Hitzewellen sind mit einem erhöhten Auftreten verschiedener Gesundheitsprobleme verbunden, darunter zum Beispiel auch Hautausschläge, Multiple Sklerose und akutes Nierenversagen. Zudem steigt das Risiko für Körperverletzungen und Verletzungen infolge von Autounfällen.
Welche Zusammenhänge zwischen hohen Temperaturen und den Diagnosen bei Behandlungen im Krankenhaus bestehen, haben Forschende der Northwestern University (USA) in einer aktuellen Studie untersucht. Die durchaus überraschenden Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Science Advances“ veröffentlicht.
Hitze belastet die Gesundheit
Hitze kann schwere Gesundheitsprobleme verursachen und schlimmstenfalls tödliche Folgen haben, wie beispielsweise bei einem Hitzeschlag oder bei der Kombination von Hitzeexposition und bereits bestehenden Vorerkrankungen. So waren laut dem Robert Koch-Institut (RKI) dieses Jahr in Deutschland bereits rund 14.000 hitzebedingte Sterbefälle zu verzeichnen.
Allerdings handelt es sich um eine geschätzte Zahl, da Hitze in der Regel nicht als die Todesursache auf dem Totenschein erfasst wird. Ein ähnliches Problem besteht bei der Ermittlung hitzebedingter Diagnosen in den Kliniken, da hier die Erkrankung und nicht Hitze als Behandlungsgrund angegeben wird.
Zusammenhänge mit Diagnosen untersucht
Das US-Forschungsteam hat daher einen neuen Ansatz genutzt, um mögliche Zusammenhänge zwischen hohen Temperaturen und den Diagnosen aus fast einer Million Behandlungen in Chicago zu identifizieren, die jeweils zwischen Mai und September in den Jahren 2011 bis 2023 erfolgten.
„Durch die Verknüpfung klinischer Daten (…) mit Klimadaten nach Ort und Zeit können wir besser verstehen, wie extreme Hitze die Gesundheit von Risikogruppen beeinflusst“, erklärt der Studienautor Dr. Abel Kho.
Anstieg bei 33 Diagnosen
Insgesamt waren in dem Beobachtungszeitraum 100 Tage mit extremer Hitze (33,7 Grad Celsius oder höher) zu verzeichnen und die Fachleute beobachteten an diesen Tagen einen signifikanten Anstieg von 33 Diagnosen.
Besonders deutliche Zusammenhänge waren nicht nur mit Behandlungen aufgrund von Dehydrierung und Hitzschlag festzustellen, sondern zum Beispiel auch bei glomerulären Erkrankungen, Krampfadern, akutem Nierenversagen, Hautausschlag und Multiple Sklerose, berichten die Forschenden.
Zudem seien die Behandlungen aufgrund von Insektenstichen, Verkehrsunfällen, Körperverletzungen und Schussverletzungen an heißen Tagen deutlich erhöht ausgefallen.
Auswirkungen von Hitze bisher unterschätzt
„Wenn wir nur die bekannteren hitzebedingten Erkrankungen erfassen, unterschätzen wir die tatsächliche gesundheitliche Belastung durch Hitze. Dies könnte dazu führen, dass gefährdete Menschen und Gemeinschaften übersehen werden“, betont der Studienautor Professor Daniel Horton.
Insgesamt deuten die Studienergebnisse darauf hin, dass die Auswirkungen von Hitzewellen auf die öffentliche Gesundheit deutlich unterschätzt wurden und dass Zusammenhänge mit weit mehr Gesundheitsproblemen bestehen, als bisher angenommen.
Verbesserter Hitzeschutz erforderlich
Maßnahmen zum Hitzeschutz könnten demnach einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Behandlungsbedarf in den Kliniken leisten und neben den Notaufnahmen auch das Gesundheitssystem insgesamt entlasten.
„Da wir wissen, dass ein Zusammenhang zwischen extremer Hitze und einer Reihe verschiedener gesundheitlicher Folgen besteht, ist die Verringerung der Belastung von entscheidender Bedeutung“, so Professor Horton. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Northwestern University: Extreme heat linked to 33 diagnoses that go beyond dehydration, heat stroke (veröffentlicht 26.08.2026), eurekalert.org
- Hyojung Jang, Peter M. Graffy, Benjamin W. Barrett, Daniel E. Horton, Jennifer L. Chan, Abel N. Kho: Identifying heat-related diagnoses in emergency department visits among adults in Chicago: a heat-wide association study; in: Science Advances (veröffentlicht 26.08.2026), science.org
- Robert Koch-Institut (RKI): Wochenbericht zur hitzebedingten Mortaität (Stand 20.08.2026), rki.de
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.









