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Alzheimer: Pflanzenwirkstoff aus Cannabis & Lavendel kann helfen

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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14. März 2026
in News
Cannabisblätter und Pipette mit CBD-Öl.
Extrakte aus Cannabis und Lavendel könnten auch bei der Alzheimer-Therapie einen Beitrag leisten. (Bild: Vera Kuttelvaserova/stock.adobe.com)
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Eine pflanzliche Verbindung aus Lavendel und Cannabis kann die neuronale Aktivität bei Alzheimer äußerst positive beeinflussen. Extrakte der beiden Heilpflanzen erscheinen damit als vielversprechende natürliche Behandlungsoption.

Forschende der Universität Neapel Federico II in Italien haben die therapeutische Wirkung einer pflanzlichen Verbindung aus Lavendel und Cannabis gegen Alzheimer untersucht. Die entsprechenden Studienergebnisse sind in dem Fachmagazin „Phytotherapy Research“ veröffentlicht.

Kurzübersicht der wichtigsten Inhalte

  • Lavendel und Cannabis enthalten hohe Konzentrationen des Pflanzenwirkstoffs Linalool, der vielversprechende therapeutische Effekte bei Alzheimer entfaltet.
  • Linalool kann die neuronalen Netzwerke modulieren und dem Ungleichgewicht zwischen erregender (exzitatorischer) und hemmender (inhibitorischer) neuronaler Aktivität entgegenwirken.
  • Außerdem können Lavendel-Extrakte den Schlaf, die neuronale Erregbarkeit und die kognitiven Funktionen positiv beeinflussen.
  • Auch Cannabis-Extrakte zeigen positive Effekte auf verschiedene Aspekte der Alzheimer-Pathologie, wobei das Linalool möglicherweise synergistisch mit Cannabidiol und Tetrahydrocannabinol wirkt.
  • Bei Lavendel-Extrakten erscheint die Inhalation als wirksamste Methode, bei den Cannabis-Extrakten die orale Aufnahme.

Hoffnung auf pflanzliche Wirkstoffe

Alzheimer ist durch einen Abbau der kognitiven Fähigkeiten, Gedächtnisstörungen und Verhaltensauffälligkeiten gekennzeichnet und die Behandlungsoptionen bleiben bis heute sehr begrenzt. Allerdings konnten Forschenden zuletzt mit pflanzlichen Verbindungen einige Erfolge erzielen.

So kam ein chinesisches Forschungsteam erst kürzlich in einer „Studie“ zu dem Schluss, dass der Wirkstoff aus einer traditionellen chinesischen Heilpflanze gegen Alzheimer helfen könnte und bereits Ende letzten Jahres berichteten Forschende in dem Fachmagazin eNeuro, dass das CBD aus Cannabis zur Alzheimer-Therapie beitragen kann.

Neuronales Ungleichgewicht bei Alzheimer

Auch gab es vermehrt Hinweise darauf, dass bei der Alzheimer-Pathologie ein Ungleichgewicht zwischen exzitatorischer (erregender) und inhibitorischer (hemmender) neuronaler Aktivität eine Rolle spielt, erläutert das italienische Forschungsteam.

In der aktuellen Übersichtsarbeit überprüften die Fachleute nun, ob Linalool, das in hoher Konzentration in Lavendel und Cannabis vorkommt, einen Beitrag zur Behandlung dieses neuronalen Ungleichgewichts leisten kann, und welche therapeutischen Effekte sich von der Phytotherapie mit Lavendel- und Cannabisextrakten erwarten lassen.

Vielversprechende Wirkung von Linalool

Linalool zeigt eine vielschichtige Wirkung, die auf verschiedenen Wegen zur Modulation der neuronalen Netzwerke und zur Wiederherstellung des neuronalen Gleichgewichts bei neurodegenerativen Erkrankungen beitragen kann, berichtet das Team.

Bei Auswertung der therapeutischen Effekte von Lavendel-Extrakten habe sich gezeigt, dass diese den Schlaf, die neuronale Erregbarkeit und die kognitiven Funktionen positiv beeinflussen können, wobei die Inhalation als wirksamste Anwendungsmethode erscheine.

Auch Cannabis-Extrakte entfalten laut den Fachleuten eine vielversprechende Wirkung auf verschiedene Aspekte der Alzheimer-Pathologie und das enthaltene Linalool wirke dabei in Kombination mit dem Cannabidiol (CDB) und Tetrahydrocannabinol (THC) offenbar synergistisch. Allerdings sei hier eher die orale Aufnahme zu empfehlen.

Insgesamt könnte eine Linalool-basierte Phytotherapie wie beispielsweise mit Extrakten aus Cannabis oder Lavendel nach Einschätzung des Forschungsteam einen äußerst hilfreichen Beitrag bei der Alzheimer-Therapie leisten. Allerdings bedarf es jetzt weiterer klinischer Studien, um dies zu überprüfen. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Ilaria Piccialli, Giovanni Roviello, Giorgia Magliocca, Emilia Esposito, Anna Pannaccione: Exploring Linalool-Based Phytotherapy for Excitatory/Inhibitory Imbalance in Alzheimer's Disease: A Review of Lavender and Cannabis Therapeutic Effects on Sleep, Seizures, and Cognition; in: Phytotherapy Research (veröffenticht 24.02.2026), onlinelibrary.wiley.com
  • Sahar Emami Naeini, Bidhan Bhandari, Breanna Hill, Nayeli Perez-Morales, Hannah M. Rogers, Hesam Khodadadi, Nancy Young, Lívia Maria Maciel, Jack C. Yu, David C. Hess, John C. Morgan, Évila Lopes Salles, Lei P. Wang, Babak Baban: Rethinking Alzheimer's: Harnessing Cannabidiol to Modulate IDO and cGAS Pathways for Neuroinflammation Control; in: eNeuro (veröffentlicht 06.10.2025), eneuro.org
  • Yuting Li, Qingmei Cheng, Shijiao Tian, Xiaopeng Li, Yue Chen, Yujie Guo, Yunguo Jiang, Yang Tao, Xuemei Niu, Hong Hu, Yan Liu, Shenghong Li: Oridonin Ameliorates Alzheimer's Disease-Like Pathology in Male Mice Through Inhibition of Receptor-Interacting Protein Kinase 1; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 12.02.2026), onlinelibrary.wiley.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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