Die Symptome gynäkologischer Krebserkrankungen sind anfangs häufig relativ unspezifisch, so dass der Verdacht nicht auf eine Krebserkrankungen fällt. Es können jedoch einige Warnzeichen auftreten, die Frauen in jedem Fall kennen sollten und die eine ärztliche Abklärung erfordern.
Welche Symptome auf gynäkologische Krebserkrankungen hindeuten können, erläutert die Onkologin und Gynäkologin Dr. Shariska Harrington von der Mayo Clinic (USA). Bei bestimmten Warnzeichen ist demnach umgehend ärztliche Hilfe zu suchen.
Was sind gynäkologische Krebserkrankungen?
Als gynäkologische Krebserkrankungen werden folgende fünf Krebsarten bezeichnet, die ausschließlich Frauen betreffen: Eierstockkrebs, Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom), Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom), Vulvakrebs und Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom).
Die Symptome dieser Krebserkrankungen können sich allerdings mit Veränderungen überschneiden, die im Laufe des Lebens einer Frau ganz normal sind, weshalb die richtige Einschätzung oft schwer fällt.
Muster der Symptome beachten
Das Muster der Symptomatik, wie beispielsweise ob Beschwerden neu auftreten oder sich verstärken, kann hier wichtige Hinweise liefern, erläutert Dr. Harrington. Achten Sie auf Veränderungen, die neu sind, anhalten, sich verschlimmern oder einfach von dem abweichen, was für Ihren Körper typisch ist, so die Expertin weiter.
Bestimmte Symptome sollten laut der Gynäkologin grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden, anstatt sie als natürlichen Bestandteil der Menstruation, der Menopause oder einer anderen gewöhnlichen Beschwerde abzutun. Zu diesen zählen:
- Blutungen nach der Menopause,
- Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr,
- neu auftretende und/oder stärker werdende Schmerzen im Beckenbereich,
- Anhaltende Blähungen oder ein schnelles Sättigungsgefühl,
- Veränderungen der Stuhl- oder Blasenfunktion,
- neue oder anhaltende Veränderungen im Vulvabereich,
Entscheidend ist, den eigenen Körper zu kennen und Symptome, die individuell ungewöhnlich erscheinen, ärztlich abklären zu lassen, betont die Gynäkologin. Bei der Einschätzung des Risikos könne es zudem helfen, wenn Frauen ihre familiäre Vorbelastung durch Krebserkrankungen kennen, da der Krebs oft erblich veranlagt sei.
Den eigenen Körper kennen
Grundsätzlich sollten Frauen nicht bei jeder Blutung, jedem Unterleibsschmerz oder Blähbauch sofort an Krebs denken, doch geht es darum, zu erkennen, bei welchen Symptomen eine ärztlich Abklärung geboten ist, so Dr. Harrington
„Wenn etwas neu auftritt, anhält, sich verschlimmert oder sich für Ihren Körper einfach nicht richtig anfühlt, sollten Sie dies ärztlich untersuchen lassen“, ergänzt Harrington. Auf Veränderungen zu achten und diese im Zweifelsfall ärztlich abzuklären, könne helfen, gynäkologische Krebserkrankungen früh zu erkennen und dies erhöhe meist die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Mayo Clinic:Warning signs of gynecologic cancer every woman should know (veröffentlicht 08.09.2026), newsnetwork.mayoclinic.org
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.









