ZMapp: Ebola-Wundermittel im Einsatz

Heilpraxisnet

Ist ZMapp das Wundermittel gegen Ebola?

23.08.2014

Auch wenn die Wirksamkeit des Medikaments ZMapp nicht eindeutig nachgewiesen ist, werden trotzdem große Hoffnungen in das sogenannte Wundermittel gegen Ebola gesetzt. Derzeit ist der Wirkstoff allerdings aufgebraucht.


Medikament zeigt bei mehreren Patienten Wirkung
Einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge zeigen mehrere Ebola-Patienten, die mit dem experimentellen Medikament „ZMapp“ behandelt wurden, Fortschritte. Mindestens sechs Menschen bekamen das Medikament bislang. Zwei US-amerikanische Ebola-Patienten sind geheilt und zwei von drei Patienten aus Liberia zeigten sich stark gebessert. Dies teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Berufung auf Mediziner aus Liberia mit. Dem dritten Patienten gehe es etwas besser. Sein Zustand wurde aber weiter als ernst beschrieben. Ein 75-jähriger Spanier, der das Mittel ebenfalls erhielt, starb. Allerdings hatte dieser Berichten zufolge auch etliche Vorerkrankungen.

Zu früh für Aussage über Wirksamkeit
Ob aber ZMapp wirklich das Wundermittel gegen Ebola ist, bleibt fraglich. Es ist nach Ansicht von Experten noch zu früh, um eine Aussage zum Nutzen des Mittels treffen zu können. Die Arznei war vor dem Ausbruch der Epidemie in Westafrika nicht an Menschen getestet worden. Der Virologe Prof. Stephan Becker von der Universität Marburg, erklärte: „Wir können mit den wenigen Patienten, die zu völlig unterschiedlichen Zeiten und unter nicht kontrollierten Bedingungen behandelt worden sind, nur schwer eine Aussage machen.“

Patienten erhielten Mittel mehrere Tage nach Erkrankung
Becker meinte, dass es danach aussehe, das ZMapp tatsächlich helfe. Die Heilung der US-Amerikaner könnte allerdings auch andere Gründe haben. Einem Bericht des „New England Journal of Medicine“ zufolge wurde ihnen das Mittel erst neun Tage nach ihrer Erkrankung verabreicht. In diesem Stadium sei die Wahrscheinlichkeit des Überlebens wesentlich größer, nachdem die ersten Tage oft tödlich verliefen. Laut der WHO sind nach einer Inkubationszeit von zwei bis 21 Tagen die ersten Ebola-Symptome zu beobachten.
Überraschend wenige Nebenwirkungen
Wie Becker betonte, haben möglicherweise auch andere Behandlungsansätze wie eine Bluttransfusion sowie die generelle medizinische Qualität in der US-Klinik in Atlanta zur Genesung beigetragen. So hatte der US-Arzt Kent Brantly Blut von einem 14-jährigen Patienten bekommen, der Ebola überlebt hatte. Das Medikament scheine keine gravierenden direkten Nebenwirkungen zu haben, meinte der Virologe: „Es überrascht eigentlich, dass da nicht mehr an Nebenwirkungen aufgetreten ist – bei allem, was man bisher weiß.“

Wirkstoff bereits aufgebraucht
Das Medikament ZMapp besteht aus drei Antikörpern, die an Ebola-Proteine binden und dem Immunsystem ermöglichen sollen, infizierte Zellen zu eliminieren. Es gab von dem Wirkstoff, der aus einer Tabakpflanze gewonnen wird, nur wenige Dosen. Laut WHO sind diese bereits vergeben. Anfang September sollen Experten auf Einladung der WHO internationale Experten in Genf über weitere Bemühungen zur Bereitstellung von Ebola-Medikamenten beraten. Manche Kritiker meinen, die Hilfe im Kampf gegen die Infektionskrankheit komme zu spät und reiche nicht aus. Die Krankheit kann Experten zufolge in diesem Jahr nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden.
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Bild: Harry Hautumm / pixelio.de