Eine Parodontitis kann durch ihre Auswirkungen auf die Darmflora offenbar auch das Risiko einer ernährungsbedingten Fettlebererkrankung erhöhen. Insbesondere der Einfluss auf das Verhältnis der Bakterien Firmicutes zu Bacteroidota sowie die Anreicherung von Helicobacter scheinen dabei von Bedeutung.
Welche Mechanismen den Zusammenhängen zwischen Parodontitis und nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen zugrunde liegen und welche Rolle die Darmflora dabei spielt, haben Forschende der Universität Jilin (China) in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Scientific Reports“ veröffentlicht.
Parodontitis ein Risikofaktor?
Parodontitis gilt als ein Risikofaktor für die Entstehung der metabolisch assoziierten steatotischen Lebererkrankung, auch als nichtalkoholische Fettleber bekannt, wobei die genauen Mechanismen, durch die Parodontitis die Pathogenese der Lebererkrankung beeinflusst, bislang jedoch unklar blieben, erläutert das Forschungsteam.
Anhand von Mäusen untersuchten die Fachleuten daher die Zusammenhänge zwischen Parodontitis und dem Schweregrad der nichtalkoholischen Fettleber sowie die potenziellen zugrundeliegenden Mechanismen.
Hierfür wurden insgesamt 40 Mäuse in vier gleichgroße Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe mit fettarmer Ernährung, eine Gruppe mit fettarmer Ernährung und Parodontitis, eine Gruppe mit fettreicher Ernährung und eine Gruppe mit fettreicher Ernährung und Parodontitis.
Nach zwölf Wochen überprüften die Forschenden die Auswirkungen auf die Leber und den Schweregrad nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung.
Fettlebererkrankungen verstärkt
Dabei zeigte sich, dass die Tiere mit fettreicher Ernährung und Parodontitis im Vergleich zu den Mäusen, die eine fettreicher Ernährung erhielten, verschiedene Anzeichen für eine Verschlechterung der Lebergesundheit und für eine verstärkte Fettlebererkrankung aufwiesen, berichtet das Team.
Die Analyse der Darmmikrobiota habe zudem einige entscheidende Unterschiede zwischen den Mäusen der verschiedenen Gruppen ergeben. Tiere mit fettreicher Ernährung und Parodontitis wiesen dabei im Vergleich zu denen mit fettreicher Ernährung ein erhöhtes Verhältnis von Firmicutes zu Bacteroidota und eine Anreicherung der Gattung Helicobacter auf, so die Fachleute weiter.
Veränderte Darmflora entscheidend?
Die Studienergebnisse lassen insgesamt darauf schließen, dass eine Parodontitis bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen eine äußerst ungünstige Rolle spielen kann, und dabei erscheinen Veränderungen der Darmflora als ein wesentlicher Faktor für den beobachteten Zusammenhang.
Nun sind weiterer Studien erforderlich, um die Auswirkungen der parodontale Gesundheit auf die Leber und den Verlauf nichtalkoholischer Fettlebererkrankungen zu überprüfen, erläutern die Forschende. Dabei gelte es auch den Einfluss der Darmflora genauer zu bestimmen. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
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- Xinchan Liu, Zhenzhen Che, Yubo Hou, Weixian Yu, Yu Deng: Periodontitis aggravates high-fat diet-induced MASLD via gut microbiota dysbiosis and metabolic dysfunction in mice; in: Scientific Reports (veröffentlicht 13.06.2026), nature.com
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