Alpträume können Betroffene stark belasten und bei regelmäßigem Auftreten über einen längeren Zeitraum weitere Gesundheitsprobleme nach sich ziehen. In einem neuen Modell werden die wesentlichen Faktoren für ein wiederholtes Auftreten von Alpträumen sowie entsprechende therapeutische Gegenmaßnahmen benannt.
Forschende der University of Tulsa und des University of Rochester Medical Center haben das neue Modell zur Erklärung wiederkehrender Alpträume bei Kindern und Jugendlichen entwickelt, das auch Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Behandlung aufzeigt. Wie das Modell funktioniert, beschreiben sie in dem Fachmagazin „Frontiers in Sleep“.
Was sind die Ursachen für chronische Alpträume?
Alpträume kennen die meisten Menschen, allerdings eher als vereinzeltes und nicht als wiederkehrendes Phänomen. Zudem werden chronische Alpträume oft in Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen wie beispielsweise der posttraumatischen Belastungsstörung gebracht und nicht als eigenständiges Beschwerdebild betrachtet.
Tatsächlich können die Auslöser vielschichtig sein und laut einer Studie aus dem vergangenen Jahren scheinen zum Beispiel auch bestimmte Lebensmittel Alpträume und Schlafprobleme zu fördern.
Einige Faktoren wie „dysfunktionale Überzeugungen über den Schlaf und Alpträume, Belastung und Erregung, antizipatorische Angst, maladaptive Schlafgewohnheiten und Schlafentzug“ spielen laut den Forschenden bei chronischen Alpträumen jedoch eine besondere Rolle.
Was ist das DARC-NESS-Modell?
In dem DARC-NESS-Modell haben sie diese nun zusammengefasst und damit auch Ansatzpunkte für verhaltenstherapeutische Maßnahmen zur Linderung der Alpträume aufgezeigt. Die Abkürzung „DARC-NESS“ steht dabei für:
- Dream content (Trauminhalte),
- Appraisals (Bewertungen),
- Resources for regulation (Ressourcen zur Regulation),
- Conditioned arousal (konditionierte Erregung),
- Nightmare Efficacy (Wirkung der Alpträume),
- Sleep hygiene and patterns (Schlafhygiene und- muster),
- und Sleep quality and quantity (Schlafqualität und -quantität).
Das Modell bildet die theoretische Grundlage für die Anwendung kognitiver Verhaltenstherapien bei Alpträumen unter Kindern und Jugendlichen, erläutern die Forschenden. Für jede Komponente des Modells werde auch eine entsprechende Behandlung vorgeschlagen.
Bezüglich der Inhalte der Alpträume können laut den Fachleuten zum Beispiel das Umschreiben von Alpträumen, die Konfrontation mit dem Trauminhalt und das Tolerieren von Emotionen Bestandteil der Behandlung sein.
An einem Fallbeispiel zeigen die Forschenden zudem auf, wie die verhaltenstherapeutischen Maßnahmen auf Basis des DARC-NESS-Modells den Teufelskreis chronischer Alpträume durchbrechen können.
Neues Instrument zur Alptraum-Therapie
Das Modell bietet sowohl einen theoretischen Rahmen als auch ein psychoedukatives Instrument, das gemeinsam mit Jugendlichen eingesetzt werden kann, um zu ergründen, wie Alpträume aufrechterhalten werden und wie sie verändert werden können, resümieren die Forschenden.
Insgesamt könnte das Modell demnach nicht nur das Verständnis der Ursachen chronischer Alpträume, sondern auch die Alptraumtherapie deutlich verbessern. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Lisa DeMarni Cromer, Emily Kaier Cromwell, Lauren E. Prince, Tara R. Buck: DARC-NESS: a mastery-based cognitive-behavioral model for treating chronic nightmares in youth; in: Frontiers in Sleep (veröffentlicht 27.02.2026), frontiersin.org
- Tore Nielsen, Jade Radke, Claudia Picard-Deland, Russell Arnold Powell: More dreams of the rarebit fiend: food sensitivity and dietary correlates of sleep and dreaming; in: Frontiers in Psychology (veröffentlicht 01.07.2025), frontiersin.org
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.







