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Coronavirus: Impfbereitschaft in der Bevölkerung geht zurück

Alfred Domke
Verfasst von Alfred Domke, Redakteur für Gesundheits-News
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15. Juli 2020
in News
Eine Frau mit weißem Kittel und blauen Handschuhen zieht einen flüssigen Arzneistoff in eine Spritze auf.
Eine Befragung in mehreren europäischen Ländern hat ergeben, dass die Bereitschaft, sich gegen das neuartige Coronavirus impfen zu lassen, in den letzten Monaten zurückgegangen ist. (Bild: REDPIXEL/stock.adobe.com)
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Corona: Weniger Menschen zum Impfen bereit

Fachleute gehen davon aus, dass die Corona-Pandemie erst zu Ende sein wird, wenn Impfstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung stehen und genügend Menschen damit geimpft wurden. Doch in europäischen Ländern sinkt die Bereitschaft, sich gegen Corona impfen zu lassen.

Weltweit haben sich bereits mehr als 13 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert. In europäischen Ländern war der Anstieg der Fallzahlen in den vergangenen Wochen nicht mehr so stark wie zuvor. Das führte wohl auch dazu, dass sich weniger Menschen Sorgen wegen einer Infektion machen. Dies könnte ein Grund dafür sein, warum die Impfbereitschaft sinkt.

Würde die Bevölkerung einen Impfstoff nutzen?

Im Kampf gegen COVID-19 gilt ein Impfstoff als entscheidend. Würde die Bevölkerung diesen aber auch nutzen? Während im April 2020 noch 70 Prozent der Menschen in Deutschland bereit waren, sich impfen zu lassen, sank die Zahl im Juni auf 61 Prozent, berichtet die Universität Hamburg in einer aktuellen Mitteilung. Viele Bürgerinnen und Bürger sorgen sich insbesondere um mögliche Nebenwirkungen.

Geringste Zustimmung in Deutschland

In einer repräsentativen Studie unter Leitung des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg wurden jeweils im April und Juni 2020 mehr als 7.000 Menschen in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Portugal und Großbritannien befragt.

Den Angaben zufolge sank die Impfbereitschaft gegen das Coronavirus in den befragten Ländern insgesamt von 74 Prozent im April auf 68 Prozent nur zwei Monate später. Bis auf Portugal verzeichnen alle Staaten geringere Zahlen, die größten Abweichungen gibt es in Italien (minus 13 Prozent) und Deutschland (minus neun Prozent).

Zudem weist Deutschland – neben Frankreich – die geringste Zustimmung zur Impfung unter den befragten europäischen Ländern auf. Gleichzeitig verdoppelte sich hierzulande die Zahl der Personen, die sich nicht impfen lassen wollen. In Deutschland sagt dies inzwischen jeder fünfte Mensch.

„Bedenklich ist, dass zunehmend mehr Menschen eine Impfung gegen das Coronavirus ablehnen, und dies sind weit mehr Menschen als die, die grundsätzlich Impfungen ablehnen“, erläutert Prof. Dr. Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor des HCHE.

Gefährlichkeit des Virus wird angezweifelt

Mit großem Abstand sorgen sich die meisten Personen in allen befragten Ländern vor möglichen Nebenwirkungen und um eine nicht ausreichende Wirksamkeit eines möglichen Impfstoffes. Laut der Mitteilung nennen 45 Prozent der Menschen, die eine Impfung ablehnen, und 61 Prozent derjenigen, die unsicher sind, dies als die wichtigsten Gründe. Jeder Siebte, der gegen eine Impfung ist, glaubt nicht, dass das Virus gefährlich für die eigene Gesundheit ist.

Allerdings zeigt die Studie auch, dass Befragte, die von sich selbst sagen, dass sie Informationen von Regierung, Europäischer Union und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vertrauen, aufgeschlossener gegenüber einer Impfung sind.

„Politik und Wissenschaft sollten daher über mögliche Nebenwirkungen sowie die Wirksamkeit eines Impfstoffes sehr transparent kommunizieren und für das Vertrauen der Bürger werben“, rät Jonas Schreyögg.

Frauen sind unsicherer

„Die höchste Zustimmung in allen Ländern finden wir bei Männern, die älter als 55 Jahre sind, und bei denjenigen, die in einem Haushalt mit älteren Menschen oder mit einer Person mit chronischen Vorerkrankungen leben“, erklärt Schreyögg.

Wie die Befragung zeigt, sind Frauen über alle Altersgruppen hinweg unsicherer, ob sie sich impfen lassen wollen oder nicht. Speziell in Deutschland zeigt sich, dass Familien sowie Haushalte mit körperlich oder geistig behinderten Menschen die geringste Impfbereitschaft unter allen Haushaltskonstellationen haben.

Zudem verteilt sich die Impfbereitschaft innerhalb Deutschlands unterschiedlich und nimmt von Norden (67 Prozent) nach Süden (56 Prozent) ab. In Bayern zum Beispiel ist nur jeder Zweite (52 Prozent) bereit, sich impfen zu lassen. Zwischen alten (60 Prozent) und neuen Bundesländern (65 Prozent) gibt es dagegen lediglich geringe Unterschiede. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Alfred Domke
Quellen:
  • Universität Hamburg: Befragung zur Coronavirus-Pandemie in sieben europäischen Ländern: Die Impfbereitschaft sinkt, die Sorge über Nebenwirkungen wächst, (Abruf: 15.07.2020), Universität Hamburg
  • Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg: Corona-Forschung am HCHE, (Abruf: 15.07.2020)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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