Sesamsamen können einen Beitrag zur Verbesserung der Blutfettwerte wie insbesondere des Cholesterinspiegels leisten und gleichzeitig die Leber und andere Organe vor Schäden infolge einer Hyperlipidämie schützen. Sesam erscheint damit als vielversprechende Option zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Folgeerkrankungen der Hyperlipidämie.
Welche Auswirkungen der Verzehr von Sesamsamen auf das Lipidprofil, die Leberwerte und die antioxidative Kapazität des Körper hat, überprüften Forschende der Olabisi Onabanjo University (Nigeria) und der University of Nebraska-Lincoln (USA) in einer aktuellen Studie. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Discover Food“ veröffentlicht.
Kurzübersicht der wichtigsten Inhalte
- Sesamsamen können den Cholesterinspiegel deutlich verbessern und gelten als vielversprechende natürliche Option zur Senkung erhöhter Blutfettwerte.
- Sesam kann unter anderem das Gesamtcholesterin, die Triglyceride und das „schlechte“ LDL-Cholesterin um bis zu 40 Prozent senken.
- Die Wirkung von Sesam ist vergleichbar mit dem Statin Atorvastatin, einem gängigen cholesterinsenkenden Medikament.
- Zusätzlich reduziert Sesam den oxidativen Stress und wichtige Biomarker für Organschäden (z. B. Leber, Niere, Herz).
- Insgesamt könnten die positiven Effekte auch zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.
Hyperlipidämie weit verbreitet
Krankhaft erhöhte Blutfettwerte in Form einer Hyperlipidämie sind ein globales Gesundheitsproblem, das Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt und jährlich über 17,9 Millionen Todesfälle verursacht, vorwiegend durch oxidativen Stress und Organschäden, erläutert das Forschungsteam.
Zwar seien zu hohe Blutfettwerte mit Statinen effektiv therapierbar, doch deren klinische Anwendung werde durch Risiken wie Hepatotoxizität und drohendes Nierenversagen eingeschränkt. Daher seien sichere, natürlichen Alternativen weiterhin dringend gesucht.
Können Sesamsamen helfen?
Inwiefern eine Diät mit Sesamsamen hier einen Beitrag leisten kann, überprüften die Forschenden nun an Ratten, die infolge einer vierwöchigen fettreichen Ernährung eine Hyperlipidämie entwickelten.
Anschließend erhielten die Tiere vier Wochen lang entweder weiterhin fettreiche Ernährung ohne zusätzliche Behandlung, eine fettreiche Ernährung und Sesamsamen, eine fettreiche Ernährung und das Statin Atorvastatin oder eine normale Ernährung und Sesamsamen. Außerdem gab es eine Gruppe von die Tieren, die keine fettreiche Ernährung und keinerlei Behandlung erhielt.
Neben den Auswirkungen auf das Gesamtcholesterin, die Triglyceride, LDL-Cholesterin, das HDL-Cholesterin und die sogenannte HMG-CoA-Reduktase-Aktivität ermittelten die Fachleute auch oxidative Marker und Biomarker für Gewebeschädigungen in der Leber, der Niere, dem Herz und dem Gehirn.
Folgen fettreicher Ernährung
Nach der fettreichen Diät hatten die Ratten signifikant erhöhte Werte des Gesamtcholesterins, der Triglyceride, des „ungesunden“ LDL-Cholesterins und der HMG-CoA-Reduktase-Aktivität sowie reduzierte Werte des „gesunden“ HDL-Cholesterins, berichtet das Team.
Auch zeigten die Biomarker deutlich erhöhten oxidativen Stress sowie erhebliche Organschäden infolge der fettreichen Ernährung (erhöhte Werte von AST, alkalischer Phosphatase, Harnstoff und Kreatinin), so die Forschenden weiter.
Deutliche Verbesserungen nachweisbar
Die Ergänzung der fettreichen Ernährung mit Sesamsamen wirkte der Dyslipidämie jedoch effektiv entgegen und die Tiere zeigte den Fachleuten zufolge unter anderem eine Reduktion des Gesamtcholesterins, der Triglyceride und des LDL-Cholesterins um bis zu 40 Prozent.
Auch die Marker für den oxidativen Stress verbesserten sich und die Aktivität antioxidativer Enzyme wurde wiederhergestellt. Außerdem sanken die Biomarker für Organschäden in einer Weise, die den protektiven Effekten von Atorvastatin überlegen war, so das Forschungsteam.
Sesamsamen eine vielversprechende Behandlungsoption
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass eine Sesamsamen-Diät die Hyperlipidämie und damit verbundene Komplikationen wirksam lindert und dabei eine vergleichbare lipidsenkende Wirkung wie Atorvastatin erreicht, resümieren die Forschenden.
So erscheint Sesam als vielversprechende natürliche Therapieoption gegen zu hohe Blutfettwerte, wobei die Wirkung allerdings zunächst noch in weiteren klinischen Studien überprüft werden muss, bevor eindeutig Ernährungsempfehlungen möglich sind. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Muinat Moronke Adeyanju, Akintunde Akinpelu, Aina Bamidele, Emmanuel Sunday Omirin, Sodiq O. Jayeola, Omokehinde B. Showale, Daniel A. Adewole, Motunrayo M. Adebisi, Grace M. Wilson, Alexander A. Ademeji, Solomon O. Joseph, Mistura A. Imotona, Ayomide A. Adelaja, Mercy I. Nelson, Ganiyat M. Ojo, Barakatulahi A. Olodeoku, Boluwatife A. Oyekan, Pelumi L. Somuyiwa, Fatimoh O. Raheem, Idris A. Saheed, Taiwo A. Dele-Osibanjo, Khadijat M. Alli: Sesamum indicum diet improves lipid, hepatic, and antioxidant enzyme profiles of hyperlipidemic male Wistar rats; in: Discover Food (veröffentlicht 21.03.2026), link.springer.com
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.









