Stark schwankende Schlafzeiten im mittleren Lebensalter können auf ein erhöhtes Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen. Wenn dabei außerdem regelmäßig weniger als acht Stunden Schlaf erreicht werden, steigt das Risiko deutlich.
Inwiefern die Regelmäßigkeit der Schlafzeiten das Risiko schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kardiovaskulärer Todesfälle beeinflusst, haben Forschende der Universität Oulu (Finnland) in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „BMC Cardiovascular Disorders“ veröffentlicht.
Schlaf beeinflusst die Gesundheit
Dass die Schlafqualität und -dauer weitreichenden Einfluss auf unsere Gesundheit haben, ist lange bekannt, und auch mögliche Zusammenhänge mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden bereits in verschiedenen Forschungsarbeiten nachgewiesen.
Beispielsweise kam ein schwedisches Forschungsteam 2025 in einer Studie zu dem Schluss, dass bereits wenige Nächte mit Schlafmangel das Herz belasten und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen können.
Schlafzeiten & kardiovaskuläres Risiko untersucht
Anhand von 3.231 Personen, deren Schlafmuster im Alter von 46 Jahren über eine Woche mittels tragbarer Geräte erfasst wurde, und die anschließend über einen Zeitraum von zehn Jahren weiter begleitet wurden, versuchte das finnische Forschungsteam nun den Einfluss der Schlafzeiten auf das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen und Todesfälle zu bestimmen.
Bei den Schlafzeiten fanden laut den Fachleuten die Einschlafzeit, die Aufwachzeit und der Schlafmittelpunkt (Mitte zwischen dem Einschlafen und Aufwachen) Berücksichtigung.
Unregelmäßige Schlafzeiten ein Risikofaktor
Insgesamt erlitten 128 Teilnehmende im Beobachtungszeitraum schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (einschließlich Todesfällen), wobei unregelmäßige Schlafzeiten mit einem erhöhten Risiko verbunden waren, berichtet das Team.
Dieser Zusammenhang sei zwar nur bei Teilnehmenden signifikant ausgefallen, deren Schlafdauer unter dem Median (knapp acht Stunden) der Gruppe lag, doch bei ihnen waren unregelmäßige Schlafzeiten mit einer Verdopplung des Risikos schwerer kardiovaskulärer Ereignisse verbunden, so die Forschenden weiter.
Dies galt den Fachleuten zufolge sowohl für eine schwankende Einschlafzeit, als auch für eine variierende Schlafmitte, während die Aufwachzeiten offenbar keinen signifikanten Einfluss hatten.
Regelmäßiger Schlafrhythmus wichtig
„Frühere Studien haben unregelmäßige Schlafmuster mit Herzgesundheitsrisiken in Verbindung gebracht, aber dies ist das erste Mal, dass wir die Variabilität von Einschlafzeit, Aufwachzeit und Schlafmitte – und deren unabhängige Zusammenhänge mit schwerwiegenden Herzereignissen – separat untersucht haben“, so die Studienautorin Laura Nauha von der Universität Oulu.
Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass insbesondere die Regelmäßigkeit der Schlafenszeit wichtig für die Herzgesundheit sein kann und „ein regelmäßiger Schlafrhythmus ist ein Faktor, den die meisten von uns beeinflussen können“, resümiert Nauha. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- University of Oulu: Irregular bedtime linked to higher risk of cardiac events (veröffentlicht 30.03.2026), eurekalert.org
- Laura Nauha, Maisa Niemelä, Saeid Azadifar, Raija Korpelainen, Vahid Farrahi: Sleep timing irregularity in midlife: association with incident major adverse cardiac events and cardiovascular disease mortality over a 10-year follow-up; in: BMC Cardiovascular Disorders (veröffentlicht 24.03.2026), springer.com
- Luiz Eduardo Mateus Brandão, Lei Zhang, Anastasia Grip, Mun-Gwan Hong, Emil Kåks, et al.: The overlooked trio: sleep duration, sampling time and physical exercise alter levels of olink-assessed blood biomarkers of cardiovascular risk; in: Biomarker Research (veröffentlicht 29.04.2025), biomarkerres.biomedcentral.com
Wichtiger Hinweis:
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