Ein Wirkstoff aus der traditionellen chinesischen Heilpflanze Dong-Ling-Cao kann möglicherweise einen wichtigen Beitrag zur Alzheimer-Therapie leisten. Die bioaktive pflanzliche Verbindung Oridonin zeigte in ersten Untersuchungen starke entzündungshemmende und neuroprotektiven Wirkungen.
Forschend der Chengdu University of Traditional Chinese Medicine haben in einer aktuellen Studie die therapeutische Wirkung des bioaktiven Diterpenoids Oridonin aus Dong-Ling-Cao (Rabdosia rubescens) gegen Alzheimer untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Phytotherapy Research“ veröffentlicht.
Pflanzliche Wirkstoffe als Therapeutika
Bisher sind die Behandlungsoption bei Alzheimer äußerst begrenzt und effektive Wirkstoffe werden weiterhin dringend gesucht. Dabei haben einige frühere Forschungsarbeiten auch Heilpflanzen bereits in den Fokus genommen und konnten teilweise durchaus vielversprechenden Wirkungen nachweisen.
Beispielsweise berichtete ein japanisches Forschungsteam in dem Fachhournal „eLife“, dass die Heilpflanze Ziziphus jujuba bei Demenz die kognitiven Funktionen wiederherstellen könnte.
Eine andere Forschungsarbeit aus dem vergangenen Jahr zeigt zudem, dass drei Heilpflanzen das Gedächtnis besonders effektiv stärken und damit eine präventive und therapeutische Wirkung gegen Demenz entfalten können.
Kann Oridonin helfen?
In der neuen Studie untersuchten die Fachleute nun an Mikrogliazellen und Neuronen im Labor sowie an Mäusen die Wirkung der pflanzlichen Verbindung Oridonin auf die Alzheimer-Pathologie.
Die Behandlung mit Oridonin unterdrückte die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine (Interleukin-6, Tumornekrosefaktor alpha) in den Mikrogliazellen deutlich, berichtet das Team. Auch habe die pflanzliche Verbindung die sogenannten Nekroptose, eine Form des programmierten Zelltods reduziert.
Vielversprechendes therapeutisches Potenzial
Bei den Alzheimer-Mäusen verbesserte die Behandlung mit Oridonin die räumliche Lern- und Gedächtnisleistung erheblich und gleichzeitig wurden die Ablagerung von Amyloid-beta sowie die Entzündungs- und Nekroptosemarker signifikant gesenkt, berichtet das Team.
So könne der pflanzliche Wirkstoff entscheidende pathologische Prozesse der Alzheimer-Krankheit abschwächen und zeige damit vielversprechendes therapeutisches Potenzial für die Behandlung der neurodegenerative Erkrankung, das nun in weiteren Studien überprüft werden sollte. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Yuting Li, Qingmei Cheng, Shijiao Tian, Xiaopeng Li, Yue Chen, Yujie Guo, Yunguo Jiang, Yang Tao, Xuemei Niu, Hong Hu, Yan Liu, Shenghong Li: Oridonin Ameliorates Alzheimer's Disease-Like Pathology in Male Mice Through Inhibition of Receptor-Interacting Protein Kinase 1; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 12.02.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Tomohiro UmedaAyumi SakaiRumi UekadoKeiko ShigemoriRyota Nakajima, et al.: Simply crushed Zizyphi spinosi semen prevents neurodegenerative diseases and reverses age-related cognitive decline in mice; in: eLife (veröffentlicht 13.09.2024), elifesciences.org
- Fawad Alam-Siddiqui, Ayesha Ghayur, Zaheer Ul-Haq, Muhammad Nabeel Ghayur,: Herbal Medicine for the Mind: Traditionally Used Medicinal Plants for Memory Loss from the Indian Subcontinent; in: Future Integrative Medicine (veröffentlicht 23.04.2025), xiahepublishing.com
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.









