Was wir zum Frühstück essen, beeinflusst die Regulation des Blutzuckerspiegels für den restlichen Tag. Insbesondere die Auswirkungen des Frühstücks auf die Hormone Glukagon und Insulin spielen dabei offenbar eine maßgebliche Rolle.
Forschende der Vanderbilt University haben untersucht, wie die das Frühstück die Verarbeitung späterer Mahlzeiten beeinflusst und und welche Hormone hierbei eine Rolle spielen. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Frontiers in Endocrinology“ veröffentlicht.
Wechselspiel von Glukagon & Insulin
Glukose ist die einfachste Form von Zucker und bildet die Hauptenergiequelle des Körpers. Wenn alles normal funktioniert, reguliert der Körper den Blutzuckerspiegel und speichert die Glukose in Form von Glykogen in der Leber, erläutern die Forschenden.
Hierbei wirken die Hormone Insulin und Glukagon gegensätzlich und während Insulin über verschiedene Mechanismen den Blutzuckerspiegel senkt, fördert Glukagon die Umwandlung von Glykogen aus der Leber in Glukose, wodurch der Blutzuckerspiegel steigt, so die Fachleute weiter.
Nach einer Mahlzeit bereite Insulin die Leber auf die Speicherung von Glukose vor, während Glucagon die Freisetzung von Glukose ins Blut anrege. Daher habe sich die Frage gestellt, ob Glukagon, ähnlich wie Insulin, die Leber nachhaltig beeinflusst und somit die Reaktion auf spätere Mahlzeiten im Tagesverlauf prägt.
In Untersuchungen an Hunden überprüfte das Team nun, wie die Auswirkungen der ersten Mahlzeit am Tag auf den Insulin- und Glukagonspiegel die Blutzuckerregulation bei späteren Mahlzeit beeinflussen.
Veränderte Speicherung von Glukose
Dabei zeigte sich, dass erhöhte Glukagonwerte nach der ersten Mahlzeit die Speicherung von Glukose in der Leber nach der nächsten Mahlzeit beeinträchtigten, auch wenn die Insulin- und Blutzuckerspiegel bei der zweiten Mahlzeit identisch waren, berichten die Forschenden.
Statt Glukose zu speichern habe die Leber sie weiterhin freigesetzt, was durch einen niedrigeren Spiegel der Glucokinase verusacht werde, jenes Enzyms, das der Leber helfe, Zucker aufzunehmen und zu speichern.
Glukagon ein wichtiger Faktor
Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass Glukagon neben Insulin ein wichtiger Regulator des metabolischen Gedächtnisses der Leber nach der morgendlichen Mahlzeit ist. Die Insulin-Glucagon-Dynamik in der frühen Tagesphase kann dabei die Reaktion der Leber auf nachfolgende Belastungen prägen, so das Forschungsteam.
Dies liefert mechanistische Einblicke in die Glukoseregulation nach dem Frühstück und verdeutlicht die möglichen Auswirkungen auf die metabolische Gesundheit und das Diabetes-Rrisiko, ergänzen die Forschenden.
Besonders relevant bei Typ-2-Diabetes
Die beobachteten Effekte bieten nach Ansicht des Teams auch eine Erklärung dafür, warum der Blutzucker im Laufe des Tages ansteigen kann, selbst wenn die Werte am Morgen normal erscheinen, was besonders für Menschen mit Typ-2-Diabetes relevant sei.
Zudem wird deutlich, dass Behandlungen, die Insulin und Glucagon gemeinsam ansprechen, bei Diabetes äußerst vielversprechend sind, resümieren die Forschenden. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Hannah L. Waterman, Marta S. Smith, Ben Farmer, Kalisha Yankey, Karin J. Bosma, Richard M. O’Brien, Derek P. Claxton, Derek P. Claxton, Tristan Howard, Guillaume Kraft, Alan D. Cherrington, Dale S. Edgerton: Morning glucagon disrupts insulin induced hepatic metabolic memory and subsequent afternoon glucose metabolism in canines; in: Frontiers in Endocrinology (veröffentlicht 29.04.2026), frontiersin.org
- Vanderbilt University: How breakfast primes the response to the hormones that manage your blood sugar (veröffentlicht 31.08.2026), vanderbilt.edu
Wichtiger Hinweis:
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