Der regelmäßige Verzehr von Vollkornprodukten steht mit einem signifikant reduzierten Brustkrebsrisiko in Zusammenhang. Dabei bestehen allerdings durchaus Unterschiede zwischen verschiedenen Vollkornlebensmitteln.
Forschende des schwedischen Karolinska Institutet haben die potenziellen Zusammenhänge zwischen der langfristigen Vollkornaufnahme und dem Brustkrebsrisiko in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem „European Journal of Nutrition“ veröffentlicht.
Vollkorn für die Gesundheit
Vollkornprodukte wie Haferflocken, Vollkornbrot, Vollkornnudel, Vollkornreis oder Vollkornmehl gelten insbesondere aufgrund des hohen Ballaststoffgehalts, aber auch aufgrund der enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralstoffe als allgemein äußerst gesunde Lebensmittel.
Inwiefern ihr Verzehr auch das Brustkrebsrisiko beeinflussen kann, blieb bislang allerdings unklar. Denn die bisherigen Erkenntnisse zu dem Zusammenhang zwischen Vollkornaufnahme und Brustkrebs waren widersprüchlich, so das Forschungsteam.
Zusammenhang mit dem Brustkrebsrisiko?
Anhand der Daten von 36.479 Frauen aus der „Swedish Mammography Cohort“ überprüften die Fachleute daher nun, inwiefern die Einhaltung der aktualisierten Richtlinien der Nordic Nutrition Recommendations zur Vollkornaufnahme und der Verzehr spezifischer Vollkornprodukte mit dem Brustkrebsrisiko zusammenhängen.
Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 16,5 Jahren traten 1.979 Brustkrebsfälle auf und die Einhaltung der Nordic Nutrition Recommendations mit mindestens 90 Gramm Vollkornaufnahme pro Tag war mit einem signifikant reduzierten Erkrankungsrisiko verbunden, berichtet das Team.
22 Prozent niedrigeres Brustkrebs
Konkret sei das Brustkrebsrisiko bei den Frauen, die mindestens 90 Gramm Vollkorn täglich konsumierten, 22 Prozent niedriger ausgefallen als bei Frauen, die weniger als 45 Gramm Vollkorn pro Tag verzehrten.
Allerdings war laut den Fachleuten bei Betrachtung der Brustkrebssubtypen ein leichter Anstieg des Risikos bei dem sogenannten hormonrezeptor-negativen Brustkrebs zu verzeichnen.
Unterschiedliche Wirkung der Vollkornprodukte
Die Forschenden verzeichneten zudem bei verschiedenen Vollkornprodukten unterschiedliche Zusammenhänge mit dem Brustkrebsrisiko. So sei zum Beispiel ein hoher Verzehr von Haferflocken und Frühstückscerealien mit einem tendenziell niedrigeren Risiko verbunden, während für Knäckebrot das Gegenteil gelte.
Insgesamt verdeutlicht die Studie, dass eine Vollkornaufnahme von mindestens 90 Gram pro Tag mit einem geringeren Gesamtrisiko für Brustkrebs verbunden ist, wobei die verschiedene Vollkornprodukte möglicherweise unterschiedliche Effekte auf das Brustkrebsrisiko haben, resümieren die Forschenden.
Welche Auswirkungen die verschiedenen Vollkornlebensmittel tatsächlich auf das Brustkrebsrisiko haben, sei nun in weiteren Forschungsarbeiten zu klären. (vb)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Stephanie Pitt, Niclas Håkansson, Joanna Kaluza, Susanna C. Larsson, Agneta Åkesson & Alicja Wolk: Long-term wholegrain intake in line with the Nordic Nutrition Recommendations 2023 and risk of breast cancer in a population-based cohort of women; in: European Journal of Nutrition (veröffentlicht 19.06.2026), springer.com
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.







