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Starkes Übergewicht fördert die Entstehung von Brustkrebs

Sebastian Bertram
Verfasst von Sebastian Bertram
20. Oktober 2017
in News
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Gewichtsabnahme bei Übergewicht kann Brustkrebsrisiko senken
Das Risiko, an einer aggressiven Form von Brustkrebs zu erkranken, ist hoch, wenn man an starkem Übergewicht (Adipositas) leidet. Bestimmte Botenstoffe, die aufgrund der Fettleibigkeit ins Blut abgegeben werden, stören den Stoffwechsel von Brustkrebszellen. Das wiederum erhöht das Risiko von Brustkrebs, wie ein Team aus Forschern des Helmholtz Zentrums München, der Technischen Universität München (TUM) und des Universitätsklinikums Heidelberg berichten. Eine aktuelle Studie konnte den Zusammenhang aufdecken. So kann umgekehrt gesagt werden, dass mit einer Gewichtsabnahme auch das Risiko für aggressiven Brustkrebs sinkt.

Übergewichtige Personen sind einem höheren Risiko für einen aggressiveren Brustkrebs ausgesetzt. Zu diesem Schluss kommen Forscher des Helmholtz Zentrums München, der Technischen Universität München (TUM) und des Universitätsklinikums Heidelberg. Der Hintergrund: Botenstoffe, die bei Fettleibigkeit ins Blut abgegeben werden, beeinflussen den Stoffwechsel von Brustkrebszellen.

In der aktuellen Studie beschreiben die Wissenschaftler einen bislang unbekannten Mechanismus, der dafür sorgt, dass sich Brustkrebs stärker ausbreitet. “Dabei spielt das Enzym ACC1 eine entscheidende Rolle”, erklärt Mauricio Berriel Diaz, stellvertretender Direktor des Instituts für Diabetes und Krebs am Helmholtz Zentrum München.

“ACC1 ist eine zentrale Komponente der Fettsäuresynthese. Allerdings kann es durch die Botenstoffe Leptin und TGF-Beta an seiner Arbeit gehindert werden”, so Berriel Diaz. Diese Botenstoffe treten im Blut von schwer übergewichtigen Menschen besonders häufig auf. Die Experten konnten zeigen, dass diese Hemmung von ACC1 dazu führt, dass sich Acetyl-CoA, eine Fettsäurevorstufe, in den Zellen ansammelt und bestimmte Genschalter (Transkriptionsfaktoren) aktiviert. Dadurch werden vor allem Gene abgelesen, die bei Krebszellen zu einer verstärkten Metastasierungsfähigkeit führen.

“Anhand von menschlichem Gewebe aus Brustkrebsmetastasen konnten wir zeigen, dass ACC1 dort signifikant weniger aktiv war”, unterstreicht Marcos Rios Garcia, Erstautor der Studie. Blockierten die Forscher den bisher unbekannten Signalweg mit einem Antikörper, so führte das zu einer deutlich reduzierten Ausbreitung und Metastasierung von Brustkrebstumoren. Neue Therapien im Fokus Die Datenlage könnte den neuen Mechanismus in weiteren Studien erhärten.

Darüber hinaus denken die Wissenschaftler über mögliche Stellschrauben nach, durch die man therapeutisch eingreifen könnte. “Die Blockade der genannten Signalwege beziehungsweise das Abschalten der Metastasierungsgene könnten einen therapeutischen Angriffspunkt darstellen”, blickt Studienleiter Stephan Herzig von der TUM voraus: “Im Rahmen einer sogenannten neo-adjuvantenTherapie könnte man schon vor der operativen Entfernung des Tumors das Risiko von Metastasen beziehungsweise des Wiederauftretens von Tumoren reduzieren.” (sb)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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