Aphthen: Ursachen und Behandlung

Aphthen sind Schädigungen der Mundschleimhaut, die insbesondere bei der Nahrungsaufnahme aber auch beim Sprechen und Schlucken des eigenen Speichels mit intensiven Schmerzen einhergehen können. (Bild: charnsitr/fotolia.com)
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Aphthen oder auch franz. Aphten sind als Schädigungen der Schleimhäute im Mund und Rachen im Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen zu beobachten, wobei die Prozesse, welche zur Bildung der Aphthen, führen, bis heute weitgehend unklar bleiben. Da die Aphthen insbesondere bei der Nahrungsaufnahme aber auch beim Sprechen und Schlucken des eigenen Speichels mit intensiven Schmerzen einhergehen können, wird die Lebensqualität der Betroffenen oft deutlich eingeschränkt. Darüber hinaus geht von den Bläschen keine besondere gesundheitliche Bedrohung aus.

Inhaltsverzeichnis

Definition
Symptomatik
Diagnose
Behandlung
Naturheilkunde bei Aphthen

Definition

Als Aphthen werden Schädigung der Schleimhautstrukturen im Mund und Rachenraum bezeichnet, die in der Regel als etwa linsengroße, weißlich belegte Geschwüre auf dem Zahnfleisch, der Zunge, den Mandeln (Tonsillen) oder in der Mundhöhle erkennbar sind. Es zeigt sich dabei eine rötliche, entzündete Abgrenzung zur gesunden Schleimhaut. Ein regelmäßiges beziehungsweise wiederholtes Auftreten wird als Chronisch-rezidivierende Aphthose beschrieben. Mitunter findet der Begriff auch für vergleichbare Geschwüre der Schleimhäute im Genitalbereich Verwendung, welche in diesem Beitrage jedoch nicht weiter berücksichtigt werden.

Aphthen sind Schädigungen der Mundschleimhaut, die insbesondere bei der Nahrungsaufnahme aber auch beim Sprechen und Schlucken des eigenen Speichels mit intensiven Schmerzen einhergehen können. (Bild: charnsitr/fotolia.com)
Aphthen sind Schädigungen der Mundschleimhaut, die insbesondere bei der Nahrungsaufnahme aber auch beim Sprechen und Schlucken des eigenen Speichels mit intensiven Schmerzen einhergehen können. (Bild: charnsitr/fotolia.com)

Abhängig von ihrer Größe lassen sich die Schleimhautschädigungen in sogenannte „Minor-Aphthen“ (bilden einen Großteil der Aphthen; erreichen eine Größe von maximal einem Zentimeter) und „Major-Aphthen“ (eher selten; erreichen einen Durchmesser von bis zu drei Zentimetern und mehr) unterscheiden. Eine spezielle, sehr seltene Form bilden die sogenannten herpetiforme Aphthen, welche als Vielzahl von kleinen Bläschen am Zungenrand erkennbar werden und an das Erscheinungsbild einer Herpes-Infektion erinnern.

Symptomatik

Die Aphthen können je nach ihrer Lokalisation und Anzahl zu unterschiedlich starken Schmerzen führen. Befinden sie sich an mechanisch stark beanspruchten Stellen, sind sie meist mit deutlich stärkeren Beeinträchtigungen verbunden als beispielsweise eine Aphthe an der Wangeninnenseite. Allgemein gilt: Je mehr sich bilden, desto heftiger sind die Schmerzen. Insbesondere säurehaltige, aber auch heiße und trockene beziehungsweise raue Speisen führen beim Kontakt zu einem äußerst unangenehmen Brennen. Dieses Mundbrennen kann nicht nur während der Nahrungsaufnahme auftreten, sondern zeigt sich mitunter auch beim Schlucken oder Sprechen.

Die Aphthen sind normalerweise mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern relativ klein (Minor-Aphthen), können sich in seltenen Fällen jedoch auch zu großflächigeren Geschwüren mit einem Durchmesser von mehreren Zentimetern entwickeln (Major-Aphthen). Während die kleineren Geschwüre normalerweise innerhalb von rund zwei Wochen auch ohne medizinische Versorgung wieder abheilen, kann die Heilung der Major-Aphthen sich über deutlich längere Zeiträume erstrecken und oftmals bleiben anschließend Narben im Bereich der Schleimhaut zurück.

Aufgrund der Schmerzen beim Essen und Trinken haben sie insbesondere bei Kleinkindern häufig eine Verweigerung der Nahrungsaufnahme zur Folge. Dies kann unter Umständen zu einem Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) oder zu anderen Mangelerscheinungen führen und sollte daher keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Ein Arztbesuch ist daher im Falle der Nahrungsverweigerung dringend angeraten.

Diagnose

Die Diagnosestellung erfolgt in der Regel anhand des typischen Erscheinungsbildes der Schleimhautschädigungen und den zu beobachtenden Begleitsymptomen. Ein Abstrich von der befallenen Schleimhaut kann Aufschluss über möglicherweise vorliegende Infektionen liefern und eine Blutuntersuchung dient im Zweifelsfall der Feststellung zugrundeliegender systemischer Erkrankungen.

