikörper bildet, gehören zu den Erkrankungen, bei denen es zu starken Störungen im Immunsystem kommt. Das Immunsystem bei diesen Erkrankungen zu stärken, erfordert große Vorsicht, da eine Stimulation des Immunsystems hier eventuell zu einer Verschlimmerung führen kann. Bei Autoimmunerkrankungen darf nur moduliert und niemals stimuliert werden.

Medikamente, wie Schmerzmittel oder Zytostatika können auch zu einer Schwäche des Immunsystems führen. Massive Nierenerkrankungen, bei denen es zu Eiweißverlusten kommt, Hungerzustand, Diabetes, Kinderkrankheiten oder über kurze Zeiträume auch akute und chronische Infektionen haben häufig ein gestörtes Immunsystem zur Folge. Übermäßiger Sport, massive Sonnenexposition, Hormonstörungen, Stress und starke seelische und körperliche Belastungen führen unter Umständen auch zu einem geschwächten Immunsystem.

Stärkung des Immunsystems

Um das Immunsystem zu stärken muss der Mensch als Ganzes gesehen werden. So sollte nicht nur etwas für die Körperabwehr getan, sondern auch der Mensch als Gesamtheit mit Seele und Geist gestärkt werden. Einerseits müssen die Schleimhäute in den Atemwegen und im Darm abgehärtet, andererseits aber die Betroffenen dabei unterstützt werden, zu einem inneren Gleichgewicht, zu einem Wohlfühlzustand zu gelangen. So ist kein allgemeingültiges Rezept vorhanden, das jedem Menschen bei der Stärkung seiner Abwehr hilft. Jeder Mensch reagiert individuell und genau so ist auch sein Immunsystem zu behandeln.

Steht die Psyche im Vordergrund, das heißt werden Betroffene stark durch seelische Belastungen in ihrer Abwehr beeinflusst, so muss hier als Erstes gegengesteuert werden. Ein passendes Entspannungsverfahren wie Yoga oder autogenes Training ist zu empfehlen.

Positiv die Seele stärkend wirkt auch eine ganz individuell abgestimmte Bachblütentherapie. Dr. Bach, der Begründer dieser Therapie, hat 38 Blüten entdeckt, bei der jede Blüte für sich für einen bestimmten Seelenzustand steht. So werden, individuell angepasst, die entsprechenden Blüten für den aktuellen Seelenzustand ermittelt und daraus eine Tropfenlösung für die orale Einnahme erstellt. Andere Therapeuten arbeiten mit der klassischen Homöopathie, die auch hier sehr erfolgreich eingesetzt werden kann. Nach einer ausführlichen Anamnese wird das, für den Menschen passende, homöopathische Mittel verabreicht.

Weitere naturheilkundliche Mittel für die Seele liegen im Bereich der Komplexhomöopathie (Arzneimittel aus mindestens zwei Wirkstoffen), der Schüssler-Salz-Therapie (Heilen mit Mineralsalzen), der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und der Aromatherapie (Heilen mit ätherischen Ölen).

Naturheilmittel, die das Immunsystem stärken sollen, wurden früher mit dem Begriff „Abhärtung“ bezeichnet. Dazu gehören Kneipp´sche Güsse, Sauna, und tägliche Bürstenmassagen. In der heutigen Naturheilkunde werden die Formulierungen Immunstimulation (Anregung der Immunantwort) und Immunmodulation (Veränderung der Immunantwort) gebraucht. Das Immunsystem unterliegt dabei heutzutage einer hohen Anforderung. Umweltgifte, Zivilisationskost und Stress bringen erhebliche Belastungen des Immunsystems mit sich. Deshalb wird in der Therapie meist eine Immunmodulation bevorzugt und auf eine Immunstimulation verzichtet.

Zu den Immunmodulatoren gehören Pflanzen wie Sonnehut (Echinacea), Mistel, Taigawurzel (Eleutherokokkus) oder der Lebensbaum (Thuja). Diese Pflanzen müssen jedoch in bestimmten Dosierungen und Potenzierungen eingesetzt werden, um auch ihre modulatorische Wirkung entfalten zu können. Eine häufig eingesetzte Therapie zur Stärkung des Immunsystems ist die Eigenbluttherapie. Dabei wird aus der Vene Blut entnommen und dem Körper direkt oder aufbereitet in Form einer intramuskulären (in den Muskel) oder subcutanten (unter die Haut) Injektion wieder zurückgegeben. Durch diese Injektion bildet sich eine Entzündung, die wie eine kleine Infektion den ganzen Körper betrifft. Daraufhin werden verschiedene Immunreaktionen ausgelöst, da das injizierte Blut als fremd erkannt wird. Durch die Aktivierung der Abwehr werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte angeregt und dadurch längerfristig das Immunsystem gestärkt. Bei einer Eigenbluttherapie wird meist über einen Zeitraum von 10 Wochen, einmal wöchentlich, Blut entnommen und injiziert. (sw)