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Berlin: Hauptstadt der Jugenddepression?

Dr. Utz Anhalt
Verfasst von Dr. phil. Utz Anhalt
20. Februar 2019
in News
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Jugendliche in Berlin müssen häufiger als in anderen Städten wegen Schulangst, Depression und psychischen Problemen behandelt werden. Mit 12,5 Fällen klinischer Depression pro 1.000 Jugenlichen sind das 28 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt.

Ein Drittel nimmt Antidepressiva

Jeder dritte der Behandelten nahm letztes Jahr mindestens einmal ein Medikament gegen Depressionen, so der Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit Berlin.

Jeder zehnte leidet unter psychischen Krankheiten

Nahezu jeder zehnte Jugendliche leidet laut DAK in Berlin unter psychischen Krankheiten, die chronisch werden können, elf Prozent der Jungen und acht Prozent der Mädchen. 44 von 1.000 hätten Schulangst, ein Viertel mehr als im Bundesdurchschnitt.

Werden psychische Erkrankungen besser erfasst

Kommen psychische Krankheiten bei Jugendlichen in Berlin besonders häufig vor? Oder werden sie besser erfasst als anderswo. Die DAK Berlin schließt nicht aus, dass die vorhandenen Versorgungsstrukturen die häufigeren Diagnosen erklären.

Kränker als in Hamburg oder Berlin

Die DAK sagt aber deutlich, dass Kinder in Berlin „etwas kränker“ seien als in Hamburg und München. Dies gelte für Viruserkrankungen ebenso wie für psychische Störungen wie ADHS. Hingegen litten die jungen Berliner und Berlinerinnen seltener an Heuschnupfen und Allergien.

Jeder vierte leidet unter chronischen körperlichen Erkrankungen

Hoch ist die Rate von chronischen körperlichen Erkrankungen – sie liegt bei 27 Prozent, bei Jungen sogar bei 29 Prozent, bei Mädchen bei 26 Prozent. So plagen jeden vierten Berliner Jugendlichen Krankheiten wie Neurodermitis oder Asthma.

Hauptstadt der Depressionen?

2,8 Prozent der Jugendlichen ab zehn Jahren zeigen eine diagnostizierte Depression, und fast neun Prozent der 16-jährigen Mädchen. Jede dritte von ihnen nahm Antidepressiva. Das sind zehn Prozent mehr als in anderen deutschen Großstädten.

Übergewicht und Depression

Deutlich zeigt sich die Verbindung von Fettleibigkeit und Depression. Das Risiko Berliner Jugendlicher, an einer Depression zu erkranken, stieg bei Adipositas um das Dreifache.

Verhaltensstörungen durch Substanzmissbrauch

Berliner Jugendliche zeigten häufiger Verhaltensstörungen durch Missbrauch von Alkohol/Alkoholismus, Tabak und anderen Substanzen als anderswo.

Bildung, Karies, Fettleibigkeit

Eindeutig war die Verbindung zwischen dem Bildungsgrad der Eltern und Karies sowie schwerem Übergewicht. So hatten Kinder von Eltern ohne Schulabschluss viel öfter Karies und starkes Übergewicht als die Kinder von Eltern mit hohen Abschlüssen.

Worauf basiert der Report?

Der Report hat Daten zur Grundlage von mehr als 26.000 Jugendlichen, die 2016 in der DAK Berlin versichert waren.

Aus akut wird chronisch

Das Robert Koch-Institut sieht bei Kindern zwischen 0 und 17 jedes achte von einem chronischen Gesundheitsproblem belastet. Generell ginge die Tendenz von akuten zu chronischen und von somatischen zu psychischen Krankheiten.

Früher tot, heute krank

Von einer allgemeinen Verschlechterung der Gesundheitssituation kann jedoch nicht die Rede sein. Zum einen sind viele Krankheiten, die früher den Tod bedeuteten, heute behandelbar – und dies betrifft manche der chronischen Krankheiten.

Schule statt Klinik

Zum anderen könnten moderne Medikamente und Therapien auch Jugendlichen den Schulbesuch ermöglichen, die früher nicht zur Schule gehen konnten. Kliniken würden heute kürzer behandeln. (Dr. Utz Anhalt)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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