Schlechter Schlaf ist mit einem deutlich erhöhten Risiko für Schlaganfälle und weitere Gesundheitsbeschwerden verbunden. So besteht offenbar auch ein Zusammenhang mit Demenz und Depressionen.
Forschende aus Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz haben in einer aktuellen Studie untersucht, inwiefern Schlafstörungen mit dem Risiko für Demenz, Schlaganfälle, Depressionen und verschiedene weitere Gesundheitsprobleme verbunden sind. Die Ergebnisse wurden in dem Fachmagazin „Sleep Medicine Reviews“ veröffentlicht.
Schlafprobleme belasten die Gesundheit
Dass Schlafmangel und eine schlechte Schlafqualität die Gesundheit beeinträchtigen können, ist durch zahlreiche frühere Studie bereits eindeutig belegt. Ebenso wurden bereits Zusammenhänge mit der Gesundheit des Gehirns aufgezeigt und die Fachleute stellten sich daher die Frage, ob Schlafstörungen als Prädiktor für Gesundheitsprobleme dienen können.
In einer durch die European Academy of Neurology (EAN) finanzierten Studie werteten sie 16 frühere Forschungsarbeit und drei neue Übersichtsarbeiten mit insgesamt 1,3 Millionen Teilnehmenden aus, um diese Frage zu klären.
Untersucht wurde der Einfluss von Schlafstörungen auf das Risiko für Demenz, Schlaganfälle, Depressionen, Suizidgedanken, Arbeitsunfälle, Krankenhausaufenthalte und frühzeitige Todesfälle, berichtet das Team.
Erhöhtes Schlaganfallrisiko
Den Fachleuten zufolge hatte Menschen mit Schlafstörungen ein um 26 Prozent erhöhtes Schlaganfallrisiko und zudem sei ihr Risiko für erforderliche Krankenhauseinweisung um 28 Prozent höher ausgefallen als bei Personen mit gesundem Schlaf.
Darüber hinaus beobachteten die Forschenden einen Zusammenhang der Schlafstörungen mit Depressionen und Suizidgedanken und auch das Risiko einer Demenzerkrankung (insbesondere Alzheimer) war laut den Fachleuten bei Teilnehmenden mit Schlafproblemen erhöht.
„Schlaflosigkeit verdient Beachtung als Warnsignal für den Zustand der Gehirn- und psychischen Gesundheit. Diese Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit Schlafstörungen ein erhöhtes Risiko für Demenz und Schlaganfälle haben“, betont der Studienleiter Luca Vignatelli vom IRCCS Istituto delle Scienze Neurologiche di Bologna in Italien.
Wichtiger Gesundheitsindikator
Schlafstörungen seien ein wichtiger Indikator für die Gesundheit und sollten in der klinischen Praxis mehr Berücksichtigung finden, fordert das Forschungsteam.
„Wir müssen das Bewusstsein für Schlaflosigkeit und ihre Behandlung schärfen und sicherstellen, dass Schlaf in die Gesundheitsförderungsprogramme in unseren Gemeinden, Schulen und Betrieben integriert wird“, resümiert der Studienautor Professor Stefan Seidel von der Medizinischen Universität Wien. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Luca Vignatelli, Maurizio A. Leone, Elisabetta Pupillo, Stefan Seidel, Ulf Kallweit, Natalia Colorado Prieto, Maria Lolich, Marina Tüzün, Claudio L.A. Bassetti: Insomnia as risk factor for brain, mental and general health consequences: an umbrella systematic review; in: Sleep Medicine Reviews (veröffentlicht 07.09.2026), sciencedirect.com
- Beyond: Insomnia linked to higher risk of stroke in new review (veröffentlicht 27.09.2026), eurekalert.org
Wichtiger Hinweis:
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