Krebsvorsorge durch neuen Darmkrebs-Frühtest für daheim – Krankenkassenleistung

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

So einfach kann Darmkrebs-Vorsorge sein

Ein amerikanisches Forschungsteam rät zu einer neuen Methode zur Früherkennung von Darmkrebs. Der Test kann einfach zu Hause durchgeführt werden und erfordert weder eine ärztliche Untersuchung noch eine Darmspiegelung, vor der sich viele Personen gerne drücken. Anhand einer einfachen Stuhlprobe kann mithilfe des Tests eine Darmkrebs-Erkrankung mit 80 prozentiger Wahrscheinlichkeit erkannt werden, zeigt eine aktuelle Studie.


Forschende der Indiana University School of Medicine entwickelten ein neues Testverfahren zur Früherkennung von Darmkrebs. Anstelle einer unangenehmen Koloskopie soll eine Analyse der Stuhlprobe durchgeführt werden, die jeder zu Hause selbst entnehmen kann. Der neue Darmkrebs-Früherkennungstest wurde bereits bei über 120.000 Teilnehmenden getestet. Die Ergebnisse wurden kürzlich in dem Fachjournal „Annals of Internal Medicine“ vorgestellt.

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Ein einfacher Test für zu Hause kann im Rahmen der jährlichen Vorsorge zu einer frühen Erkennung beitragen. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Vier von fünf Darmtumore werden erkannt

Im sogenannten FIT-Test entnehmen die Betroffenen zu Hause eine Probe ihres Stuhls und senden diese in ein Labor. Dort werden die Fäkalien auf verborgenes Blut untersucht – ein Indiz für Darmkrebs. Die Testergebnisse wurden bereits bei über 120.000 Teilnehmenden überprüft. In vier von fünf Fällen erkennt der Selbsttest erfolgreich eine Darmkrebs-Erkrankung. Damit reicht er fast an die Erkennungsrate einer Darmspiegelung heran, die bei etwa 95 Prozent liegt.

Neuer Test spart Geld, Zeit und Nerven

„Unsere Analyse zeigt, dass FIT eine gute Methode zur Früherkennung von Darmkrebs bei einem durchschnittlichen Risiko ist“, berichtet Gastroenterologe Dr. Thomas Imperiale, der Erstautor der Studie, in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen. Der Test eigne sich sehr gut, um ihn im Rahmen eines Früherkennungsprogramms für Erwachsene einzusetzen, die keine auffälligen Symptome wie Blut im Stuhl zeigen. Die Probe könne einmal jährlich durchgeführt werden und ersetze das Darmkrebs-Screening. Dies spare auch Geld fürs Gesundheitssystem sowie Zeit und Nerven bei den Patientinnen und Patienten.

Welche Personen sollten verstärkt auf Darmkrebs achten?

Nach Angaben der Forschenden steigt das Risiko für Darmkrebs ab dem 50. Lebensjahr auf ein durchschnittliches Niveau an. Bislang gilt die Darmspiegelung als Standard für das Darmkrebs-Screening. Mit dem neuen Test könnte jede Person über 50 Jahren jährlich eine Probe einreichen und müsste sich dann nur einer Koloskopie unterziehen, wenn der Test positiv ist.

Krankenversicherte ab 50 haben jährlich Anspruch auf den Test

Gemäß der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie haben Krankenversicherte in Deutschland ab 50 Jahren einmal jährlich Anspruch auf die Durchführung eines solchen Stuhltests. Der FIT-Test (auch iFOB-Test) kann beim Arzt erfragt und zu Hause durchgeführt werden. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Die Versicherten erhalten dann ein kleines Röhrchen. Das darin befindliche Entnahmestäbchen wird mehrmals in den Stuhl getaucht. Anschließend wird das Röhrchen wieder verschlossen und innerhalb eines Tages wieder beim Arzt eingereicht.

Langjährige Studien

In zahlreichen langjährigen klinischen Studien konnte erwiesen werden, dass die Sterblichkeit durch Darmkrebs durch jährliche bzw. zweijährlich wiederholte Testmaßnahme um 13 bis 33 Prozent reduziert werden konnte. Wurde Blut im Stuhl gefunden, heißt dies jedoch nicht unweigerlich, dass eine Krebserkrankung auch tatsächlich vorliegt. Einige andere Gründe können ursächlich sein. Doch weitergehende Untersuchungen wie eine Darmspiegelung können Gewissheit geben. (vb)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.