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Chronische Schmerzen: Melatonin kann helfen

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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9. Juli 2026
in News
Die chemische Struktur von Melatonin neben dem Umriss eines menschlichen Kopfes.
Melatonin bietet einen vielversprechenden Ansatz zur Behandlung chronischer Schmerzen. (Bild: JEGAS RA/stock.adobe.com)
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Bei chronischen Schmerzen des Bewegungsapparats kann die Einnahme von Melatonin effektiv zur Linderung beitragen. Die Wirkung ist dabei vergleichbar mit der von Schmerzmitteln wie nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), Paracetamol und Opioiden.

Welche Wirkung Melatonin bei chronischen Schmerzen des Bewegungsapparats entfalten kann, hat ein internationales Forschungsteam in einem aktuellen Review analysiert. Die vielversprechenden Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Pain“ veröffentlicht.

Schmerzen & schlechter Schlaf verbunden

Weltweit waren im Jahr 2020 bis zu 47 Prozent der Menschen von Schmerzen des Bewegungsapparats betroffen, berichten die Forschenden unter Berufung auf frühere Studienergebnisse. Dies habe häufig auch Auswirkungen auf die Schlafqualität.

Schlechter Schlaf werde wiederum mit einem erhöhten Risiko für chronische Schmerzen in Zusammenhang gebracht, wodurch eine Art Teufelskreis drohe.

Melatonin zur Schmerzlinderung?

Melatonin ist seinerseits bisher vor allem für seine Wirkung gegen Schlafprobleme bekannt, doch stellten sich die Fachleute die Frage, ob das bewährte Schlafmittel darüber hinaus nicht auch einen Beitrag zur Linderung chronischer Schmerzen leisten könnte.

Anhand einer Auswertung der Daten aus 23 randomisierten kontrollierten Studien mit 2.028 Erwachsenen, die unter anderem an Beschwerden wie Kreuzschmerzen, Arthrose und Fibromyalgie litten oder sich von einer Operation wie einem Gelenkersatz oder Eingriffen an der Wirbelsäule erholten, überprüften sie die Wirkung von Melatonin.

Die Dosierungen und Einnahmezeitpunkte von Melatonin variierten in den Studien je nach Beschwerdebild und Rahmenbedingungen und bei chronischen Schmerzen des Bewegungsapparats lag die Dosierungen zum Beispiel typischerweise zwischen 3 und 10 Milligramm, erläutern die Forschenden.

Die Einnahme des Melatonins sei dabei meist zur Schlafenszeit oder bis zu einer Stunde vor dem Schlafengehen erfolgt.

Weniger Schmerzen & besserer Schlaf

Bei der Datenauswertung zeigte sich, dass Melatonin die Schmerzen durchschnittlich um etwa neun Punkte auf einer Skala von 0 bis 100 reduzierte und in den methodisch strengsten Studien lag die Schmerzreduktion sogar bei fast 10 Punkten, berichten die Forschenden.

Somit habe die Schmerzlinderung ein Ausmaß erreicht, dass dem weit verbreiteter Schmerzmittel entspreche, und gleichzeitig habe die Einnahme von Melatonin die Schlafqualität verbessert, was den bekannten Zusammenhang zwischen Schmerzen und Schlaf bestätige.

„Bei vielen Patientinnen und Patienten treten Schmerzen nicht isoliert auf, sondern sind eng mit schlechtem Schlaf verknüpft“, betont der Studienautor Kangchao Wu von der University of Sydney. Melatonin scheine bei beiden Problemen anzusetzen, wodurch es besonders nützlich für Menschen mit chronischen Schmerzen sei.

Allerdings waren in den Studien keine Hinweise auf eine eindeutige Dosis-Wirkungs-Beziehung feststellbar, so dass sich auf der Grundlage der aktuellen Datenlage keine Dosis empfehlen lässt, erläutern die Forschenden.

Vielversprechende Option zur Schmerztherapie

Trotz der unterschiedlichen Dosierungen in den Studien sei das Ausmaß der beobachteten Schmerzlinderung mit dem einiger herkömmlicher Behandlungen vergleichbar. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Melatonin diese ersetzen sollte, betont Wu.

„Vielmehr könnte Melatonin eine sicherere zusätzliche Option im Rahmen eines umfassenderen Schmerzbehandlungskonzepts darstellen“, so der Studienautor weiter.

Schwerwiegende Nebenwirkungen seien bei der kurzzeitigen Einnahme von Melatonin nicht zu erwarten und zu den häufigsten beobachteten unerwünschten Folgen zählten laut den Fachleuten Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen.

Insgesamt ist die Evidenz zu der Wirkung von Melatonin gegen chronische Schmerzen ausreichend, um eine vorsichtige Anwendung zu rechtfertigen, so da Fazit des Forschungsteams. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Kangchao Wu, Ting Him Ho, Paula R. Beckenkamp, Michelle Hall, Hanzhi Zhang, James Puterflam, Karin Duee Bruun, Jianhua Lin, Christopher Gordon, Rong Grunstein, Manuela L. Ferreira, Paulo Ferreira: Efficacy and effectiveness of melatonin for the management of musculoskeletal pain: a systematic review and meta-analysis of placebo and active controlled trials; in: Pain (veröffentlicht 30.06.2026), journals.lww.com
  • University of Sydney: Study finds melatonin may ease chronic pain (veröffentlicht 30.06.2026), eurekalert.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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