Nächtliche Snacks können die Lebergesundheit stark belasten und wer regelmäßig spät abends isst, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für nichtalkoholische Fettlebererkrankungen und eine Leberzirrhose.
Forschende der Oregon Health & Science University haben untersucht, inwiefern der Zeitpunkt von Mahlzeiten das Risiko für nichtalkoholische Fettlebererkrankungen (Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung; MASLD) und Leberzirrhosen beeinflusst. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Clinical Gastroenterology and Hepatology“ veröffentlicht.
Ernährung beeinflusst Lebergesundheit
Dass die Ernährung weitreichende Auswirkungen auf die Lebergesundheit hat, ist durch zahlreiche frühere Studien bereits hinlänglich belegt und beispielsweise kam eine Forschungsarbeit aus dem Jahr 2023 zu dem Schluss, dass der regelmäßige Verzehr von Fast Food zu einer Fettleber führen kann.
Zudem gab es bereits Hinweise darauf, dass nicht nur die Auswahl der Lebensmittel, sondern auch der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme in Bezug auf die Lebergesundheit eine Rolle spielt.
Wie wichtig ist der Zeitpunkt der Mahlzeiten?
Anhand der Daten von run 200.000 Teilnehmenden aus der „Nurses’ Health Study“, der „Nurses’ Health Study II“ und der „Health Professionals Follow-up Study“ hat das Forschungsteam daher jetzt überprüft, welche Zusammenhänge zwischen dem Essverhalten und dem Auftreten einer MASLD und einer Leberzirrhose bestehen.
Die Forschenden gruppierten die Teilnehmenden nach ihrem zeitlichen Essverhalten und suchten anschließend nach Korrelationen mit den beiden Lebererkrankungen.
Erhöhtes Risiko für Lebererkrankungen
Bei den Teilnehmenden, die angaben, regelmäßig spät abends zu essen, war im Vergleich zu denjenigen, die dies nicht taten, ein Anstieg der Lebererkrankungen um bis zu 30 Prozent festzustellen, berichtet das Forschungsteam.
Dies ist nach Ansicht der Fachleute auf die enge Verbindung zwischen dem zirkardianen Rhythmus und der Leber zurückzuführen. Die Leber sei eines der Organe, das am anfälligsten auf eine gestörte zeitliche Abstimmung zwischen Essen und Schlaf reagiere.
„Wir wissen, dass die Leber sehr eng mit dem zirkadianen Rhythmus des Körpers verbunden ist. Daher sind wir daran interessiert, die Essenszeiten so zu verändern, dass sich dies positiv auf die Gesundheit auswirken kann, ohne die Zusammensetzung der Ernährung zu verändern“, betont der Studienleiter Dr. Robert Wilechansky.
Verzicht auf spätes Essen
Ein Verzicht auf das Essen spät am Abend könnte hier einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Lebergesundheit leisten und das Risiko für Fettlebererkrankungen und Leberzirrhosen deutlich senken.
„Die wichtigste Erkenntnis ist, dass es vorteilhaft sein kann, die Kalorienzufuhr auf einige Stunden vor dem Schlafengehen zu beschränken“, fasst Dr. Wilechansky zusammen. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handele, könne diese jedoch keinen direkten Kausalzusammenhang belegen. So seien nun weitere Studien erforderlich, um die Verbindung zwischen den Lebererkrankung und dem zeitlichen Essverhalten zu analysieren. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Robert M. Wilechansky, Kevin Casey, Andrew W. McHill, Andrew T. Chan, Tracey G. Simon: Late-Night Eating is Associated with MASLD and Cirrhosis: The Nurses' Health Study and Health Professionals' Follow-Up Study; in: Clinical Gastroenterology and Hepatology (veröffentlicht 09.10.2026), cghjournal.org
- Oregon Health & Science University: Late-night eating may be bad for your liver, study suggests (veröffentlicht 09.10.2026), eurekalert.org
- Ani Kardashian, Jennifer L. Dodge, Norah A. Terrault: Quantifying the Negative Impact of Fast-food Consumption on Liver Steatosis Among United States Adults with Diabetes and Obesity; in: Clinical Gastroenterology and Hepatology (veröffentlicht 10.01.2023), cghjournal.org
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.









