Palmöl in Nougatcreme – Negative Auswirkungen für Gesundheit und Umwelt

Ein Scheibe Brot mit Schokocreme-Aufstrich

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Gesundheitsgefahr: Verbraucherzentrale rät zu Vorsicht bei Lebensmitteln mit Palmöl

Palmöl ist das meist produzierte Pflanzenöl der Welt. Die Produktion der billigen Ware trägt zur Zerstörung des Regenwaldes bei. Zudem sind in dem Öl oft Schadstoffe enthalten, darunter auch solche, die möglicherweise krebserregend sind. Verbraucherschützer raten daher zur Vorsicht bei Lebensmitteln, die Palmöl enthalten.


Wegen Ölpalmen-Plantagen wird Regenwald zerstört

Es steckt in Fertiggerichten, Schokoladencreme, Keksen und Margarine: Palmöl ist weltweit das meist produzierte und billigste Pflanzenöl. Die zunehmende Zahl der Ölpalmen-Plantagen zerstört in den feuchtwarmen Tropen Regenwald und sorgt für erhebliche ökologische und soziale Probleme in den Erzeugerländern. Zudem entstehen bei der Raffination des Öls Schadstoffe, darunter auch solche, die möglicherweise krebserregend sind. Verbraucherschützer warnen daher vor Lebensmitteln, die Palmöl enthalten.

Ein Scheibe Brot mit Schokocreme-Aufstrich
Palmöl steckt in zahlreichen Lebensmitteln wie Schokoaufstrichen, Margarine oder Keksen. Da bei der Produktion des Öls gesundheitsgefährdende Schadstoffe entstehen, warnen Verbraucherschützer vor solchen Nahrungsmitteln. (Bild: Samo Trebizan/fotolia.com)

Klimawandel wird weiter angeheizt

Wie die Verbraucherzentrale auf ihrer Webseite schreibt, bietet Palmöl für die Hersteller eine Reihe von günstigen Eigenschaften: Es ist preiswert, hitzestabil und lässt sich gut verarbeiten.

Für die Natur hat das drastische Folgen. Denn: „In Südostasien, Lateinamerika und Afrika werden Tag um Tag riesige Regenwaldflächen gerodet und abgebrannt, um Platz für die Plantagen zu schaffen“, schreibt der deutsche Verein Rettet den Regenwald e.V. auf seinem Portal „regenwald.org“.

Und: „Der in der Urwaldvegetation und den Böden gespeicherte Kohlenstoff wird dabei freigesetzt.“ Dadurch wird der Klimawandel weiter angeheizt.

Doch der Anbau von Ölpalmen schafft nicht nur ökologische, sondern auch soziale Probleme. Daher ist es verständlich, dass es immer mehr Menschen gibt, die das billige Öl meiden wollen oder Produkte mit nachhaltigem Palmöl bevorzugen.

So erkennen Sie Palmöl in Lebensmitteln

Doch das ist gar nicht so einfach; schließlich ist das Öl in zahlreichen Lebensmitteln enthalten.

Wie die Verbraucherzentrale erklärt, muss seit Ende 2014 nach EU-Recht auf Lebensmitteln neben der Klassenbezeichnung “pflanzliches Öl” auch die Herkunft des Fettes in der Zutatenliste stehen, also “Palm”, Palmfett oder “Palmöl”.

Für Kosmetik und Waschmittel ist eine solche Kennzeichnung allerdings nicht vorgeschrieben.

Ob das Palmöl aus nachhaltiger Produktion stammt, ist aber meist nicht zu erkennen. Bislang gibt es kein staatliches Siegel.

Verbraucher sind daher auf die seltenen freiwilligen Label und Hinweise der Anbieter angewiesen. Diese sind häufig wenig verständlich und Kritiker bemängeln die verschiedenen Zertifizierungen als unzureichend.

Tolerierbare Aufnahmemenge bei Kindern schnell überschritten

Laut den Verbraucherschützern können bei der Raffination von Palmöl im Vergleich zu anderen Pflanzenölen erhöhte Mengen an Fettschadstoffen entstehen, darunter 3-Monochlorpropandiol-Fettsäureester (3-MCPD).

Den Angaben zufolge ist dieser Stoff möglicherweise krebserregend. Je mehr palmölhaltige Lebensmittel verzehrt werden, desto größer ist auch die Aufnahme dieses Stoffes.

Die Verbraucherzentrale Bayern hat insgesamt 26 Hersteller von palmölhaltigen Backwaren, Brotaufstrichen und Snacks zum Gehalt an 3-MCPD in ihren Produkten befragt.

„So konnten wir anhand von Rechenbeispielen zeigen, dass besonders bei Kindern die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge schnell überschritten wird“, erklärt Jutta Saumweber, Referatsleiterin Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bayern.

Die Expertin empfiehlt Eltern, die Zutatenliste zu beachten und nach Möglichkeit auf palmölfreie Alternativen auszuweichen.

Tipps für den Einkauf

Die Verbraucherzentrale hat einige Tipps für den Einkauf zusammengefasst:

  • Verzichten Sie am besten auf hochverarbeitete Lebensmittel mit Palmöl. Hierzu kann der Blick auf die Zutatenliste oder ein Herstellerhinweis wie „Ohne Palmöl“ helfen.
  • Wenn keine Alternativen ohne Palmöl zu finden sind, sollten Lebensmittel mit Palmöl aus ökologischer und fairer Erzeugung (Bio- und Fairtrade-Siegel) bevorzugt werden.
  • Kochen und backen Sie häufiger mit frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln selbst.
  • Inhaltsstoffe, die aus Palmöl stammen und in Kosmetik eingesetzt werden, sind zum Beispiel an Namen wie Sodium Palmitate, Isopropyl Palmitate, Palm Kernel Alcohol, Glyceryl Palmitate oder Pamamide DEA zu erkennen.

„Per Internetrecherche lassen sich leicht palmölfreie Alternativen finden“, so der Verein Rettet den Regenwald e.V. (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen:
  • Verbraucherzentrale: Palmöl: Negative Folgen für Gesundheit und Umwelt, (Abruf: 04.08.2019), Verbraucherzentrale
  • Verein Rettet den Regenwald e.V.: Palmöl – der Tod des Regenwaldes, (Abruf: 04.08.2019), regenwald.org
  • Verbraucherzentrale Bayern: Vorsicht bei hoch verarbeiteten Lebensmitteln mit Palmöl, (Abruf: 04.08.2019), Verbraucherzentrale Bayern