Eine pflanzliche Verbindung aus Bitterorangen und Grapefruits kann offenbar über ihre Auswirkungen auf den Lipidstoffwechsel auch zur Linderung nichtalkoholischer Fettlebererkrankungen beitragen.
Ein chinesisches Forschungsteam hat das therapeutische Potenzial des Pflanzenwirkstoffs Neohesperidin bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen untersucht und die vielversprechenden Ergebnisse in dem Fachmagazin „Phytotherapy Research“ veröffentlicht.
Fettleber belastet die Gesundheit
Nichtalkoholische Fettlebererkrankungen sind ein relativ weit verbreitetes Beschwerdebild, das langfristig die Gesundheit stark belasten kann. Letztlich erhöht eine Fettleber auch das frühzeitige Sterberisiko deutlich, wie eine Studie aus dem vergangenen Jahr belegt.
Angesichts der gesundheitlichen Folgen und der weltweiten Zunahme der nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen steht die Suche nach neuen Behandlungsansätzen seit einiger Zeit verstärkt im Fokus der Forschung.
So berichtete beispielsweise ein anderes chinesisches Forschungsteam erst kürzlich in dem Fachjournal „PharmaNutrition“, dass die Kombination aus TCM-Arzneimitteln und einem Mariendistel-Wirkstoff nachweisbar gegen Fettlebererkrankungen helfen kann.
Wie wirksam ist Neohesperidin?
Welchen therapeutischen Nutzen die pflanzliche Verbindung Neohesperidin bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen entfaltet, untersuchten die Fachleute nun in Zellversuchen und an Mäusen, die infolge einer fettreichen Ernährung eine Fettleber entwickelten.
Dabei zeigte sich, dass Neohesperidin die Lipidakkumulation sowohl in den Zellversuchen als auch in der Leber der Mäuse wirksam reduzierte, berichten die Forschenden.
Schlüsselenzym stabilisiert, Lipidabbau gefördert
Neohesperidin habe direkt an den Aminosäurerest PHE248 von ECHS1 gebunden, ein Schlüsselenzym der Fettsäure-β-Oxidation, und dessen Abbau gehemmt. Hierdurch wurde ECHS1 stabilisiert und der Lipidabbau gefördert, erklärt das Forschungsteam.
Zu der therapeutischen Gesamtwirkung habe außerdem die Modulation des sogenannten PPARα-Signalwegs beigetragen.
Neue Ansätze zur Fettleber-Therapie
Insgesamt verdeutlichen die Studienergebnisse, dass der Pflanzenstoff Neohesperidin einen wichtigen Beitrag zur Behandlung nichtalkoholischer Fettlebererkrankungen leisten kann und dass ECHS1 einen vielversprechenden therapeutischen Angriffspunkt bietet.
„Damit eröffnet sich eine neuartige Strategie zur Bekämpfung von nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen, die durch die gezielte Beeinflussung der Proteinstabilität die Lipid-Homöostase wiederherstellt“, resümieren die Forschenden. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
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- Hongyan Zhu, Tong Zhu, Min Yang, Xiaohui Huang, Shengwang Gao, Mingfei Li, Yang Shu, Xinran Yu, Xisong Ke, Jian Zhang, Jia Qi: Neohesperidin Regulates Lipid Metabolism and Ameliorates MASLD by Targeting ECHS1; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 01.07.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Gabriel Issa, Ying Shang, Rickard Strandberg, Hannes Hagström, Axel Wester: Cause-specific mortality in 13,099 patients with metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease in Sweden; in: Journal of Hepatology (veröffentlicht 24.03.2025), journal-of-hepatology.eu
- Zhixin Li, Shan Wang, Di Wang, Ya Wang, Meiqing Mai, Yongdui Ruan, Bingquan Mo, Zhongxia Li, Honghui Guo: Silymarin combined with edible traditional Chinese medicine alleviates chronic inflammation by modulating gut microbiota-mediated bile acid metabolism in patients with metabolic dysfunction-associated fatty liver disease: A randomized controlled trial; in: PharmaNutrition (veröffentlicht 19.05.2026), sciencedirect.com
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