Asthma: Jedes Jahr erkranken weltweit Millionen Kinder durch Fahrzeugabgase

Wie die Abgase aus dem Straßenverkehr unseren Kindern schaden

Die zunehmende Luftverschmutzung schadet uns allen, aber sie betrifft vor allem die Gesundheit unserer Kinder. Forschende fanden jetzt fest heraus, dass jedes Jahr etwa vier Millionen Kinder als Folge von Luftverschmutzung durch Autos und Lastwagen an Asthma erkranken.


Bei einer aktuellen Untersuchung der George Washington University konnte festgestellt werden, dass die Luftverschmutzung durch Autos und Lastwagen jedes Jahr ungefähr vier Millionen Asthma-Erkrankungen bei Kindern verursacht. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Lancet Planetary Health“ publiziert.

Laut Unicef müssen weltweit rund 300 Millionen Kinder extrem verschmutzte Luft atmen. Weit über eine halbe Million betroffene Kinder sterben an den Folgen. (Bild: Stanislav Komogorov/fotolia.com)

Verschmutzte Luft ist schädlicher als bisher angenommen

Die meisten neuen Fälle von Asthma bei Kindern treten an Orten auf, an denen die Verschmutzung der Luft unter dem Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt. Dies lässt darauf schließen lässt, dass verschmutzte Luft schon bei geringerer Belastung als bisher angenommen schädlich ist. Die Beeinträchtigungen sind dabei nicht nur auf Länder wie China und Indien beschränkt, in denen die Luftverschmutzung besonders hoch ist. In den Städten Großbritanniens und Australiens machen die Forschenden die Luftverschmutzung durch den Verkehr beispielsweise für etwa drei Viertel aller neuen Fälle von Asthma im Kindesalter verantwortlich.

Wie können wir die Luftverschmutzung im Verkehr reduzieren?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Millionen neuer Fälle von pädiatrischem Asthma durch eine Verringerung der Luftverschmutzung verhindert werden könnten. Der Hauptschadstoff Stickstoffdioxid wird größtenteils von Dieselfahrzeugen erzeugt. Die Verbesserung des Zugangs zu saubereren Verkehrsmitteln, wie beispielsweise Elektrofahrzeugen, Radfahren und das Gehen zu Fuß könnten helfen, die Asthma-Erkrankung zu reduzieren und Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Kinder müssen besser geschützt werden

Die wegweisende Studie zeigt die massive weltweite Belastung, die durch Verkehrsemissionen verursacht wird. Asthma ist dabei nur eine der zahlreichen nachteiligen Auswirkungen von Umweltverschmutzung auf die Gesundheit von Kindern. Die Regierungen müssen jetzt handeln, um unsere Kinder zu schützen. Viele große Studien haben bereits gezeigt, dass eine starke Verbindung zwischen den Verkehrsemissionen und Asthma bei Kindern besteht und dass die Verschmutzung der Luft schädliche Entzündungen verursacht. Es gebe offenbar einen starken ursächlichen Zusammenhang zwischen Verkehrsemissionen und Asthmaerkrankungen bei Kindern, erläutern die Autoren der Studie. Der wichtigste Schadstoff scheine dabei Stickstoffdioxid (NO2) zu sein. Aber auch andere Schadstoffe wie beispielsweise Feinstaubpartikel könnten ebenfalls ein wichtiger Faktor sein. Asthma im Kindesalter hat laut Aussage der Forschenden mittlerweile weltweite epidemische Ausmaße erreicht. Etwa jeder achte neue Fall sei auf die Luftverschmutzung durch den Verkehr zurückzuführen. Die Ergebnisse der Studie liefern den Nachweis, dass die bestehenden WHO-Standards Kinder nicht ausreichend vor Asthma schützen.

Welche Gegenmaßnahmen werden ergriffen?

Es ist zwar wichtig, dass Eltern versuchen, die Exposition der Kinder zu reduzieren, indem sie beispielsweise Kinderwagenabdeckungen zum Schutz nutzen oder stark befahrene Straßen so weit wie möglich meiden. Dies ist allerdings nicht immer möglich. Daher ist es nötig, politische Initiativen zur Bekämpfung der Luftverschmutzung auf Stadt-, Landes- und nationaler Ebene zu fördern. Die gute Nachricht ist, dass bereits ein Übergang zu emissionsfreien Fahrzeugen im Gange ist. Einige Länder und Städte verpflichten sich dazu, die Verbrennungsmotoren aus dem Verkehr zu ziehen und haben Richtlinien zum Schutz der Umwelt erlassen. Hierzu zählt beispielsweise die Einrichtung von Zonen mit extrem niedrigen Emissionswerten. Doch muss auch im globalen Rahmen gehandelt werden – und zwar deutlich schneller als bisher. Jedes Jahr der Verzögerung gefährdet die Gesundheit von Millionen Kindern weltweit. (as)