Regelmäßiger Kaffeekonsum kann das Risiko für Krebserkrankungen im Kopf- und Halsbereich signifikant senken. Ab einem Konsum von drei Tassen Kaffee pro Tag sinkt das Risiko für die meisten Formen von Kopf-Hals-Tumoren, allerdings mit einer Ausnahme.
Welche Zusammenhänge zwischen dem Kaffeekonsum und dem Risiko für Krebserkrankungen im Kopf- und Halsbereich bestehen, haben Forschend in einer aktuellen Übersichtsarbeit analysiert. Die in dem „European Journal of Cancer Prevention“ veröffentlichten Ergebnisse lassen auf eine signifikante Schutzwirkung schließen, jedoch nicht für alle Krebsarten.
Kaffee kann Krebs vorbeugen
Verschiedene frühere Studien deuteten bereits auf eine krebshemmende Wirkung des regelmäßigen Kaffeekonsums hin und beispielsweise kam ein niederländisches Forschungsteam in dem „International Journal of Cancer“ zu dem Schluss, dass Kaffee vor Darmkrebs schützen kann.
Auch gab es bereits Hinweise, dass Kaffee- und Teekonsum Kopf- und Halskrebs vorbeugen können , wie eine 2024 in dem Fachmagazin „Cancer“ veröffentlichte Studie verdeutlicht.
Welchen Einfluss hat Kaffee auf Kopf-Hals-Tumore?
In der neuen Übersichtsarbeit versuchten die Forschenden nun auf Basis der bislang veröffentlichten Studien eine klare Aussage zu den Auswirkungen des Kaffeekonsums auf das Risiko der verschiedenen Kopf-Hals-Tumore zu ermöglichen. Insgesamt dreißig Studien wurden in die finale Auswertung einbezogen.
Laut den Forschenden ergab die Datenauswertung, dass bei einem regelmäßigen Kaffeekonsum von drei bis vier Tassen pro Tag das Risiko für Kopf-Hals-Tumore insgesamt signifikant niedriger ausfiel als bei Kaffee-Abstinenz.
Schutzwirkung mit einer Ausnahme
Die Betrachtung der verschiedenen Krebsarten zeigte, dass ein Kaffeekonsum von mehr als drei Tassen pro Tag mit einer Reduzierung des Risikos für Mundhöhlenkrebs um 29 Prozent, des Rachenkrebsrisikos um 20 Prozent und der Krebsrisiko des oberen Aerodigestivtrakts um 22 Prozent verbunden war, so die Forschenden weiter.
Allerdings beobachteten die Forschenden auch einen Zusammenhang zwischen dem Kaffeekonsum und einem um 13 Prozent erhöhten Kehlkopfkrebsrisiko, wobei dies im Verhältnis zu der Risikoreduktion bei den anderen Krebsarten jedoch weniger ins Gewicht fiel.
Insgesamt kann ein Kaffeekonsum von mindestens drei Tassen pro Tag das allgemeine Risiko für Kopf-Hals-Tumoren signifikant senken, auch wenn sich bei den verschiedenen Krebsarten durchaus Unterschiede zeigen, so das Fazit des Forschungsteam. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
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