Warnung: Gesundheitsgefahr durch Flip-Flops!

Frauenfüße in Flip-Flops am Meeresstrand

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Sandalen, Badelatschen und Co: Gesundheitsgefährdende Stoffe in sommerlichen Schuhen

Um fit durch die Hitze-Welle zu kommen, ist es nicht nur wichtig, viel zu trinken, sondern sich auch eher leicht und luftig zu kleiden. Dazu gehört auch passendes Schuhwerk wie beispielsweise Sandalen, Badelatschen oder Flip-Flops. Doch viele dieser Sommerschuhe enthalten gesundheitsgefährdende Stoffe, warnen Experten.


Sommerliche Schuhe mit Chemikalien belastet

Zwar meinen manche Menschen, dass Flip-Flops schädlich für die Füße sind, doch Gesundheitsexperten zufolge ist dies nicht der Fall. Zumindest nicht, wenn der Träger gesunde Füße ohne ausgeprägte Fehlstellungen hat. Oft werden die Schlappen sogar empfohlen, etwa um gegen Schweißfüße im Sommer anzukommen. Doch immer wieder zeigen Untersuchungen, dass die sommerlichen Schuhe mit Chemikalien belastet sind.

Frauenfüße in Flip-Flops am Meeresstrand
Sommerschuhe wie Flip-Flops enthalten oft gesundheitsgefährdende Schadstoffe in teilweise gefährlichen Konzentrationen. (Bild: Delphotostock/fotolia.com)

Krebserzeugende Substanzen

Barfußgehen ist bei sommerlichen Temperaturen oft eine Wohltat. Hygienischer ist es jedoch, sommerliche Schuhe wie Sandalen, Flip-Flops oder Badelatschen zu tragen.

Allerdings sind nicht alle dieser Sommerschuhe für die Träger unbedenklich. Denn sie können Schadstoffe in teilweise gefährlichen Konzentrationen enthalten.

„Unsere Tests von sommerlichen Schuhen zeigen in den Materialien regelmäßig flüchtige organische Substanzen“, erklärt Ralf Diekmann, Produkt-Sicherheitsexperte bei TÜV Rheinland, in einer Mitteilung.

Doch auch Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) wie Naphthalin finden die Experten von TÜV Rheinland in Kunststoffmaterialien.

Diese Substanzen können nicht nur Augen-, Atem- oder Hautreizungen hervorrufen, sondern manche davon können krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsschädigend wirken.

Naphthalin beispielsweise ist laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als Kanzerogen der Kategorie 2 („Kann vermutlich Krebs erzeugen“) eingestuft.

Den Fachleuten zufolge kann dieser Stoff über die Haut aufgenommen werden.

Naphthalin riecht unangenehm

Doch wie kann man erkennen, von welchen Schuhen eher abzuraten ist? „Unsere Nase ist in einigen wenigen Fällen ein guter Ratgeber“, so Diekmann.

„Denn Substanzen wie beispielsweise das Naphthalin haben einen sehr prägnanten, unangenehmen Geruch. Wer diesen Geruch wahrnimmt, sollte vom Kauf Abstand nehmen“, erklärt der Experte.

Die meisten Schadstoffe sind allerdings vollkommen geruchsneutral und somit am Produkt nicht zu erkennen. Es ist daher wichtig, zusätzlich auf entsprechende Prüfzeichen von unabhängigen Prüforganisationen wie TÜV Rheinland zu achten.

Diese Prüfzeichen geben Auskunft über die Sicherheit und Qualität der Schuhe. Das bezieht sich zum Beispiel auch darauf, ob die verwendeten Materialien den aktuellen Grenzwerten bezüglich Schadstoffen entsprechen.

Bei bekannten Händlern und seriösen Quellen kaufen

„Generell sollte man bei bekannten Händlern und seriösen Quellen einkaufen, nicht nur bei Sommerschuhen“, empfiehlt Diekmann.

„Namhafte Hersteller oder bekannte Handelsorganisationen verfügen über eigene Qualitätssicherungen, suchen sorgfältig ihre Zulieferer aus und arbeiten eng mit Prüfhäusern zusammen. Zudem kennen sie die gesetzlichen Mindestanforderungen für die Schuhe.“

Ein Kauf an der Strandbude, auf dem Wochenmarkt oder bei nicht seriösen Quellen im Internet, wo man das Produkt nur aufgrund einer Beschreibung kauft, kann im Reklamationsfall problematisch sein, heißt es abschließend in der Mitteilung. (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen:
  • TÜV Rheinland: Achtung Schadstoffe: Wenn neue Sommerschuhe unangenehm stinken, (Abruf: 06.07.2019), TÜV Rheinland
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: Fragen und Antworten zu Naphthalin in Verbraucherprodukten, (Abruf: 06.07.2019), Bundesinstitut für Risikobewertung