Der Verzehr von Obst- und Nusssorten mit hohem Gehalt an Ellagsäure kann einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Behandlung von nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen leisten. Die Einnahme von Inulin-Präparaten hat hingegen äußerst nachteiligen Einfluss auf die Erkrankung.
Forschende der Edith Cowan University und der Curtin University in Australien haben die Wirkung von Ellagsäure (EA) und Inulin bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen untersucht. Die ambivalenten Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Molecular Nutrition & Food Research“ veröffentlicht.
Häufigste Lebererkrankung weltweit
Nichtalkoholische Fettlebererkrankung sind weltweit die häufigste Lebererkrankung und betreffen rund 38 Prozent der Weltbevölkerung, wobei die Prävalenz bei übergewichtigen und adipösen Personen deutlich höher ist, erläutert das Forschungsteam.
Dabei kann die Erkrankung die Gesundheit langfristig stark belasten und auch das frühzeitige Sterberisiko ist bei einer Fettleber deutlich erhöht, wie eine Studie aus dem vergangenen Jahr belegt.
Bei der Suche nach effektiven Behandlungsansätzen sind zuletzt auch natürliche Verbindungen zunehmend in den Fokus der Forschung gerückt und zum Beispiel berichteten Forschende erst kürzlich in dem Fachmagazin „Scientific Reports“, wie Omega-3-Fettsäuren gegen Fettlebererkrankungen helfen können.
Andere neuere Studien belegen, dass auch bestimmte Pflanzenstoffe eine Wirkung gegen nichtalkoholische Fettlebererkrankungen entfalten, wobei die Darmflora offenbar eine vermittelnde Rolle spielt.
Können Inulin & Ellagsäure helfen?
Angesichts seiner bekannten positiven Wirkung auf die Darmflora untersuchten die Forschenden nun anhand von Mäusen den Einfluss des Ballaststoffs Inulin (zum Beispiel in Topinambur und Chicorée enthalten) bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen.
Ebenso analysierten sie den Einfluss von Ellagsäure, die unter anderem in Früchten wie Granatäpfeln, Erdbeeren, Himbeeren und Weintrauben, aber auch in Nüssen wie Walnüssen und Pekannüssen vorkommt.
„Ellagsäure ist ein natürliches Antioxidans, das für seine entzündungshemmenden und krebshemmenden Eigenschaften bekannt ist und vielversprechend für die Behandlung verschiedener chronischer Erkrankungen ist“, erläutert die Studienautorin Prof. Lois Balmer von der Edith Cowan University.
Die Forschenden verabreichten den Mäusen mit nichtalkoholischer Fettleber über einen Zeitraum von zwölf Wochen EA (100 mg/kg am Tag für 5 Tage pro Woche) und/oder Futter mit fünf Prozent Inulin pro 100 Gramm Futter.
Ellagsäure hilft, Inulin schadet
Während die alleinige Einnahme von EA die Entzündungen in der Leber reduzierte und verschiedene Biomarker der Lebergesundheit verbesserte, zeigte Inulin laut den Fachleuten jedoch eine eher nachteilig Wirkung.
So führte Inulin tendenziell zu einem höheren Körpergewicht und höheren Werten des Nüchternblutzuckers sowie zur Verschlechterung mehrerer Leberparameter und einer Erhöhung des „ungesunden“ LDL-Cholesterins, berichtet das Forschungsteam.
Wurde Inulin mit EA kombiniert, zeigten sich jedoch wieder Verbesserungen der Lebergesundheit und auch die LDL-Cholesterinwerte sanken signifikant, so die Fachleute weiter.
Während Inulin allein die Fettleber-Symptome offenbar verschlimmere, könne Ellagsäure die Lebergesundheit signifikant verbessern. Zudem habe die Kombination von EA und Inulin die Nebenwirkungen von Inulin ausgeglichen, die therapeutische Wirksamkeit von EA jedoch nicht weiter gesteigert.
„Diese Forschung bekräftigt die Annahme, dass die Ernährung eine wichtige Rolle spielt – nicht nur, was wir essen, sondern auch, wie die verschiedenen Nährstoffe im Körper interagieren“, resümiert Prof. Balmer.
Da sich Inulin-Präparate als Präbiotika einer relativ hohen Beliebtheit erfreuen, sind die Studienergebnisse auch ein Warnsignal für Personen, die ohnehin mit schlechten Leberwerten zu kämpfen haben. Sie sollten auf Inulin-Präparate im Zweifelsfall eher verzichten. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Tharani Senavirathna, Armaghan Shafaei, Ricky R. Lareu, Lois Balmer: Ellagic Acid Reduces Inulin's Adverse Effects: A Combined Approach to Enhance Therapeutic Potential in Nonalcoholic Steatohepatitis; in: Molecular Nutrition & Food Research (veröffentlicht 09.04.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Edith Cowan University: Fruit and nuts fight non-alcoholic fatty liver disease (veröffentlicht 28.04.2026), ecu.edu.au
- Gabriel Issa, Ying Shang, Rickard Strandberg, Hannes Hagström, Axel Wester: Cause-specific mortality in 13,099 patients with metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease in Sweden; in: Journal of Hepatology (veröffentlicht 24.03.2025), journal-of-hepatology.eu
- Luxuan Li, Yale Tang, Xiaoyu Wang, Chao Wang, Guangyao Song:Omega-3 fatty acids improve lipid metabolism by regulating miR-34a; in: Scientific Reports (veröffentlicht 06.03.2026), nature.com
- Jeong In Seo, Su Min Kim, Hye Hyun Yoo: Phytochemicals in MASLD: A Focused Review of Gut Microbiome-Linked Mechanisms; in. Phytotherapy Research (veröffentlicht 21.04.2026), onlinelibrary.wiley.com
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