Abnehmen, Geld sparen, besser schlafen: Vorteile vom Alkohol-Fasten im Januar

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Schon mal was von „Dry January“ gehört?

In England ist es Trend, hierzulande eher unbekannt. Der sogenannte „Dry January“, zu Deutsch: Trockener Januar. Gemeint ist damit, im Januar einen Monat lang auf jeglichen Alkohol-Konsum zu verzichten. Dieser Trend ist in England so beliebt, dass seine Auswirkungen kürzlich sogar in einer Studie untersucht wurden. Offenbar bringt die einmonatige Alkohol-Abstinenz zahlreiche gesundheitliche und finanzielle Vorteile mit sich. Wer noch keine guten Vorsätze für 2019 hat, sollte mal den „Dry January“ ausprobieren.


Besserer Schlaf, mehr Geld auf dem Konto und weniger Pfunde auf der Hüfte – das sollen laut einer englischen Studie der University of Sussex die positiven Folgen eines alkoholfreien Monats sein. Außerdem führe der einmonatige Verzicht zu einem kontrollierterem Trinkverhalten im Anschluss. Dazu berichten viele, die es ausprobiert haben, über bessere Haut und mehr Energie.

Silvester wird viel Alkohol getrunken. Im neuen Jahr nehmen sich dann viele Personen einen guten Vorsatz vor. Warum nicht den Januar alkoholfrei verbringen? Laut einer aktuellen Studie bringt dies zahlreiche gesundheitliche Vorteile mit sich. (Bild: Olesia Bilkei/fotolia.com)

Dokumentierte Abstinenz

Das Team um den Psychologen Dr. Richard de Visser wertete Umfragen von über 800 Probandinnen und Probanden aus, die im Januar 2018 freiwillig einen Monat lang auf jeglichen Alkohol verzichteten und ihre Ergebnisse dokumentierten. Sechs Monate später fand eine weitere Befragung der Teilnehmenden statt. Dabei zeigte sich, dass die Alkohol-Abstinenz im Januar sogar positive Langzeitwirkungen nach sich zog.

Was kann man von einem einmonatigen Alkohol-Verzicht erwarten?

Laut der Umfrage-Auswertung berichteten 93 Prozent der Teilnehmenden von einem positiven Erfolgserlebnis. Rund neun von zehn Leuten sparten Geld im Januar, acht von zehn Personen erlangten eine bessere Kontrolle über ihr Trinkverhalten, 76 Prozent lernten mehr darüber, wann und warum sie trinken, 71 Prozent stellten fest, dass sie sich auch ohne Alkohol amüsieren können. Sieben von zehn Teilnehmenden stellten nach dem Monat eine Verbesserung ihrer Gesundheit fest. 71 Prozent schliefen besser und 67 Prozent hatten mehr Energie. Rund sechs von zehn Teilnehmenden nahmen durch den Verzicht ab. 57 Prozent konnten sich nach dem Monat besser konzentrieren und 54 Prozent berichteten von einer besseren Haut.

Die Langzeitwirkungen des alkoholfreien Januars

In der zweiten Umfrage, die sechs Monate später stattfand, stellten die Forschenden fest, dass der einmonatige Verzicht immer noch Effekte zeigte. So berichteten die Teilnehmenden im August 2018, dass sie pro Woche durchschnittlich einen Tag weniger Alkohol trinken. Die Häufigkeit eines Alkoholrausches sank durchschnitt von 3,4 mal pro Monat auf 2,1 mal. „Ein Monat kein Alkohol einzunehmen, hilft den Menschen, langfristig weniger zu trinken“, resümiert Studienleiter Dr. Richard de Visser in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen.

Die Kampagne erfreut sich zunehmender Beliebtheit

Der „Dry January“ wird von der Wohltätigkeitsorganisation Alcohol Change UK unterstützt. Mit einer eigenen Website und einer eigenen App sollen mehr Leute zum Alkohol-Fasten im Januar motiviert werden. „Der alkoholfreie Januar kann das Leben verändern“, berichtet Dr Richard Piper, der Vorsitzende von Alcohol Change UK. Er und sein Team hören jeden Tag von Menschen, die durch den „Dry January“ die Kontrolle über ihr Trinkverhalten übernommen haben und sich dadurch glücklicher und gesünder fühlen.

Gesundheitliche Folgen des Alkoholkonsum

„Viele von uns wissen um die gesundheitlichen Risiken von Alkohol“, betont Piper. Alkohol begünstige sieben Formen von Krebs, Lebererkrankungen und psychische Probleme. Bereits weniger Trinken habe einen unmittelbaren Nutzen. (vb)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.