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Koffein in der Jugend hemmt Hirnentwicklung

Astrid Goldmayer
Verfasst von Dipl. Geogr Astrid Goldmayer
25. September 2013
in News
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Koffein kann die Hirnentwicklung bremsen und den Tiefschlaf stören

25.09.2013

Wenn Jugendliche während der Pubertät Koffein zu sich nehmen, kann sich die Hirnentwicklung verzögern. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern um Reto Huber vom Kinderspital Zürich. Ihre Untersuchungen führten die Wissenschaftler zwar an Ratten durch, die Ergebnisse seien aber dennoch teilweise auf den Menschen übertragbar, schreiben sie im Fachmagazin „Plos one“.

Koffein beeinflusst Auf- und Abbau von Synapsen im Gehirn
Wer während seiner Pubertät viel Kaffee, Cola und Energydrinks trinkt, muss mit einer verzögerten Hirnentwicklung und vermindertem Tiefschlaf rechnen. Das Koffein beeinflusst demnach den Auf- und Abbau von Synapsen im Gehirn.

Für ihre Studie fütterten die Forscher um Reto Huber pubertierende Ratten mit etwa der Menge an Koffein, die – auf den Menschen umgerechnet – drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag entspricht. Sie wollten herausfinden, inwieweit Koffeinkonsum die Hirnentwicklung beeinflusst.

Die Anzahl der Synapsen im Gehirn sowie die Tiefschlafdauer nehmen bis zur Pubertät zu und im Erwachsenenalter wieder ab. Wenn das Gehirn in der Pubertät weiter reife, würden viele Verknüpfungen wieder verloren gehen, so Huber in einer Pressemitteilung des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung (SNF). „Das ist eine Optimierung, die vermutlich im Tiefschlaf passiert. Wichtige Synapsen werden ausgebaut, die anderen abgebaut, so wird das Netzwerk effizienter und das Gehirn leistungsfähiger.“

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die pubertierenden Ratten, die das Koffein zu sich genommen hatten, über viel mehr Nervenverbindungen verfügten als die Tiere, die nur Wasser tranken. Demnach hatte sich das Gehirn der Koffein-Ratten langsamer entwickelt. Wie die SNF mitteilt, zeigte sich das auch im Verhalten der Tiere. Denn die Ratten, die das Koffein erhalten hatten, waren scheu und vorsichtig. Normalerweise zeigen Ratten mit zunehmendem Alter jedoch ein gegensätzliches Verhalten, indem sie neugieriger werden.

„Koffeinkonsum während einer kritischen Entwicklungsphase führt zu lang anhaltenden Auswirkungen auf den Schlaf und die Gehirnentwicklung“, fassen die Forscher im Fachmagazin zusammen.

Ist Koffein für Kinder tatsächlich unbedenklich?
Angesichts dieser Ergebnisse stelle sich laut Huber die Frage, ob Koffein für Kinder und Jugendliche tatsächlich unbedenklich sei. Die Untersuchung sei zwar an Ratten durchgeführt worden, aber es gebe bezüglich der Hirnentwicklung Parallelen zum Menschen.

Wie die SNF informiert, ist der Koffeinkonsum unter Jugendlichen innerhalb von 30 Jahren um über 70 Prozent gestiegen. Den größten Umsatz habe die Getränkeindustrie bei Energydrinks zu verzeichnen. (ag)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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