Eine pflanzliche Verbindung aus Salbei (Salvia) kann den programmierten Zelltod in den Endothelzellen der Blutgefäße hemmen und hat vielversprechende Wirkungen bei Arterienverkalkung (Atherosklerose). Unter zahlreichen Pflanzenstoffen zeigt Salvianolsäure A die deutlichsten Effekte.
Forschende der Zhejiang Chinese Medical University haben untersucht, welche Beitrag Salvianolsäure A zur Hemmung der Ferroptose in den Endothelzellen und zur Behandlung und Prävention von Atherosklerose leisten kann. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Phytotherapy Research“ veröffentlicht.
Arterienverkalkung ein Risikofaktor
Atherosklerose ist gekennzeichnet durch Plaqueablagerungen in den Arterien und gilt unter anderem als wesentlicher Risikofaktor für koronare Herzkrankheiten, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Aneurysmen und Nierenschäden.
Neben bewährten Ansätze zur Prävention und Behandlung wie Ernährungsinterventionen und Bewegungsprogrammen sind zuletzt auch pflanzliche Wirkstoffe als Option zur Linderung der Atherosklerose zunehmend in den Fokus der Forschung gerückt.
Suche nach neuen Wirkstoffen
So kam eine erst kürzlich veröffentlichte Studie zu dem Schluss, dass Isorhynchophyllin aus dem Indischen Morgenstern bei Arterienverkalkung ein pflanzlicher Wirkstoff mit vielversprechendem therapeutischem Potenzial ist.
Als wichtiger Faktor für das Fortschreiten der Atherosklerose gilt zudem die sogenannte Ferroptose (Form des programmierten Zelltods) in den Endothelzellen und die Forschenden überprüften daher nun, welche pflanzlichen Verbindungen einen Beitrag zu deren Linderung leisten können.
Salvianolsäure A wirksamster Hemmstoff
Unter 124 natürlichen Verbindungen erwies sich Salvianolsäure A als wirksamster Hemmstoff der Ferroptose in Endothelzellen, wobei der Pflanzenstoff die ferroptotische Reaktion hemmte, indem er die GPX4-abhängige antioxidative Kapazität wiederherstellte und die Lipidperoxidation sowohl auf zellulärer als auch auf mitochondrialer Ebene verhinderte, berichtet das Team.
Zudem habe Salvianolsäure A die mitochondriale Funktion in den Endothelzellen auf verschiedenen Wegen verbessert und in den weiteren Untersuchungen habe sich bestätigt, dass Salvianolsäure A die mitochondriale Homöostase wiederherstellt und die Ferroptose spezifisch durch Aktivierung des AdipoR1-AMPK-Signalwegs hemmt.
Signifikante Linderung der Atherosklerose
In Untersuchungen an Mäusen beobachteten die Forschenden darüber hinaus, dass die Behandlung mit Salvianolsäure A eine durch fettreiche Ernährung induzierte Atherosklerose und die ferroptoseartigen Zellschäden signifikant linderte.
Damit zeigt die pflanzliche Verbindung aus Salbei insgesamt vielversprechendes therapeutisches Potenzial gegen die Ferroptose der Endothelzellen und gegen Atherosklerose. Weitere Studien sollte dies nun eingehender untersuchen und dabei auch andere mit dem Endothel assoziierte Herz-Kreislauf-Erkrankungen einbeziehen, resümieren die Forschenden. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Ji Zhu, Jianan Guo, Jing Liu, Cheng Chen, Hang Chen, Cui Wang, Aini Yuan, Dezhao Lu, Yifei Le: Salvianolic Acid A Inhibits Ferroptosis in Endothelial Cells and the Progression of Atherosclerosis by Augmenting the Mitochondrial Homeostasis Pathway Associated With Adiponectin Receptor 1; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 17.07.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Lihua Wang, Yuecheng Liu, Haichao Li, Wenchi Yu, Yuanlong Hu, Desheng Hu, Haiqiang Jiang, Xialin Zhu, Danyang Wang: Isorhyncophylline Targets PP2AC to Modulate YAP to Inhibit Endothelial Cell Inflammation; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 02.02.2026), onlinelibrary.wiley.com
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