Bestimmte Präparate aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) zeigen bei der Behandlung von Osteoporose eine vielversprechende Wirkung, wobei insbesondere der Pflanzenstoff Magnoflorin eine wichtige Rolle spielt.
Ein chinesisches Forschungsteam hat die anti-osteoporotische Wirkung eines speziellen TCM-Präparates untersucht, die pharmakologisch relevanten Bestandteile ermittelt und deren Wirkmechanismen analysiert. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Phytomedicine“ veröffentlicht.
Postmenopausale Frauen besonders gefährdet
Mit dem Alter steigt das Risiko für einen übermäßigen Abbau der Knochensubstanz und viele Frauen im postmenopausalen Alter sind von einer Osteoporose betroffen, die durch Hyperaktivität der Osteoklasten infolge des Östrogenmangels vorangetrieben wird, erläutern die Forschenden.
Zwar seien durchaus Therapien verfügbar, doch deren Langzeitanwendung werde durch verschiedene Nebenwirkungen eingeschränkt. Daher bleiben Wirkstoffe, die einen Beitrag zur Behandlung leisten können, weiterhin dringend gesucht.
Neue Wirkstoffe gegen Osteoporose?
Hierbei sind zuletzt auch verschiedene Pflanzenstoffe verstärkt in den Fokus gerückt und beispielsweise kam eine vor wenigen Monaten veröffentlichte Studie zu dem Schluss, dass Cumarine bei Osteoporose einen wirksamen natürlichen Behandlungsansatz bieten.
In einer etwas älteren Forschungsarbeit wurden zudem zwei bioaktive Verbindungen aus der Heilpflanze Angelica sinensis als wirksam gegen Osteoporose beschrieben, wobei die Pflanze auch Bestandteil eines speziellen TCM-Präparates zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden ist.
Dieses TCM-Präparat wird als Gengnianshou-Formel bezeichnet und in der neuen Studie überprüften die Forschenden, inwiefern das pflanzliche Kombinationspräparat auch gegen Osteoporose helfen kann.
Hierfür analysierten sie die pharmakologisch relevanten Bestandteile und die molekularen Mechanismen, die deren Wirkung zugrunde liegen. Außerdem überprüften sie die anti-osteoporotischen Eigenschaften anhand von Ratten.
Magnoflorin entscheidend für die Wirkung
Die Anwendung des TCM-Präparats hat bei den Tieren die Knochenmikroarchitektur signifikant verbessert und die Osteoklastenaktivität reduziert, berichtet das Team. In weiteren Analysen sei deutlich geworden, dass Magnoflorin der wichtigste Inhibitor der Osteoklastendifferenzierung war.
Auch konnten die Fachleute das Gen CCDC88A als wichtigen Faktor für das Fortschreiten der Osteoporose und der Osteoklastendifferenzierung identifizieren. Ein CCDC88A-Mangel habe die Osteoklastogenese abgeschwächt, erläutern die Forschenden. Zudem sei deutlich geworden, dass Magnoflorin direkte mit CCDC88A interagiert.
Hoffnung auf neue Therapieoptionen
Insgesamt verdeutlichen die Studienergebnisse, dass die Gengnianshou-Formel durchaus einen Beitrag zur Behandlung von Osteoporose bei postmenopausalen Frauen leisten kann, wobei Magnoflorin offenbar eine entscheidende Rolle spielt. Damit erscheint die bioaktive Verbindung als besonders vielversprechender Wirkstoff für die Therapie postmenopausaler Osteoporose. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
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- Wei Zhang, An-zhu Wang, Xiang Li, Meng-jiao Kang, Qian Liu, Jing-ru Tian, Xiang-yan Li, Ze-yu Wang, Jin-yue Zhao, Jia-xing Fan, Shan Wang, Li-hua Qin, Xiao-lin Tong, Lin-hua Zhao: (+)-Magnoflorine suppresses osteoclastogenesis by regulating CCDC88A-associated signaling networks in estrogen-deficient osteoporosis; in: Phytomedicine (veröffentlicht 11.08.2026), sciencedirect.com
- Ying Wang, Zhicheng Liu, Xueru Wang, Kaijin Wang, Ning Li: Natural Coumarins: Unveiling Mechanisms for Osteoporosis Treatment; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 29.03.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Jian Zou, Zuo-Cheng Qiu, Qiang-Qiang Yu, Jia-Ming Wu, Yong-Heng Wang, et al.: Discovery of a Potent Antiosteoporotic Drug Molecular Scaffold Derived from Angelica sinensis and Its Bioinspired Total Synthesis; in: ACS Central Science (veröffentlicht 21.02.2024), pubs.acs.org
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