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Stillen: Muttermilch bietet Darmflora einen Startvorteil

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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10. Juli 2026
in News
Frau sitzt lächelnd in einem Sessel und stillt ihr Baby
Das Stillen auch während der Umstellung auf Beikost beizubehalten, kann der Darmflora des Nachwuchses einen lebenslangen Vorteil bieten. (Bild: Анастасия Стягайло/stock.adobe.com)
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Stillen fördert dank der sogenannten humanen Milch-Oligosaccharide in der Muttermilch das Wachstum „gesunder“ Darmbakterien und kann so der Darmflora zu einem Startvorteil verhelfen, der auch im späteren Leben noch Vorteile bietet.

Wie die humanen Milch-Oligosaccharide die Entwicklung der Darmflora beeinflussen, hat ein dänisches Forschungsteam um Professor Maher Abou Hachem von der Technischen Universität Dänemark in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlicht.

Stillen fördert Gesundheit von Mutter & Kind

Dass das Stillen sowohl für die Mütter als auch für die Kinder deutliche Vorteile bietet, ist seit langem bekannt, und nicht ohne Grund empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Säuglinge während der ersten sechs Lebensmonate ausschließlich zu stillen und das Stillen auch nach der Einführung von Beikost bis zu zwei Jahre oder länger fortzusetzen.

Inwiefern die möglichen Auswirkungen der Muttermilch auf die Zusammensetzung der Darmflora bei den positiven Gesundheitseffekten des Stillens eine Rolle spielen und welche Mechanismen hier entscheidend sind, bleibt bislang allerdings weitgehend unklar.

Welchen Einfluss haben humanen Milch-Oligosaccharide?

Anhand von sieben Mutter-Kind-Paaren untersuchten die Forschenden daher nun, welchen Einfluss die humanen Milch-Oligosaccharide in der Muttermilch auf die Reifung des Darmmikrobioms haben. Hierfür wurden zu Beginn der Stillzeit und am Ende der Entwöhnung Stuhlproben genommen, die die Fachleute anschließend auf die enthaltenen Darmbakterien untersuchten.

Außerdem kultivierten die Fachleute die Bakterien im Labor unter Bedingungen, die dem Milieu im menschlichen Darm ähnelten, um jene Bakterien zu identifizieren, die humane Milch-Oligosaccharide und auch die Ballaststoffe aus fester Nahrung verstoffwechseln können.

Wettbewerbsvorteil für gesunde Bakterien

Denn diese Darmbakterien haben einen Wettbewerbsvorteil bei der Besiedlung des Säuglingsdarms während der Entwöhnungsphase, da sie in der Lage sind, sowohl die humanen Milch-Oligosaccharide aus der Muttermilch als auch Ballaststoffe aus pflanzlichen Lebensmitteln zu verwerten, erläutert das Team.

Die Forschenden beobachteten, dass hierdurch das Wachstum gesunde Darmbakterien gefördert wurde, und so kann die Muttermilch die Darmflora offenbar nachhaltiger beeinflusse, als bisher angenommen.

„Es ist schon lange bekannt, dass Stillen wichtig für die Gesundheit von Säuglingen ist. Neu ist die Erkenntnis, dass wir nun erklären können, wie die Zucker in der Muttermilch dazu beitragen, jene Bakteriengemeinschaften zu selektieren, die mit einer gesunden Darmmikrobiota im späteren Leben in Verbindung gebracht werden“, betont Professor Hachem.

Entwöhnungsphase entscheidendes Zeitfenster

Hier werde deutlich, wie wichtig es ist, die Umstellung auf feste Beikost mit dem Stillen zu kombinieren, denn die Entwöhnungsphase bilde offenbar ein entscheidendes Zeitfenster für die Entwicklung der Darmflora.

„Diese Ergebnisse sind für den klinischen Alltag von Bedeutung. Sie liefern eine zusätzliche Begründung für den ohnehin schon großen Stellenwert, der der Förderung der mütterlichen Milchproduktion und des Stillens beigemessen wird“, so die Studienautorin Lise Aunsholt vom Rigshospitalet.

Lebenslange Vorteile

Das Stillen möglichst lange während der Umstellung auf feste Nahrung beizubehalten, könne potenziell lebenslange positive Auswirkungen auf das Kind haben, da manche der gesunden Bakterien später dauerhafter Bestandteil der Darmflora werden.

Insgesamt könnten die neuen Erkenntnisse die Grundlage für die Entwicklung künftiger Ernährungslösungen für Säuglinge sowie für gezielte Maßnahmen zur Förderung einer gesunden Darmflora bilden, resümieren die Forschenden. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Yunjeong So, Michael Jakob Pichler, Susanne Søndergaard Kappel, Chunsheng Jin, Carsten Eriksen, Ioanna Chatzigiannidou, Maria Haugaard Bohl Andersen, Vasileios Tsiamis, Marie Vestergaard Lukassen, Lea Eschen Skytthe, Susann Teneberg, Karsten Kristiansen, Susanne Brix, Lise Aunsholt, Maher Abou Hachem: Dual human milk oligosaccharide-fibre utilisation is a selection cue for the weaning gut microbiome; in: Nature Communications (27.05.2026), nature.com
  • Technical University of Denmark: Breast milk gives certain gut bacteria a head start (veröffentlicht 30.06.2026), eurekalert.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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