Aprikosenkerne wegen potenziell tödlicher Blausäure-Werte zurückgerufen

Mehrere Aprikosen auf einem Holztisch

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Erhöhte Blausäure-Werte: Unternehmen startet Rückruf für Aprikosenkerne

Das Unternehmen Gesund & Leben hat einen Rückruf für Bio-Aprikosenkerne gestartet. In den Kernen wurde ein überhöhter Blausäurewert festgestellt. Dieser Stoff ist für Menschen hochgiftig und kann zum Tode führen.


Das Unternehmen Gesund & Leben aus Stockach (Baden-Württemberg) ruft „BIO Bittere Aprikosenkerne“ (75g, 200g, 500g) zurück. Laut einem Warnhinweis wurde in den natürlich wildwachsenden Aprikosenkernen ein überhöhter Blausäurewert festgestellt. Blausäure kann für den Menschen lebensbedrohliche Folgen haben.

Mehrere Aprikosen auf einem Holztisch
Das Unternehmen Gesund & Leben ruft Bio-Aprikosenkerne zurück, weil darin erhöhte Blausäure-Werte festgestellt wurden. Dieser Stoff kann für Menschen lebensbedrohliche Folgen haben. (Bild: M.studio/fotolia.com)

Unternehmen warnt vor dem Verzehr

Gesund & Leben warnt vor dem Verzehr von BIO Bitteren Aprikosenkernen. Betroffen sind die folgenden Artikel:

Art. Nr. 37.718 BIO Bittere Aprikosenkerne 75g

Art. Nr. 37.720 BIO Bittere Aprikosenkerne 200g

Art. Nr. 37.721 BIO Bittere Aprikosenkerne 500g

Jeweils: Charge: 17.484 – MHD: 31.12.2020 Charge: 23.682 – MHD: 31.03.2021 mit dem Etikettenhinweis auf der Packungsrückseite „zur Herstellung von Persipan, Marzipan“.

Laut dem Unternehmen ist zu beachten, dass Ware ohne den Hinweis auf Persipan und Marzipan nicht vom Rückruf betroffen ist. Warenbestände sollen dorthin zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden oder an Gesund & Leben zurückgeschickt werden.

Blausäure ist für den Menschen hochgiftig

„Blausäure wird beim Kauen aus dem natürlicherweise in bitteren Aprikosenkernen enthaltenen Amygdalin freigesetzt und ist für Menschen hochgiftig. Sie kann zu Vergiftungen bis zum Tode führen“, heißt es in dem Warnhinweis. Andere auftretende Symptome können starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen sowie Erstickungsgefühle sein.

Kerne zur Krebstherapie

Manche Menschen setzen Aprikosenkerne zur Prävention der Ausbreitung von Krebs ein. Doch Wissenschaftler von der European Food Safety Authority (EFSA) haben vor solchen gefährlichen Krebstherapien gewarnt. Auch die Apothekerkammer Westfalen hat auf die Gesundheitsrisiken durch den Verzehr der Kerne hingewiesen. In einer Stellungnahme heißt es: „In verschiedenen Medien wurden sie als Alternativmedizin gegen Krebs empfohlen – wissenschaftlich ist dies nicht gesichert. Aprikosenkerne sind nach jetzigem Wissensstand als gesundheitsgefährdende Lebensmittel einzustufen und nicht als medizinisch wirksame Arzneimittel.“ (ad)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.