Beschwerdebild Herzrasen: Diese Herzrhythmusstörung kann lebensbedrohend sein

Alfred Domke

Herzrasen wie aus dem Nichts: Anfälle unbedingt beim Arzt abklären lassen

Zwar verbirgt sich hinter Herzrasen meist etwas Harmloses, doch in manchen Fällen sind auch lebensgefährliche Herzkrankheiten dafür verantwortlich, dass dass Pumporgan rast. Experten erklären, wann Betroffene unbedingt zu einem Arzt gehen sollten.


Wenn das Herz wie aus dem Nichts zu rasen beginnt

Wenn das Herz „bis zum Hals schlägt“, sind meist Aufregung, Angst, körperliche Anstrengung oder auch Vorfreude der Auslöser. Wenn das Pumporgan allerdings wie aus dem Nichts zu rasen beginnt, fühlt sich das für Betroffene sehr unangenehm, teilweise bedrohlich an: Häufig kommen Schwindel, Atemnot oder Angstgefühle hinzu. „Solche Anfälle von Herzrasen sollten beim Arzt abgeklärt werden, denn dahinter können gefährliche Herzkrankheiten stecken“, warnt der Kardiologe Prof. Dr. med. Paulus Kirchhof vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung in einer Mitteilung.

Für Herzrasen sind oft harmlose Ursachen verantwortlich. In manchen Fällen können aber auch gefährliche Herzerkrankungen der Grund dafür sein, dass das Herz rast. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Nicht automatisch gefährlich

„Auch wenn sich plötzliches Herzrasen – nicht zu verwechseln mit Herzstolpern – oft sehr bedrohlich anfühlt, müssen die Attacken nicht automatisch gefährlich sein“, so Kirchhof, der auch Lehrstuhlinhaber für Herz-Kreislauf-Erkrankungen an der Universität Birmingham (Großbritannien) ist.

Wie in der Mitteilung der Herzstiftung erläutert wird, können plötzlich auftretende Anfälle von Herzrasen mit Herzfrequenzen über 140 Schlägen pro Minute durch verschiedene Herzerkrankungen verursacht werden.

In vielen Fällen wird der beschleunigte Herzschlag durch Vorhofflimmern ausgelöst. Diese häufigste Form von Herzrhythmusstörungen ist zwar nicht akut gefährlich, da die Herzkammern die größte Pumparbeit leisten.

In den Vorhöfen können sich jedoch Blutgerinnsel bilden, die dann in der Folge einen Schlaganfall auslösen können.

Allein an Vorhofflimmern leiden in Deutschland laut Schätzungen über 1,8 Millionen Menschen.

Herzrhythmusstörungen immer ärztlich abklären lassen

Allerdings hat nicht jedes Herzrasen eine ernsthafte Erkrankung als Ursache.

Wenn die Anfälle plötzlich beginnen, ohne jeden Anlass und lassen sie sich durch Manöver wie das Trinken eines Glases Wassers beenden, stehen die Chancen gut, dass es sich um gutartiges Herzjagen handelt.

Diese Form der Herzrhythmusstörung kann zwar für Betroffene sehr belastend sein, ist aber in den meisten Fällen heilbar.

Viele Menschen mit Herzrhythmusstörungen reagieren mit großer Unsicherheit darüber, ob diese harmlos oder gefährlich sind und wie sie behandelt werden können.

„Ob Herzrhythmusstörungen harmlos, weniger harmlos oder lebensbedrohlich sind, kann nur ein Kardiologe nach ausführlicher Untersuchung des Patienten entscheiden“, so Herzspezialist Kirchhof.

„Patienten, die aus dem Nichts heraus Anfälle von Herzrasen erleben, sollten dies ärztlich abklären lassen.“ (ad)