Der Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel im frühen Kindesalter kann offenbar äußerst nachteilige Effekte auf die psychische Gesundheit der Heranwachsenden entfalten und das Risiko für Verhaltensauffälligkeiten erhöhen. Bereits kleine Anpassungen der Ernährung könnten hier jedoch helfen.
Forschende der University of Toronto haben mögliche Zusammenhänge zwischen dem Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel im frühen Kindesalter und dem Verhalten sowie der emotionalen Entwicklung untersucht. Die entsprechenden Studienergebnisse sind in dem Fachmagazin „JAMA Network Open“ veröffentlicht.
Hochverarbeitete Lebensmittel schaden der Gesundheit
Immer mehr Studien belegen die negativen Auswirkungen hochverarbeiteter Lebensmitteln auf die Gesundheit von Erwachsenen und Kindern, wobei diese vor allem das erhöhte Risiko für Übergewicht, Stoffwechselprobleme und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorheben, erläutert das Forschungsteam.
Auch gab es bereits Hinweis auf mögliche Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit und Verhaltensauffälligkeiten durch den Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel, so die Fachleute weiter.
Einfluss auf die emotionale Entwicklung?
Anhand der Daten von über 2.000 dreijährigen Kindern aus der CHILD-Kohortenstudie versuchten die Forschenden nun mögliche Zusammenhänge zwischen dem Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel und Beeinträchtigungen der emotionalen Entwicklung und des Verhaltens zu ermitteln.
Hierfür nutzten die Fachleute die Ernährungsdaten der Kindern und die sogenannte „Child Behavior Checklist“, ein gängiges Instrument zur Messung des emotionalen und verhaltensbezogenen Wohlbefindens von Kindern.
Verhaltensauffälligkeiten durch hochverarbeitete Lebensmittel
Es zeigte sich, dass Kinder mit jedem Anstieg des Kalorienanteils aus hochverarbeiteten Lebensmitteln um zehn Prozent höhere Werte bei internalisierenden Verhaltensweisen wie Angst und Furcht, externalisierenden Verhaltensweisen wie Aggression und Hyperaktivität und allgemeinen Verhaltensauffälligkeiten aufwiesen, berichtet das Team.
Zudem seien manche Kategorien hochverarbeiteter Lebensmittel wie zum Beispiel zuckergesüßte und künstlich gesüßte Getränke oder Fertiggerichte wie Pommes frites offenbar besonders nachteilig.
Insgesamt war der Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel im frühen Kindesalter laut den Fachleuten eindeutig mit Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Schwierigkeiten wie Angstzuständen, Ängstlichkeit, Aggression oder Hyperaktivität verbunden.
Schon leichte Umstellungen können helfen
In weiterführenden Berechnungen sei jedoch auch deutlich geworden, dass der Ersatz von zehn Prozent der Energie aus hochverarbeiteten Lebensmitteln durch minimal verarbeitete Lebensmittel wie Obst, Gemüse und andere Vollwertkost bereits signifikante Verbesserungen bewirken kann.
„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass selbst moderate Umstellungen hin zu minimal verarbeiteten Lebensmitteln wie Obst und Gemüse im frühen Kindesalter eine gesündere Verhaltens- und emotionale Entwicklung fördern können“, resümiert die Studienleiterin Kozeta Miliku. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- University of Toronto: Ultra-processed foods in preschool years associated with behavioural difficulties in childhood (veröffentlicht 03.03.2026), eurekalert.org
- Meaghan E. Kavanagh, Zheng Hao Chen, Sukhpreet K. Tamana, Theo J. Moraes, Elinor Simons, Stuart E. Turvey, Padmaja Subbarao, Piushkumar J. Mandhane, Kozeta Miliku: Ultraprocessed Food Consumption and Behavioral Outcomes in Canadian Children; in: JAMA Network Open (veröffentlicht 03.03.2026), jamanetwork.com
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.