Ursachen

Ursache für die Bildung von Beschwerden sind häufig Infektionen mit (Herpes-) Viren oder Bakterien, doch können auch andere Faktoren zu dem Auftreten der Schleimhautschädigungen führen. Zum Beispiel zeigen sich Aphthen vermehrt bei Patienten mit Mangelzuständen wie einem Eisenmangel oder Vitamin-B12-Mangel. Auch Verletzungen der Mundschleimhaut können die Entwicklung begünstigen. Hormonellen Schwankungen beziehungsweise Beeinträchtigungen werden ebenfalls als mögliche Ursachen in der medizinischen Fachliteratur genannt. Des Weiteren steht ein Zusammenhang mit Verdauungsbeschwerden in der Diskussion. Zudem bilden Aphthen eine mögliche Begleiterscheinung bei schweren Systemerkrankungen, wie beispielsweise Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Darmerkrankung), Morbus Behçet (seltene Autoimmunkrankheit) oder Aids. Auch eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) gilt als mögliche Ursache für die Bildung von Aphthen. Als Risikofaktor im Verdacht steht darüber hinaus das oft in Zahnpasta enthaltene Natriumlaurylsulfat.

Die wohl bekannteste Form einer vermehrten Aphthen-Bildung im Mund und Rachenraum ist die sogenannte Mundfäule, welche auf eine Infektion mit Viren der Gattung Herpes simplex Typ 1 zurückgeht. Im Anfangsstadium leiden die Patienten zunächst unter Fieber und Schwellungen beziehungsweise Aphthen im Bereich des Zahnfleischs. Die Geschwüre können sich im weiteren Verlauf vermehrt ausbreiten und nahezu im gesamten Mund- und Rachenraum auftreten. Begleitend zeigt sich meist eine deutlich Lymphknotenschwellung im Bereich des Halses und ein unangenehmer Mundgeruch. Im Zuge der sogenannten Hand-Fuß-Mund-Krankheit, meist ausgelöst durch das Coxsackie-Virus, ist ebenfalls mit dem Auftreten von Aphthen zu rechnen. Leitsymptom der Erkrankung bildet ein Juckender Hautausschlag an Händen, Füßen und im Mundbereich, der durch auffällige Bläschen gekennzeichnet ist.

Behandlung

In den meisten Fällen heilen die Bläschen innerhalb von rund zwei Wochen auch ohne medizinische Versorgung wieder ab und eine zielgerichtet Therapie ist auf Basis des heutigen Kenntnisstandes ohnehin nicht möglich. Allerdings können verschiedene therapeutische Maßnahmen eine deutliche Linderung der Beschwerden bewirken, so dass die Betroffenen in ihrem Alltag durch die Aphthen sehr viel weniger belastet werden. Hier greift die Schulmedizin häufig auf die äußerliche Anwendung von schmerzstillenden Wirkstoffen zurück. Diese werden als Gel, Mundspülungen oder Salben angewendet. Liegt den Beschwerden eine virale Infektion zu Grunde, finden mitunter antivirale Arzneien Anwendung, die den Heilungsprozess beschleunigen sollen. Insgesamt sind die Betroffenen jedoch vor allem auf ihre Selbstheilungskräfte angewiesen und die medizinischen Maßnahmen können lediglich eine unterstützende beziehungsweise lindernde Wirkung entfalten. Gleiches gilt für die naturheilkundlichen Ansätze, welche anschließend ausführlicher dargestellt werden.

Naturheilkunde bei Aphthen

Um den Heilungsprozess zu unterstützen, kommen in der Naturheilkunde verschiedene Heilpflanzen zum Einsatz. So wird beispielsweise kalter Tee aus Arnikablüten, Kamillenblüten und/oder Salbeiblättern wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung angewandt. Auch für Mundspülungen ist der kalte Tee geeignet. Verdünnte Tinkturen aus Sonnenhut (Echinacea) werden ebenfalls als Mundspülungen gegen Aphthen eingesetzt. Dies gilt in gleicher Weise für Teebaumöl und Extrakte aus Melisse. Aus dem Bereich der Homöopathie bieten sich zur Behandlung die Mittel Borax und Kalium Chloratum an. Sie sollen innerhalb kurzer Zeit eine Abheilung ermöglichen. Des Weiteren wird dem sogenannten Ölziehen (Mundspülung mit kaltgepressten, hochwertigen Sonnenblumen- oder Sesamöl) eine positive Wirkung bei Aphthen zugeschrieben.

Die dargestellten naturheilkundlichen Verfahren dienen allerdings – wie auch die schulmedizinischen Ansätze – lediglich der Linderung der Symptome. Eine Behebung der Ursachen Chronisch-rezidivierender Aphthen ist mit ihrer Hilfe nicht möglich. Gegen eine solche Neigung zur Bildung wird in der Naturheilkunde zum Beispiel mit Maßnahmen vorgegangen, die allgemein das Immunsystem stärken. Hierfür bietet sich aus dem Bereich der Homöopathie zum Beispiel die sogenannte Konstitutionsbehandlung an. Welche Maßnahmen noch zum Tragen kommen, hängt vom individuellen Beschwerdebild der Patienten ab. Die Auswahl der geeigneten Maßnahmen sollte dabei erfahrenen Therapeuten überlassen bleiben, um mögliche nachteilige Effekte zu vermeiden. (fp)

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