Dampftherapie lässt vergrößerte Prostata zeitnah schrumpfen

Volker Blasek

Ganz ohne Operation: Vergrößerte Prostata in 10 Minuten heilen

Ein vergrößerte Prostata bereitet vielen Männern mit zunehmenden Alter Beschwerden. Vor allem beim Wasserlassen können Schmerzen entstehen. Mediziner in England haben eine neue nicht-invasiven Behandlung entwickelt, die Patienten Erleichterung verschaffen kann. Das gerade mal zehnminütige Verfahren soll routinemäßig zum Einsatz kommen, wie mehrere englische Zeitungen berichten. Dabei wird ein Dampfstrahl in die Prostata geleitet, der einen Teil des Gewebes absterben und die Prostata so schrumpfen lässt. Die neue Therapie kann ambulant durchgeführt werden, eine stationäre Aufnahme ist nicht erforderlich.


Allein in England könnte die neue Dampfstrahl-Behandlung mit dem Namen „Rezum“ eine neue Hoffnung für über zwei Millionen Betroffene darstellen. Wie englische Medien berichten, wurde das Verfahren bereits an 150 Patienten getestet und lieferte bemerkenswerte Ergebnisse. Eine baldige Zulassung seitens der englischen Gesundheitsbehörde NHS ist laut Medienberichten sehr wahrscheinlich. Das neue Verfahren wird auf der Website „rezum.com“ näher erläutert.

Eine vergrößerte Prostata tritt bei fast jedem zweiten Mann über 50 Jahre auf. Dabei kann es zu Blasenentleerungsstörungen kommen, unter denen die Betroffenen zum Teil massiv leiden. Das neue nicht-operative Dampfstrahl-Verfahren Rezum könnte diese Problematik in nur 10 Minuten neutralisieren. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Rezum bietet eine alternative Möglichkeit

Professor Hashim Ahmed ist ein führender Experte in der Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs und Prostatavergrößerung. Er bietet die neue minimalinvasive Behandlung für Männer mit gutartigem Wachstum der Prostata in London an. Die Durchführung dauert 10 bis 15 Minuten unter örtlicher Betäubung. Nach zwei bis drei Stunden können die Patienten bereits wieder nach Hause. Dabei habe das Verfahren ein sehr geringes Risiko von Nebenwirkungen wie Inkontinenz oder Potenzstörungen.

Wie funktioniert die neue Behandlung

Bei der Behandlung wird ein dünner Plastikschlauch über die Harnröhre in die Nähe der Prosata gebracht. Über diesen Schlauch wird heißer Dampf circa ein Zentimeter tief in die Prostata injiziert. Der Dampf tötet während der Abkühlung eine gewisse Menge an Prostatagewebe ab, was sie letztendlich schrumpfen lässt. Das tote Gewebe wird vom Körper entsorgt. Das Rezum Verfahren wurde bereits 2017 ausführlich in dem Fachjournal „Urology Times“ erläutert.

Vorteile einer Rezum-Behandlung

Wie Professor Hashim Ahmed auf der Rezum-Webseite erläutert, bietet das nicht-invasive Verfahren eine gute Alternative zur ständigen medikamentösen Behandlung oder einer Operation bei einer vergrößerten Prostata. Dabei soll es zu spürbaren Symptomverbesserungen innerhalb von zwei Wochen kommen. Es wäre nur eine einfache ambulante Therapie von Nöten, die keine Vollnarkose erfordere. Außerdem bleibe die Sexual- und Harnfunktionen erhalten. Innerhalb weniger Tage könnten die Patienten zu ihren gewohnten Aktivitäten zurückkehren.

Über Prostatavergrößerung

Eine Prostatavergrößerung ist eine lokalisierte Vergrößerung der Prostata bei alternden erwachsenen Männern. Sie betrifft ungefähr 50 Prozent der Männer im ALter über 50 Jahre und bis zu 90 Prozent der Männer über 80 Jahre. Das übermäßige Wachstum von Prostatagewebe kann dazu führen, dass die Harnröhre zugedrückt wird, wodurch der Harnfluss blockiert wird und Beschwerden beim Wasserlassen auftreten. Die Beschwerden bei Prostatavergrößerung können einen großen Einfluss auf die Lebensqualität eines Menschen haben.

Gründe für die Wucherung unklar

Wie die Experten auf der Rezum-Webseite erläutern, ist es derzeit nicht bekannt, warum die Prostata bei der Mehrheit der Männer über das mittlere Alter hinaus weiter wächst. Betroffene klagen häufig darüber, dass sie öfter auf die Toilette müssen und danach das Gefühl haben, die Blase sei nicht vollständig entleert. Folgende Beschwerden können frühzeitig auf eine vergrößerte Prostata hinweisen:

  • Häufige Toilettengänge,
  • schwacher und langsamer Urinstrahl,
  • Gefühl einer nicht vollständig entleerten Blase,
  • Urinstrom stoppt und startet ständig während des Wasserlassens,
  • Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens,
  • gelegentliche Kontrollverlust des Urinflusses.

(vb)