Kräuter einfrieren – in Behälter Minze, Petersilie oder Rosmarin einfrieren

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So richtig Kräuter einfrieren

Wer Kräuter länger lagern möchte, stellt sich vielleicht die Frage, ob es besser ist, die Pflanzen zu trocknen oder einzufrieren. Tatsächlich sind beide Verfahren nicht für jedes Kraut gleich gut geeignet. Welche Gewächse besser im gefrorenen Zustand überdauern und was es beim Einfrieren von Kräutern zu beachten gilt, erfahren Sie hier.


Warum Kräuter einfrieren?

Dass viele Lebensmittel in der Kühltruhe länger haltbar sind, ist klar. Und auch manche Kräuter halten sich deutlich länger, wenn sie eingefroren werden. Zudem lassen sich auf diese Weise die eigenen Lieblingskräuter und Gewürze schonend auf Vorrat lagern und sind schnell in alter Frische griffbereit.

Kräuter einfrieren ist praktisch, um bei Bedarf nicht erst in den Supermarkt laufen zu müssen. Es eignen sich aber nicht alle Kräuter gleich gut zum Einfrieren. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)

Der Vorteil eingefrorener Kräuter besteht ferner darin, dass die Kräuter – anders als beim Trocknungsprozess – kaum an Geschmack und Wirkstoffen verlieren. Dafür kann unter der frostigen Kälte aber die Konsistenz der Kräuter leiden. Denn spätestens beim Auftauen schlägt sich einiges an Gefrierwasser auf den Pflanzen nieder. Unzureichend abgedeckte oder sehr empfindliche Gewächse werden dann schnell matschig. Es kommt deshalb neben der richtigen Lagerung im Gefrierfach auch auf die richtige Auswahl der einzufrierenden Kräuter an.

Welche Kräuter sind zum Einfrieren geeignet?

Interessanterweise eignen sich gerade viele Kräuter, die ideal fürs Trocknen sind, eher weniger fürs Einfrieren. Damit sind überwiegend verholzende Kräuter wie Oregano oder Thymian gemeint. Sie weisen nach der Frostbehandlung einen erheblichen Aromaverlust auf. Anders sieht es dagegen bei Kräutern aus, die erfahrungsgemäß schlecht auf den Trocknungsprozess reagieren. Gerade Blattkräuter aus dem Bereich der Küchengewürze, von deren Trocknung in vielen Fällen abgeraten wird, weil sie dabei zu sehr an Geschmack verlieren, sind wie geschaffen fürs Einfrieren. Dabei kommt den Pflanzen ihr hoher Feuchtigkeitsanteil zu Gute. Dank ihm werden die Inhaltsstoffe der Kräuter unter Minusgraden an Ort und Stelle gehalten, bis sie sich nach dem Auftauen in einem leckeren Gericht, Tee oder Pflegeprodukt entfalten können. Einige Beispiele für gut zum Einfrieren geeignete Kräuter bietet die nachstehende Übersicht:

Wie lange sind gefrorene Kräuter haltbar?

Man könnte nun denken, eingefrorene Kräuter seien ewig haltbar. Doch auch gefrorene Lebensmittel haben ein Verfallsdatum. In der Regel kann man die meisten Kräuter aus der Tiefkühltruhe bis zu einem Jahr nutzen. Die Haltbarkeit wird dabei aber um einiges reduziert, wenn die Kräuter im Kühlfach nicht richtig gelagert werden.

So ist es zum Beispiel wichtig, die gefrorenen Kräuter in einem luftdicht verschlossenen Behältnis (z.B. Tupperdose oder Gefrierbeutel) zu lagern. Ansonsten könnten durch den Kontakt mit Sauerstoff von außen kälteresistente Bakterien an die Kräuterpflanzen gelangen und diese verderben. Auch droht ohne angemessene Abdeckung der Gefrierbrand, und es lagert sich zu viel Frostwasser an den Kräutern ab, was nach dem Auftauen für eine ungewollt matschige Konsistenz sorgt. Behälter für Eiswürfel oder Schalen, die nur leicht mit Alufolie abgedeckt werden, sind daher eher ungeeignet, um Kräuter einzufrieren.

Wichtig ist, die gefrorenen Kräuter in einem luftdicht verschlossenen Behältnis wie z. B. einer Tupperdose zu lagern. Ansonsten droht Gefrierbrand bzw. können die Kräuter bei Kontakt mit Sauerstoff sogar verderben. (Bild: Smole/fotolia.com)

Kräuter richtig einfrieren – so klappt’s

1. Kräuter reinigen: Im Gegensatz zu getrockneten Kräutern, die vor dem Trocknungsprozess besser nicht gewaschen werden sollten, darf man Kräutern, die eingefroren werden sollen, getrost eine kleine Reinigungsdusche spendieren. Dadurch werden Schmutzreste und auch so manche hartnäckigen Pflanzenparasiten beseitigt. Waschen Sie vor allem die Blattunterseiten gründlich, da sich hier besonders gerne unerwünschte Rückstände verbergen.

2. Kräuter zerkleinern: Anschließend werden die Kräuter mit einem Küchentuch vorsichtig abgetupft und zerkleinert. Ein weiterer Schritt, in dem sich das Einfrieren deutlich vom Trocknen der Kräuter unterschiedet. Je kleiner die Kräuter vor ihrem „Winterschlaf“ nämlich gehackt bzw. geschnitten werden, desto leichter können sich Aroma- und Wirkstoffe vorab im Kräutergemenge verteilen. Zudem erleichtert das Zerkleinern der Kräuter auch die spätere Portionierung.

3. Gefrierbehältnis wählen: Es gibt viele Möglichkeiten, um Kräuter im Gefrierschrank zu verwahren. Empfehlenswert sind eine kleine Tupperbox oder ein gut verschließbarer Eiswürfelbehälter. In letzterem kann man wunderbar kleine Kräuterwürfel herstellen, die sich wohlportioniert in Suppen oder Soßen werfen lassen. Große Behälter sind dagegen weniger geeignet, da die Kräuter hier sehr leicht zu einem kompakten Klumpen zusammenfrieren, der sich ohne komplettes Auftauen kaum noch portionieren lässt.

Tipp: Man kann Kräuter vor dem Einfrieren auch miteinander mischen. Gerade Schnittlauch und Petersilie stellen eine oft genutzte Kräuterkombination in der Küche dar, die auch im Gefrierbehältnis gut harmoniert. (ma)